WAB-Konferenzen dokumentieren die gemeinsame Arbeit der Schulen.

Protokoll der "Konstituierenden Sitzung der Waldorfabschlussbeauftragten" am 13.Februar 2008/ Witten-Annen

Herr Freitag begrüßte die anwesenden Kollegen von 18 Waldorfschulen NRWs ( 2 weitere hatten sich entschuldigt). Nach einigen Bemerkungen zur aktuellen Sitzung des Schulausschusses in Düsseldorf (nähere Informationen gab es dazu an anderen Stellen) begann ein Kreisgespräch der Anwesenden zur Frage: Wie werden wir an unserer Schule den Abschluss der Waldorfschulzeit und die "neue" 12.Kl. ab 2009/10 gestalten? bzw. Welche Überlegungen gibt es dazu an unserer Schule?

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich zur Zeit von 32 Waldorfschulen (als sog. "Regelschulen") NRWs 20 Schulen dafür entscheiden wollen, den Weg des "Abschlussportfolios 2010" und der Neu- bzw. Umgestaltung der künftigen 12.Klasse zu versuchen.

In dem Rundgespräch wurde deutlich, dass der jeweilige Entwicklungs- und Gestaltungsprozess an den Schulen zur Zeit noch ein ganz unterschiedlicher ist. Die Spanne reicht von ersten Überlegungen über anfängliche Konzepte, Schülerbefragungen und Elterninformationen bis hin zu ersten möglichen Umsetzungsstrategien.

 Als gemeinsames Grundgefühl war schon die Sorge zu spüren, ob man es denn schaffen würde, eine künftige 12.Klasse so attraktiv zu gestalten, dass wirklich genügend Schüler bleiben würden, wenn diese den staatlichen FOR-Abschluss bereits in der Tasche haben, und auch eben nicht das Abitur anstreben.

 Dieses schien - wie vielleicht auch gewisse Bedenken wegen der auf uns zu kommenden zentralen FOR - wie Abiturprüfungen - eine wünschenswerte enthusiastische Aufbruchstimmung etwas herab zu dämpfen. Und doch kristallisierte sich im Plenum sowohl Hoffnung sowie der wirkliche Wunsch heraus, diese Chance - diese für die Waldorfschulen vielleicht historische Chance auf eine waldorfpädagogisch belebte und moderne Gestaltung von "Bildung" - nicht verstreichen zu lassen!

 

Neben der Bedingung für eine hohe Attraktivität der künftigen 12.Klassen und der Herausforderung den bildungs-biografischen "Mehrwert" für Schüler und Eltern auch zu verdeutlichen, schälten sich in den Äußerungen der Kollegen folgende Muster für eine solche "frei" gestaltete Waldorfabschlussklasse heraus:

  • - Die klassischen "Waldorfpfunde" wie Jahresarbeit, Theaterprojekt, künstlerische Abschlüsse, Kunstfahrt etcetera könnten/ sollten da hinein gehören.
  • - Aber auch neue Fächer und Projekte wie Wirtschaft, Bewerbungstraining, Technik, Rhetorik, Pädagogik u. a. m. sollen/ könnten entwickelt und etabliert werden.
  • - Es sollten/ könnten Praktika bzw. "Expeditionszeiten" eingeplant werden.
  • - Einzelne Projekte wie z.B. der Computerführerschein bieten die Möglichkeit von Zertifikaten, die von außerschulischen Stellen "beglaubigt" werden.
  • - Der Duktus sollte eben auch ein stark berufsbezogener bzw. lebenspraktischer sein. Darüber hinaus bietet auch die Portfolio-Methode eine Grundlage für eine - im Vergleich mit unseren bisherigen Schriftzeugnissen - Weiterentwicklung von Kompetenzbewertungen und Zertifikationen.
  • - Auch der Unterricht selbst sollte/ könnte z.B. im Vergleich mit dem gewohnten Fach- und Epochenunterricht hinsichtlich  Unterrichtsformen und Didaktik anders werden, um den Unterschied zum gewohnten Oberstufenunterricht deutlicher zu machen, evtl. projektartiger, schülerorientierter, selbständiger...
  • - Die Waldorfabschlussklasse kann also aus einem Cocktail der verschiedensten Angebote bestehen und so Attraktivität spenden und für die Jugendlichen Sinn machen.

Für das 2.WAB-Treffen am 12.März 2008 wäre es wohl wünschenswert, wenn die Anregungen bzw. die schon vorliegenden Konzeptideen  besprochen und ausgetauscht werden können.

Herr de Vries stellte im letzten Teil des Treffens den Projektantrag "Abschlussportfolio der Waldorfschulen in NRW 2010" vor und verdeutlichte dessen Wichtigkeit. Für eine langfristige Anerkennung des "neuen" Waldorfabschlusses im öffentlichen Raum ist es unabdingbar, dass es gemeinsame Qualitätsstandards als Grundvereinbarungen gibt. Der Projektantrag soll die Voraussetzungen schaffen, dass die Waldorfschulen von NRW sich im Hinblick auf die Umsetzung des Vorhabens erfolgreich vernetzen können. Die angestrebte wissenschaftlich-unabhängige Begleitung soll das Projekt auf eine solide und kommunizierbare Basis stellen.

Zum Schluss schlug Herr Freitag vor, ob nicht Kollegen aus der Runde das 2.WAB-Treffen planen könnten. Die Initiativgruppe hat noch keinen Kollegen finden können, so dass sich zunächst die Initiativgruppe der Arge um die weitere Organisation und Planung kümmern wird.

Holger Baumann ( für die Initiativghruppe )

Vertretene Schulen: Essen, Hagen, Witten I, Düsseldorf, Windrather Tal, Schloss Hamborn, Mönchengladbach, Soest, Wuppertal, Detmold, Witten II, Gladbeck, Wattenscheid, Münster, Aachen, Gummersbach, Bergisch-Gladbach, Bochum

Nach einem kurzen Bericht von Hr. Freitag von der Landtags-Sitzung berichten die Vertreter der anwesenden Schulen über die jeweils geplanten oder schon vorhandenen Konzepte zur Neugestaltung der 12ten Klasse: 

Essen 

Zahl der bleibenden FOR-Schüler wird nicht groß sein (nur 3 bis 5 Schüler),      Schauspiel, Jahresarbeiten und Praktikum sollen als Highlight erhalten bleiben,      genaue Konzeption noch unklar

Hagen:     

P-Zweig (Praxis-Zweig) möglichst wenig von Abi-Zweig trennen, Portfolio als Methode und Abschluss ist klar, Übung dafür fehlt noch,Unterrichte sollen radikal geändert werden: 5-Stunden-Blöcke zu einem Thema mit einem Lehrer-Team und fächerübergreifendem Konzept,das Schuljahr soll in Themen aufgeteilt werden (Projektunterricht, z. B. 9. Klasse: Entdecker und Erfinder)

Witten I :     

Zusammenarbeit mit Witten II angestrebt,einige Blöcke (Epochen) für FOR- und Abi-Zweig gemeinsam (ca. 5), ansonsten getrennte Blöcke,Jahresarbeiten, evtl. Schauspiel in 12. Klasse-    

Düsseldorf:     

Schwerpunktbildung evt. im Handwerk, neues Fach Medienkunde angestrebt, Stimmung bei der Elternschaft pro 12te Klasse, wollen Waldorfschule bleiben,

Windrather Talschule:

kein Abitur, Abiturvorbereitung im Tal-Kolleg, danach Wechsel nach Bochum, Expeditionen für FOR-Schüler mit Vor- und Nachbereitung

Schloss Hamborn : 

Kollegschule und freies Kolleg für soziale Kunst sind geplant bzw. beantragt,Studium generale in Epochen (klassische Epochen), Schlüsselqualifikationen in Wahlkursen (lebenskundliche Grundlagen), Kunstprojekte an verschiedenen Orten,Kulturstudienjahr(e) in 12ter (13ter) Klasse in freier Verantwortung

Mönchen-Gladbach:Auslandsaufenthalte für FOR-Schüler, Expeditionen mit anderen 12ten Klassen, Jahresarbeit, Schauspiel,sind noch auf der Suche-    

Sprecherkreis der Arge (Fr. Heim): Beobachterfunktion

Kückelhaus-Schule Soest:     

noch im Aufbau, hat jetzt 11. Klasse, kann ganz neu gestalten

Wuppertal:

nach beiden Richtungen öffnen, möglichst wenig Differenzierung, da die Klassengemeinschaft Halt gibt und auch den Wunsch verstärkt, in der 12. Klasse zu bleiben, Berufskolleg und/oder Waldorfabschluss – beides wird diskutiert, ist aber offen, Praktika für FOR-Schüler, wenn Abiturienten Intensivkurse haben

Detmold:

Bestimmte Epochen für Abis (in einer Klasse in Deutsch, in der anderen in Mathe) in Klasse 11/12 – in dieser Zeit Praktika für FOR-Schüler, fünf Praktika insgesamt 

Witten II:

Sozial-künstlerische Fächer mit allen Schülern, Theaterprojekte, berufsvorbereitende Praktika, Kollegen überlegen noch, aber Praktika und JA sollen auf jeden Fall hinein

Gladbeck :     

Keine Selektion in Klasse 11,  um alle zu halten, Portfolio, Schauspiel, JAA

Widarschule Wattenscheid:

Ganztagsschule ist Ziel, (viele Schüler wollen bleiben)Frage ist nicht: „Wie gestalten wir die 12. Klasse für die FOR-Schüler?“, sondern „Wie gestalten wir die 12. Klasse insgesamt?“,geplant ist Unterrricht in 1,5-Stunden-Blöcken

Münster:

haben rege Elternschaft, wünschen sich drei Themen:a) klassischen Unterricht, b) Abi-Vorbereitung, c) Lebensvorbereitung,Klassenspiel, JAA, Kunstfahrt, Abizweig, Lebenspraxisunterricht muss anders sein für FOR-Schüler = eigenverantwortliches Lernen in Projekten,Befragung von Schülern/Eltern aus Klassen 10-13 => Ergebnis: mehr Praktika, mehr Politik/Berufskunde erwünscht

Aachen :     

orientieren sich an der Frage: was lebt im Schüler? Was braucht er?

Gummersbach:

FOR- und Abi-Zweig mit gemeinsamen und getrennten Fächern, für FOR-Schüler werden Extra-Fächer angeboten: Informatik, Technik, Pädagogik, Rhetorik, Bewerbungstraining, ect., außerschulische Zertifikate, Portfolioarbeiten,neuer Kreis wurde eingerichtet: „Schule-Beruf-Wirtschaft“ = beschäftigt sich mit Partnerschaftsarbeit (Betriebe, IHK,…) Kontaktpflege

Bergisch-Gladbach :     

entwickeln neues Schulprofil,praktisch-wirtschaftlicher Unterricht (P-W-U) findet für die FOR-Schüler anstelle der zweiten Fremdsprache statt, diese machen Praktika in Zusammenarbeit mit Drogeriemärkten (DM), Seminar-Strukturen mit Modulen für FOR-Schüler, Ergebnisse werden mit Portfolio dokumentiert, Schüler vermissen Politik und lebenspraktische Dinge (z. B. wie fülle ich meine Steuererklärung aus?) als Unterrichtsfach, selbstverantwortliches Lernen ist das Ziel-    

Bochum:

JAA, Schauspiel, Kunstfahrt, Künstlerischer Abschluss, neue Fächer für FOR-Schüler berufsorientiert, Portfolio

Herr Gabriel ergänzte folgende Idee:

13. Klasse sollte auch für FOR-Schüler eingerichtet werden, und zwar als Kulturjahr oder soziales Jahr, wenn Schüler so etwas machen, aber noch in der Schule sind und es von der Schule begleitet wird, bleibt der Familie das Kindergeld erhalten

Die Gestaltung der 12. Klasse ist nicht alleine Thema der Oberstufenkonferenz, sondern betrifft die gesamte Schule!

Hr. de Vries (Bochum) berichtet:

Portfolio soll eine offene, individuelle Gestaltung haben und ein Kompetenzzeugnis sein.

Äußerungen aus dem Plenum:

Problem, das von Eltern gesehen wird: das Wort „Leistungsbewertung“ ist ein Problem, da es eigentlich um Wert-Schätzung geht; eigentlich handelt es sich in dem PF aber um eine direkte Leistungsvorlage.

Kompetent ist derjenige, der sich qualifiziert

Es gibt zu viele Evaluationsfragen, konkrete Fälle (z. B. konkrete Übernahmeverträge) in der Beschreibung sind aber viel wichtiger; das sollte von den Betrieben in die Zeugnisse eingearbeitet werden; Fragen sollen mehr Projekt-begleitend sein und sollen nicht ins Portfolio.

Überprüfbar und bewertbar sind nicht Kompetenzen, sondern Qualifikationen.

Wie kann man einen waldorfspezifischen Kompetenzbegriff aufschlüsseln?

Nächstes Mal Mappen mitbringen, da z. B. Gladbach noch keine Mappe hat!!!

Protokollanten:

Jule-Brigitte Andreae-Fritze, Christiane Schulte-Stumpf

vertretene Schulen: St. Augustin (Hr. Ruge, Fr. Beckmann), Minden (Hr. Schüppe), Wuppertal (Fr. Strasser), Gladbeck (Fr. Kämmereit, Fr. Brettschneider), Dortmund (Hr. Wallmann, auch Sprecherkreis), Mönchengladbach (Fr. Messerschmidt, Hr. Zipperer), Gütersloh (F. Schäfer, Hr. Niewind), Mülheim (Hr. Urbantath), Münster (Fr. Weller, Hr. Schulte), Witten II (Fr. Segler, Fr. Kempe), Schloss Hamborn (Hr. Gabriel, Hr. Vahle), Hagen (Hr. Friese), Bochum (Fr. Quadflieg, Fr. Schulte-Stumpf, Fr. Andreae-Fritze), Witten I (Fr. Mallick, neue Abschlussbeauftragte), Bergisch-Gladbach (Fr. Geisler, Fr. Blecker), Everswinkel (Hr. Poppenberg), Bielefeld (Hr. Lübke)

sowie Frau Heim vom Sprecherkreis und Herr Demisch vom Initiativkreis/Institut

Gesprächsführung: Herr Demisch in Vertretung für Herrn Freitag, der sich ebenso wie die Vertreter einiger anderer Schulen entschuldigen lässt.

1.) Die Schulen berichten aus ihrer Arbeit:

Dortmund:      peilt Kollegschule an; ist an gemeinsamen Standards interessiert

Everswinkel:   hat noch keine 13. Klasse

Schloss Hamborn: hat Interesse an JA-Portfolio; arbeitet an Inhalten der Oberstufe

Wuppertal:   geht auf PF-Abschluss zu, Pf-Arbeit ist angestrebt à Umkrempeln der ganzen Schule ist dafür erforderlich;  evtl. wird Kolleg eingerichtet; Praktika sollen in 12. Klasse für FOR sein

Minden:        Gespräche mit Elternschaft haben stattgefunden, Eltern haben gut Vorschläge gemacht; es gab eine interne Fortbildung, auf der ein Umrisskonzept entwickelt wurde; Abschluss-PF ist angestrebt; einige Fächer werden für FOR- und Abi-Zweig gemeinsam unterrichtet werden; Anfang der 12. Klasse soll die Kunstfahrt, in der Mitte das Klassenspiel und um Ostern herum das JA-Kolloquium stattfinden; gemeinsame Epochen sollen z. B. in Kunstgeschichte gegeben werden; die Abiturienten sollen nur 8 Fächer haben, dazu parallel soll der FOR-Zweig individualisiert auf das Berufsleben vorbereitet werden (z. B. durch Praktika, Firmengründungsprojekte etc.); Klasse soll möglichst zusammen gehalten werden; Eltern begrüßen die Konzeption, machen sich aber Sorgen, wie die Schüler das aufnehmen werden

Gladbach:       Unterricht läuft am Abi orientiert in 10 Fächern, aus denen im Abi gewählt wird; der FOR-Zweig soll mitlaufen, wobei für diese Schüler andere Wege des Leistungsnachweises angestrebt werden; Problem: Waldorffächer und Naturwissenschaften fallen weg, die Kunstfahrt ist als einziges übrig geblieben, für die JA-Darstellung und den Künstlerischen Abschluss ist eine Woche reserviert worden

Gütersloh:       es gibt ein Kompromiss-Problem wie in Gladbach; es soll 5 gemeinsame Kernepochen (die Übersichtsepochen: Faust, Physik, Geschichte, Kunstgeschichte und ?) geben, in den anderen Epochen laufen für die FOR-Schüler Praktika, was auch jetzt schon läuft: es gibt einen Abschluss mit Präsentationen, dabei gibt es eine inhaltliche (aus dem berufspädagogischen Bereich) und eine praktische Vorführung; das Typische der Waldorfschulen soll gestärkt werden, die Schüler wollen auch „Waldorf“ in der Schule; es gibt Präsentationen in bildender Kunst, die JA und den Künstlerischen Abschluss, das 1. Mal Eurythmie (?), die Klassenfahrt ist als Ökologie- oder Kunstfahrt geplant; praktische Schwerpunkte: Holzarbeit, Schmieden, Schneidern, Hauswirtschaft

Mülheim:        seit 3 Jahren läuft eine Arbeitsgruppe mit Eltern, auch ehemalige Schüler berichten von ihrem Weg, es gibt eine Zusammenarbeit mit den 10. bis 12. Klassen; die Schüler sind sehr „verschult“, haben wenig Ideen, was man auch außerhalb von Schule machen kann; das Jahr soll in 6 Blöcke aufgeteilt werden: 1. Block: Klassenspiel ganztägig, nach Ostern kommt bis fast ganz zu den Sommerferien ein ganztägiger Block mit Künstlerischem Abschluss incl. Eurythmie und Musik, dazwischen liegen 5 Kernepochen (Faust, Physik, …), die Schüler können auch außerhalb der 6 Blöcke aus der Schule gehen und Praktika oder Auslandsaufenthalte machen; das Coaching für den späteren Berufseinstieg soll nicht von der Schule übernommen werden, sondern den Fachleuten außerhalb überlassen werden; die Abiturienten haben Blöcke von 18 bis 20 Stunden wöchentlich für die Fächer, die auch im Abi gegeben werden, machen daneben aber auch ihre JA etc.

Bielefeld:        die Jahresarbeiten werden vor den Herbstferien vorgestellt; FOR-Zweig hat Ausweitung der Praktika; die Eltern finden es gut, die Schüler sind zwiegespalten; es wird überlegt, ob es die Möglichkeit der FHR und des Berufskollegs als Fernziel gibt

Schloss Hamborn: in anderen Bundesländern (z. B. in Lübeck und Berlin) ist es gar kein Problem, warum wird es in NRW so problematisiert? Warum soll nur wegen einer Prüfung in D, M, E plötzlich keine 12. Klasse mehr stattfinden? Wir haben für unsere 12 Klassen gute Angebote! In den Stufen der Urteilsfindung von der 9. bis zur 12. Klasse würde ohne die 12. Klasse etwas fehlen! Gefahr: ein Berufskolleg grenzt ein, denn das eigentliche Thema der 12. Klasse ist: „Schau in die Welt“, das Kolleg ist aber nur einer von 60 Wegen zur Hochschulreife!

Einschub von Herrn Demisch: die 12. Klasse kann ohne Abschlusszwänge jetzt endlich wieder strahlen, das ist eine Chance!

Gladbeck:       einige Schüler wollen nach dem Abschluss weg.

St. Augustin:  die Wege, mit denen die Schüler in den Beruf finden, sind sehr unterschiedlich.

Bergisch-Gladbach: viele Schüler werden nach der 11. Klasse ans Berufskolleg gehen und dort FHR machen.

Hr. Vahle (Schloss-Hamborn) gibt Bericht von Gespräch im Ministerium bezüglich der Anträge auf Kollegschulen-Gründung:

                      pro Fachrichtung ist eine eigene Klasse notwendig, die Klassen müssen getrennt werden, da M, D, E fachspezifisch unterrichtet werden müssen,

                     Krefeld nimmt aus diesem Grund Abstand und stellt keinen Antrag mehr, da Kollegklasse und Waldorfklasse nicht verbunden werden können; auch die Mindestschülerzahlen sind ein Problem.

offene Fragen:

** Warum bieten wir in der 12ten Klasse keine Fachhochschulreife an?

** Wie kann der 12ten Klasse ein neuer Glanz gegeben werden?

** Wie bewerkstelligen wir eine allmähliche Verselbstständigung der Schüler durch abneh-

     mende Führung in der 12ten Klasse?

 

Formen der Einbindung von Eltern und Schülern in die Arbeit:

** AG’s mit Eltern und Schülern

** regelmäßige Elternabende

** pädagogische Wochenenden

** spezielle Elternabende 8. – 10. Klasse

** Vorstellung der Konzepte/Fragen der Elternvertreter auf den Elternabenden – dann größere

     Veranstaltungen

** besonders Eltern aus dem berufsbilden Zweig und aus Handwerk und Handel ansprechen

** Schülerbefragungen bei angehenden und Ehemaligen

In den verschiedenen Schulen ist die Elternmitarbeit sehr unterschiedlich, in der Unter- und Mittelstufe ist das Interesse der Eltern noch nicht sehr groß. Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, die Eltern einzubeziehen. Besonders Eltern mit Hintergrund aus dem beruflichen Bildungsbereich sind sehr engagiert in der Mitarbeit.

Auch die Schüler und Ehemalige müssen mit einbezogen werden. Gespräche mit Schülern müssen vormittags stattfinden!

 

Bergisch-Gladbach: Praktika mit mehr als 3 Wochen Dauer sind möglich.

Münster und Everswinkel arbeiten evtl. zusammen; Münster ist gut im Bewerbertraining, was als dreiwöchiger Block angestrebt ist.

Hr. Vahle (Schloss-Hamborn): Berufs- und Bewerbungsbeauftragter wäre gut.

Gütersloh:       Man könnte Lehrer auch zwischen mehreren Schulen wandern lassen.

 

2) Vorbereitungsgruppe für das nächste Treffen ist: Hr. Grieneisen (Hagen), Hr. Demisch, Hr. Schöppe (Minden)

3) Aufgaben der WAB-Konferenz sind:

  • Entwicklung eines Mindeststandards unter Berücksichtigung der Freiheit und aller Unterschiedlichkeiten der verschiedenen Schulen (Bildungsautonomie der einzelnen Schulen).
  • Wahrnehmungs- und Austauschmöglichkeit.
  • Absprachen/Einigung über Kompetenzen.
  • Absprachen/Einigung über Basisinhalte und -epochen (auch in Hinblick auf Europa).
  • Forum für den Austausch von Kollegen unter den Schulen für Gastepochen.
  • Die Schulen sollen sich eingebettet fühlen können in die NRW-Schulgemeinschaft.
  • Es soll ein Schulterschluss ermöglicht werden, der auch die Wirkung nach außen verstärkt.
  • Netzwerk für schulüberreifende Projekte
  • Gemeinsame Abschlussportfoliomappe
  • Sammlung von Schülerwünschen

Dafür müsste aus jeder Schule das Abschluss-PF-Team/der WAB vertreten sein.

4) Als Themen für eine weitere inhaltliche Arbeit wurden genannt:

  • Bericht aus Köln über das Klassenspiel-PF
  • Bericht aus Düsseldorf über die JA
  • Was vermissen/wollen die einzelnen Schulen?

5) Nächste Termine:

    14. Mai 2008, 16:00 – 19:00 Uhr WAP-Konferenz am Institut

    16. Mai 2008 => workshop rund um das Abschlussportfolio in Bochum

    17. Mai 2008 => Symposion in Köln zum Schauspielportfolio

 

J. B. Andreae-Fritze/Ch. Schulte-Stumpf

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Thema: Das Klassenspiel der 12. Klasse als Portfolio-Projekt

Anschließend präsentierte Markus Schulze von der FWS Köln das Klassenspiel der 12. Klasse als Portfolioprojekt, wie es nun bereits seit einigen Jahren in Köln entwickelt und gehandhabt wird: 

Ausgangsfragen: Was lernen die Schüler mit dem Portfolio?

Es sei ein Schritt von Adam zu Eva --> alles auf Anweisung machen zu eigenverantwortlichem Arbeiten

Es beginne mit einem Portfolio-Tag, an dem den Schülern und Schülerinnen (SuS) das Portfolio und die dafür notwendigen Methoden erschlossen würden 

In Köln entsteht aus dem Schauspielprojekt ein Kompetenzportfolio:

  1. Personale Kompetenzen,  z.B. sich selbst als Urheber eines kreativen Prozesses erkennen
  1. Soziale Kompetenzen z.B. zwischen eigenen und fremden Interessen abwägen können.
  1. Methodische Kompetenzen
  2. Fachkompetenzen z.B: Umgang mit Text und Sprache,  „Techniken“ für Bühnenbau, Licht, Maske etc.

Die Schüler teilen sich in Arbeitsgruppen mit folgenden Aufgaben/Kompetenzen ein:

l  Dramaturgiegruppe

  Koordination

  Übersicht/Planung

  Gruppeninteressen müssen artikuliert werden können

  Die Gruppe wird aus der Klasse gewählt, 8-9 SuS, die nach den Sommerferien zwei Stunden im Stundenplan für Treffen zur Verfügung gestellt bekommen und die Projektorganisation betreiben

l  Kostüme

  Voraussetzung: Interesse an Kleidung als Ausdrucksmittel, Unterscheidungsvermögen und Geschmack

  Fähigkeit, den Stellenwert der persönlichen Wünsche in den Zusammenhang mit dem Ganzen zu bringen

  Konfliktfähigkeit

  Teamfähigkeit

  Kompromissfähigkeit

l  Bühnenbild

  räumliches Vorstellungsvermögen

  Kompromissfähigkeit, eigene Entwicklung

  handwerkliches Geschick

  Planungsfähigkeit

  Plastisch-bildliche Kreativität

l  Öffentlichkeitsarbeit

  termingerechtes Arbeiten

  gestalterische Fähigkeiten (Plakat)

  konsequentes Nachfragen

  Terminvereinbarungen treffen und diese nach-/einhalten

l  Probenorganisation

  Kommunikationsfähigkeit

  Reaktionsschnelligkeit

  Verbindlichkeit

  Übersicht

l  Licht/Technik

  Zuverlässigkeit

  systematisches Vorgehen

  geduldige, andauernde Konzentration

  Bereitschaft, jedes Detail zu notieren

  bewegliches Vorstellungsvermögen

l  Schülerregie

  unterschiedliche Vorstellungen koordinieren

  Ideen anderer SuS und Lehrer  verstehen und aufgreifen können

  eigene Ideen formulieren können

  Kommunikationsfähigkeit

  Kompromissfähigkeit

  Ausdauernd konzentriert zuhören können und das Wahrgenommene mitteilen können.

  Vorschläge angemessen formulieren können

 

Die Chronologie des Projektes:

l  Mai bis Ende August: Stücksuche und Stückauswahl

l  bis zu den Herbstferien: Rollenverteilung

l  nach den Herbstferien: Proben und Arbeitsgruppen bis zu der Aufführung

  zwei Probennachmittage

  die letzten zwei Wochen Proben von 8 Uhr bis 17 Uhr

l  Januar: Aufführung

l  Portfoliotage: vom Hauptunterricht bis ca. 15 Uhr

  Einführung

  Rückblick auf die vergangenen (eigenen) Theaterstücke

  Ergebnisse festhalten

  Klären, was den SuS bei einem Theaterstück wichtig ist, festhalten und daraus einen Kriterienkatalog erstellen

  Klären, wie die Klasse dann an ihr Stück kommt

  Verfahren entwickeln, was wie gewählt wird – dabei möglichst knappe Entscheidungen vermeiden

  Besser sei, für alle Stücke der engeren Wahl Konzepte zu entwickeln.

  Rollenverteilung: Jeder Schüler muss auf einem Plakat alle Rollen besetzen

Wichtig: Zeitstruktur des Tages vorher festhalten!

Beurteilung/Portfolio als dialogisches Verfahren, d.h. es besteht aus einer Selbsteinschätzung des Schülers und einer Ergänzung durch den Lehrer. Eine Arbeitsgruppe des Kollegium habe zu klären, wie man die leitenden Fragen für die Selbsteinschätzung für die Schüler formuliere.

Nach der Aufführung sei eine Woche Zeit im Hauptunterricht, um die Portfolios auszuarbeiten

Es folgte ein Gespräch über das Schauspiel als Portfolio:

Die Form, in der eine Lehrerbewertung in das Portfolio einfließt, ist noch nicht geklärt. Momentan schreiben in Köln 1-2 Lehrer ca. 12 Zeilen pro Schüler – da die Arbeit am Portfolio und dem Schauspiel gemeinsam erfolge, vertue man sich da auch nicht und es lägen in der Regel auch realistische Einschätzungen der Schüler vor. Jede Arbeitsgruppe habe Konflikte, die mindestens einmal mit den Gruppenleiter besprochen werden müssten.

  • Die Frage, inwiefern die pädagogische Zielrichtung des Schauspiels, die Begegnung mit sich auf der Bühne, durch das Portfolio gestärkt und intensiviert werde, gerade auf Grundlage der kognitiven Reflexion, fand eine ambivalente Antwort: der künstlerische Prozess auf der Bühne werde durch das Portfolio nicht in die Reflexion (die Gefährdung des Künstlerischen durch die Reflexion wurde recht kontrovers diskutiert) einbezogen – dies sei ansonsten kontraproduktiv. Wir könnten nur an den äußeren Leibern erziehen – nach dem Mondknoten gar nicht mehr. Da das Schauspielerische mit seinen intensiven, einzelprobenden Momenten voll erhalten bleibe und nicht alles dokumentiert werden müsse/könne/dürfe, bleibe es erhalten. Aber im Organisatorischen würden die Schüler freier.
  • Die Übertragbarkeit des Kölner Projektes auf andere Schule und ihre Grenzen wurden thematisiert und als eingeschränkt bezeichnet.
  • Das fehlende Chaos als künstlerische Notwendigkeit wurde angesprochen
  • Die Frage, ob die Frage nach den Kompetenzen „als Modewelle“ kompatibel sei mit der Menschenkunde und den Waldorfspezifika wurde erörtert und eine Lösung gesucht, die die Grenze zwischen sinnvoller und für den künstlerischen Prozess letaler Reflexion zieht. Der Gegensatz zwischen den Polen künstlerisch/menschenkundlich <-> Reflexion wurde angezweifelt, da Reflexion eine vertiefende Betrachtung des Tuns sei, die weiteren Raum für künstlerischer Tun öffne: es wurde ein wesentlich höherer Grad an Engagement der Schüler erreicht, durch den auch schwächere Schüler intensiv in das Projekt eingestiegen seien. Auch werde die Freiheit (gerade im künstlerischen Prozess) gewährt, etwas nicht dokumentieren zu müssen, doch insgesamt begännen die Schüler, das eigene Tun und damit sich selbst ernst zu nehmen.
  • Ein weiterer Aspekt war, dass das Portfolio einen Ansatz darstellt, das (Fremd-)Beurteilen zu überwinden (und die Sache sprechen zu lassen) und die Wahrnehmung des Einzelnen erheblich zu stärken – gerade in der direkten Leistungsvorlage, die das Schauspielprojekt bietet. Konkret bedeutet dies, dass der einzelne Schüler sich ein Gutachten schreibt, welches vom Lehrer nur noch kommentiert wird.
  • Als konkretes Beispiel wurde die Schülerregie besprochen – in der folgende Fragen bearbeitet wurden:
    • Spannung zwischen Egoismus und Gemeinschaft
    • Wie soll ein Stück gespielt werden
    • Vor-/Nachbesprechung der Probe mit Schülern und Lehrern
    • Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Wahrnehmungen der Schüler-Regisseure oft besser an.
  • Lernschleifen und das Reflektieren von Lernprozessen werde schon in den Epochen davor geübt
  • Als Richtungweisend (auch von den Schülern) wurde gesehen, dass die Lehrer sich zurückhalten (und die Theaterproduktion nicht zur Selbstverwirklichung nutze)
  • Reflexionen scheinen unschädlich zu sein, wenn sie auf Beobachtungen beruhen: ein Reglementierungswahn führe eher dazu, dass „Wie-öffne-ich-die-Tür-Pläne“ angefertig wurden. Die Fragestellung, inwiefern der Lehrer sich zurückhalte, wie man mit Seelenfähigkeiten umgehe, ziehe ein großes Gesprächsbedürfnis nach sich. Ziel könne nicht sein, dass die Schüler „nur“ für sich werben wollten.
  • Der Stellenwert der Arbeit sei, dass die Klasse zusammenkomme, dies sollte auch (auch als Qualität der Waldorfschule) nach außen hin sichtbar werden.
  • Nach M. Schulze sei es Hauptgesichtspunkt, dass die Schüler selbst tätig werden können und lernen, selbstständig zu arbeiten. Bereits nach einem halben Jahr seien die Schüler selbst beeindruckt gewesen, was in einem Portfolio möglich sei.
  • Die Frage nach den Zielen nach innen sei auf jeden Fall ein lohnender Ansatz.
  • Entwicklung des Projektes aus der Wahrnehmung heraus, dass es nicht so „toll“ sei, wie gedacht, und deswegen eingegriffen wurde, indem man Reflexionen integriert hat. Dabei wurde schnell die Qualität des „fremden Außenblicks“ sehr deutlich.
  • Die Selbstevaluation sei eine Selbstbewertung, nicht eine Ich-Bewertung
  • Das Portfolio-Schauspiel-Projekt sei eine Neuerung für SchülerInnen wie für Lehrer, die Voraussetzung dafür ist, dass etwas Neues passiere.
  • Wesentliche Fragen seien: Wie entstehen die Schülergruppen? Wie ist der Zeitrahmen? Wie ist das Projekt organisatorisch zu schaffen? Herr Schulze legte dazu eine Zeitleiste vor.
  • Für das Portfolio-Projekt gibt es eine Woche Hauptunterricht nach der Theateraufführung, die der Reflexion und der Erstellung des Portfolios dient – mit dem Klassenziel, die Erkenntnisse an die nachfolgende Klasse weiter zu geben.
  • Der ursprüngliche Ansatz war, dass die Schüler eine Menge leisten, nachdem oder neben dem die Regelschüler den Abschluss haben – aber es ist nicht einfach, diese Leistungen darzustellen.
  • Auch die Lehrer sollten eine Menge schreiben, denn die Schreibkultur sei für die Selbst- wie Fremdwahrnehmung sehr wertvoll. 

Weitere Themen:

1) Herr Damisch stellte das Konzept der WAB-Konferenz vor:

Aufgaben der WAB-Konferenz:

a)     Wahrnehmung der Vielfalt der Oberstufe unter inhaltlichen, methodischen und formalen Aspekten

b)    Absprache über Ziele eines WA, Fragen der „Standards“
Ziel: Wie entscheiden wir, was ein WA ist bzw. was ihn ausmacht?

c)     Netzwerkbildung: Austausch im informellen, personellen und kooperativen Bereich

d)    Weiterbildung der Lehrer in Bezug auf Kompetenz, Lernbegleitung und Portfolio-Methode

e)     Auswirkungen des Waldorfabschlusses: auf die Eltern, das Schulumfeld, die IHK etc.

f)     Informationen der ARGE, LER, Schülerrat

g)    Verbindung zum AK ZdA und APP 2010

 

2) Umstritten ist die Refinanzierung der 12. Klasse, wenn eine Schule kein Abitur anbietet – als Lösung wurde vorgeschlagen, in Kooperation mit einer benachbarten Schule, die zum Abitur führt, in die 12. Klasse auch Schüler aufzunehmen, die (offiziell?) das Abitur anstreben, was insofern gut möglich ist, als laut PO-Waldorf die Schule selbst darüber zu entscheiden hat, wer in die 12. Klasse aufgenommen wird.

Herr Freitag merkte an, dass ab 2011 bis inkl. 11. Klasse die Gesamtschule, ab der 12. Klasse das Gymnasium als Grundlage für die Refinanzierung herangezogen werden. 

Neue Termine:

16.5.2008, 11-17 Uhr – Workshop Portfolio in Bochum

!!!! 30.8.2008, 11-17 Uhr – Workshop Portfolio in Witten (nicht wie ursprünglich gesagt in Düsseldorf, da Herr Glaw verhindert ist – auch das Thema soll laut Informationen des Protokollanten ein anderes sein, ohne dass er das tatsächliche in Erfahrung bringen konnte)!!!!

17. September 2008, 16-19 Uhr, 4. WAB-Konferenz in Witten-Annen, 

Thema: Konzepte für die kommende 12. Klasse, u.a.: wie sehen Konzepte für die kommende 12. Klasse an den Schulen aus? Welcher Unterricht ist für diejenigen Schüler geplant, die nicht das Abitur anstreben?

12. November 2008, 16-19 Uhr, 5. WAB-Konferenz in Witten-Annen, 

Thema: Praktika in der Oberstufe und ihr Beitrag zum Waldorfabschluss

Es waren vertreten die Schulen Minden, Schloss Hamborn, Bonn, Dortmund, Dinslaken, Witten, Bochum, Gladbeck, Haan-Gruiten, Oberberg-Gummersbach, Hagen, Bergisch

Gladbach, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Everswinkel, Münster, das Institut Witten-Annen und der Sprecherkreis.

Sitzungsleitung: Herr Grineisen

 Protokoll: Herr Müller

Zunächst  wurde die Frage gestellt, wer aus der WAB-Konferenz heraus für den neuen Sprecherkreis benannt werden soll. Beratung und Entscheidung in der Nov.-Sitzung.

 

Wie in der Tagesordnung angekündigt, wurden vier Konzepte für „Die neue Klasse 12“ vorgestellt:

  1. Schloss Hamborn – Herr Gabriel,
  2. Oberberg-Gummersbach – Herr Baumann,
  3. Minden – Herr Schröppe,
  4. Bergisch Gladbach – Herr Müller.

Die schriftlichen Exposés sind als Anhang beigefügt. 

Die Konzepte in Schloss Hamborn sind in einer Arbeitsgruppe aus Kollegium und Eltern-schaft entwickelt worden. Ausgangspunkt war zunächst die Idee „Freie Schule für soziale Kunst“ (vgl. S. 1 und 2 des Exposés). Über zwei weitere Stufen – eine Art soziales Jahr und

Eignungsprüfung für künstlerische Studiengänge – gelangte man schließlich zu der Entschei-dung, parallel zu der Abiturklasse ein Berufskolleg  einzurichten (vgl. S. 3 und 4).

Elemente des geplanten Berufskollegs:

-          Genehmigung beantragt nach der offiziellen Stundentafel (vg. BASS);

-          die vorgegebenen Lehrpläne sind umsetzbar;

-          Kurse für die berufliche Qualifizierung z.T. auch mit Waldorfausrichtung möglich;

-          bei ca. 20 Schülern finanzierbar;

-          die allgemeine FHR (vgl. S. 3) ermöglicht alle Studiengänge;

-          bei FH - Bachelor-Abschluss gleichzeitig allgemeine Hochschulreife;

-          Lehrer müssen Sek. II – Berechtigung haben (aus dem jetzigen Kollegium möglich);

-          Klassenfahrt und Klassenspiel zusammen mit der Abiturgruppe;

-          zurzeit 15 Aspiranten.

 

Fragen an dieses Konzept: Wann endet die Waldorfschulzeit? Wo bleibt der Waldorf-Abschluss?

Das Konzept der FWS Oberberg-Gummersbach wurde in einer Arbeitsgruppe des Kollegiums

entwickelt, u.a. nach einer ausführlichen Schülerbefragung.

Ein wesentliches Element dieses Konzeptes ist die Zweitepoche ab Kl. 11 (dreimal wöchent-lich je 2 Stunden). Die „Zuordnung“ zu den unterschiedlichen Gruppen (neue Kl. 12 bzw. Abitur) erfolgt in der Klasse 11 nach Weihnachten.

Die Arbeitsgruppe für das Konzept der FWS Minden, in der auch Eltern tätig waren, hat sich eineinhalb Jahre lang einmal wöchentlich getroffen..

Elemente dieses Konzeptes sind:

-          kein Fächerkanon mehr;

-          die gesamte Klasse 12 ist möglichst viel zusammen;

            -    Individualisierung (vor allem im Nachmittagsbereich);

-          Waldorfabschluss für alle.

Elternschaft) erarbeitet. Wesentliche Elemente sind die Projekte, d.h. das Arbeiten möglichst unabhängig von den bisher üblichen Stundenplänen, und das Langzeitpraktikum. Bei den Projekten ist Das Konzept der FWS Bergisch Gladbach wurde von der Profilgruppe (Vertreter aus Kollegium und eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Schulen geplant und bereits vorbesprochen.

Im abschließenden Gespräch ergaben sich folgende Voten bzw. Fragen:

-          Welche menschenkundliche Begründung gibt es für die (neue) Klasse 12?

-          Was ist dabei waldorfspezifisch?

-          Welches „Gesicht“, welches „Flair“ soll die (neue) Klasse 12 haben?

-          Was bedeutet es, wenn wir hinsichtlich der Klasse  12 von Reifung sprechen?

-          Wie kann die Entwicklung der Persönlichkeit und Individualität gefördert werden, mit welchem Ziel?

-          Waldorfabschluss bedeutet, zu dokumentieren, was man kann, welche Kompetenzen man erworben hat – eine Prozessbeschreibung.

-          Auch für die Abgänger aus Klasse 11 sollte es einen Portfolio-Abschluss geben – keine Diskriminierung.

Als Termine für die nächsten Konferenzen wurden festgelegt:

12. November 2008,  21. Januar 2009 und 11. März 2009, jeweils 16.00 -19.00 Uhr in Witten-Annen. 

Zu den Themen der nächsten Konferenz am 12. November 2008 vgl. die beiliegende Einladung.  

vertretene Schulen: St. Augustin (Hr. Ruge, Fr. Beckmann), Minden (Hr. Schröppe), Wuppertal (Fr. Strasser), Gladbeck (Fr. Kämmereit, Fr. Brettschneider), Dortmund (Hr. Wallmann, auch Sprecherkreis), Mönchengladbach (Fr. Messerschmidt, Hr. Zipperer), Gütersloh (F. Schäfer, Hr. Niewind), Mülheim (Hr. Urbantath), Münster (Fr. Weller, Hr. Schulte), Witten II (Fr. Segler, Fr. Kempe), Schloss Hamborn (Hr. Gabriel, Hr. Vahle), Hagen (Hr. Friese), Bochum (Fr. Schulte-Stumpf, Fr. Andreae-Fritze), Witten I (Fr. Herrmanns, Fr. Mallick, neue Abschlussbeauftragte), Bergisch-Gladbach (Fr. Geisler, Fr. Blecker), Everswinkel (Hr. Poppenberg), Bielefeld (Hr. Lübke), ??? 18 Schule aus NRW anwesend

Herr Demisch vom Initiativkreis/Institut, Herr Freitag

Gesprächsführung: Herr Schröppe

 1.) menschenkundliche Gesichtspunkte zur 12. Klasse:

Herr Grieneisen stellt anhand eines Textes von Rudolf Steiner aus der Theosophie 7 Regionen dar, die der Mensch nach dem Tode durchläuft (s. Anlage).

 2.)  Vorstellung des Konzeptes des Windrather Talkollegs :

Es gibt verschiedene prägende Elemente, die im Folgenden dargestellt werden. (Bewerbung für das Kolleg, Expeditionen, Mentorenschaft, Präsentationen)

Geschichte: Die Schule sollte zunächst nur 8 Klassen umfassen, dann erschien es aber sinnvoll, die Schulzeit auf 10 Jahre zu verlängern. Dann haben die Schüler sich aber entschieden, ihre Schulzeit gemeinsam zu Ende bringen zu wollen. Daraus ist das Talkolleg entstanden. In der Mitte der 10. Klasse entscheiden sich die Schüler nach Beratungsgesprächen, an der Schule bleiben zu wollen und bewerben sich für die Aufnahme ins Talkolleg. Daraus entsteht eine partnerschaftlichere Atmosphäre, die das Kolleg prägt. Die gesamte Schulzeit stand unter dem Motto: vom Spiel zur Arbeit. Es gibt einen angegliederten Bauernhof, auf dem die Schüler ebenso arbeiten wie in handwerklichen Projekten.

In der 11. und 12. Klasse gibt es insgesamt 6 Expeditionszeiten von jeweils mind. 4 Wochen Dauer. In dieser Zeit findet kein Unterricht statt. Es finden Berufsfindungspraktika ebenso statt wie Auslandsreisen und -aufenthalte (China, Kalkutta, Tansania etc.). Dabei geht es bewusst nicht „nur“ um Praktika, sondern um Forschungsreisen. Es findet eine intensive Vorbereitung statt, in der Fragestellungen für die Expedition entwickelt werden.

Die Zeit der Expedition wird während der Fahrt und rückblickend von den Schülern ausführlich und in individueller Form dokumentiert, so dass 6 ausführliche Portfolios entstehen. 

Begleitet wird der Schüler durch ein engmaschiges Mentorensystem: es gibt in dem Kolleg drei Mentoren (können auch mehr sein), von denen sich jeder Schüler einen auswählt. Alle zwei bis drei Wochen findet ein Mentorengespräch statt, in dem die Expeditionen geplant, schulische Lernsituationen besprochen und die Frage bewegt wird: „welcher Lerntyp bist du?“ Dieser Mentor beleitet den Schüler für mindestens ein Jahr. Das Mentorenteam übernimmt die Rolle des Klassenbetreuers, den es im Talkolleg also nicht gibt.

Zu den Portfolios bekommen die Schüler Rückmeldungen von anderen (Schüler, Lehrer, Eltern, etc.). Die PF’s werden jeweils präsentiert, und zwar vor folgenden „Gremien“:

1.      Exkursion: vor der Mittelstufe

2.      Exkursion:  große öffentliche Präsentation

3.      Exkursion: Prüfungsgespräch, für das die Schüler sich selber ein Prüfungsgremium aus 5 Personen einladen: je ein Schüler, Lehrer, Elternteil, der Mentor sowie eine weitere frei wählbare Person. Dem Prüfungsgremium werden zwei PF’s vor der Präsentation zugeschickt, so dass sie sich auf das Gespräch vorbereiten können. Aus dieser 3. Präsentation gibt es keine Rückmeldung an die Lehrer.

4.      Exkursion: Das Kollegium lädt eine Prüfungskommission unter der Fragestellung ein: „welche Gesprächspartner wünschen wir uns für diesen Schüler?“

5.      Exkursion: ebenso

6.      Exkursion: ebenso. Die letzte Prüfung wird auf der Basis eines Abschlusskolloquiums (Vortrag in großer Runde, danach Prüfungskolloquium) durchgeführt und flankiert von dem Künstlerischen Abschluss. Das entspricht insgesamt dem Ende der Talkolleg-Zeit.

-     Finanzierung der Exkursionen: Die Schüler verwalten selber einen Fond (wie wird er gespeist?)

-     Es sind derzeit 22 Schüler im Talkolleg.

-     Es gibt keine Stundendeputate mehr, d. h., die Stunden, die die Kollegen geben, werden nicht gezählt, sondern jeder unterrichtet mit einer individuell abgesprochenen Arbeitsbelastung.

-     Die teilzentralen Prüfungen in Klasse 11 finden genauso wie in anderen Schulen statt.

-     Es gibt die Überlegung, das Talkolleg in eine oder zwei tiefere Klassen auszubauen, dann nach der 11. Klasse zu beenden und die 12. Klasse in Zusammenarbeit mit Haan-Gruiten als Kollegschule laufen zu lassen.

-     Einige Schüler wechseln nach der 12. Klasse nach Bochum, um dort das Abitur zu machen, was bisher reibungslos ablief. Die Schüler bereiten sich in Arbeitskreisen in den Fächern mit inhaltlicher Absprache mit den beteiligten Kollegen in Bochum vor.

-     Es gibt keine Jahresarbeit, aber alles steht unter dem Motto: „Finde deinen eigenen Abschluss, deine eigenen Themen, deine eigenen Projekte, etc.!“

-     Praktika, in denen Schüler nur beobachten/zuschauen können (z. B. Physiotherapeut) sind in der Regel nicht so gut geeignet.

-     Es gibt Organisationen, mit denen man bezüglich der Exkursionen zusammenarbeitet (z. B. mit Idem), aber auch mit Stiftungen (Orizon betreut sehr gut), außerdem gibt es kOntakte zu Handwerkern.

-     Auch für „Behinderte“ werden Lebensplätze und –perspektiven gefunden.

 

Stundenplan:

8:00 – 10:30 Uhr: Lernwerkstätten, hier wird frei von Prüfungsdruck an Themen und Methoden gearbeitet.

danach 60 Min.: Fachstreifen, in denen die Prüfungsmethodik differenziert in Nicht-Abiturienten und Abiturienten erarbeitet wird. Schüler haben die Gewissheit: „es wird für mich in Bezug auf die Abschlüsse gesorgt“. Das gibt ihnen die Freiheit, sich auf anderes einzulassen.

                                 Das ist auch für die 9. und 10. Klasse denkbar.

danach:                     Fremdsprachen und selbstständige Arbeit

14:30 – 16:00 Uhr:   2. Epochenstreifen

3.)  Vorstellung des Konzeptes von Dinslaken:

Das Kollegium ist in der Planung von menschenkundlichen Überlegungen ausgegangen: die Denk- und Phantasiekräfte der 12.-Klässler sind sehr stark, laut Steiner sind sie aus der geistigen Welt wie heraus geworfen und können nun nur aus einem eigenen Impuls diesen Zugang wieder finden. Schule muss also Räume schaffen für ein selbstständiges Suchen und Finden!

Außerdem soll Schule den Übergang in die Berufswelt bzw. in das Studium unterstützen.

Nachdem man zwischendurch auch mal den Versuch gemacht hatte, das Klassenspiel in die 11. Klasse zu legen, liegt es nun wieder in der 12. Klasse. Das war mit von der Äußerung der Schüler bestimmt: „Ohne Schauspiel bleiben wir nicht in der 12. Klasse!“

Beschluss: Jahresarbeiten und Schauspiel gehören in die 12. Klasse!

Die Jahresarbeit soll im Wesentlichen wie in Düsseldorf ablaufen, die Präsentationen finden im März statt. Der Eurythmie-Abschluss findet im Februar statt, danach entscheiden sich die Schüler in freier Wahl für ein Schauspiel- oder ein Eurythmieprojekt, das am Ende der 12. Klasse stattfindet. Die Vorbereitung dieses Projektes dauert 4 Tage pro Woche. Während dieser Zeit gibt es eine Freiepoche in den Gewerken. 3 Wochen vor den Aufführungen beginnen die Intensivproben. Der Künstlerische Abschluss findet für alle Schüler gemeinsam statt.

Es gab zunächst immer nur 1 Std. Musik und 2 Std. Eurythmie, jetzt gibt es auch 6 Std. handwerklich-künstlerischen Unterricht (Malen, Steinhauen, Schreinern) ganzjährig als Pflichtfach, sowie 2 Stunden Musik, Religion und Eurythmie für alle gemeinsam.

Es wird in zwei Zweige differenziert. Die Schüler entscheiden sich nach dem 1. Halbjahr der 11. Klasse entweder für den berufsorientierten oder den Abi-vorbereitenden Kurs. Die Wahl wird durch Lernberatungsgespräche und gemeinsam mit Schülern und Eltern besprochen.

In der 11. Klasse gab es ein 3-Wochen-Sozialpraktikum.

Der berufsorientierte Zweig beginnt mit einem Praktikum, während die anderen Intensiv-Unterricht haben. Nach dem Praktikum besuchen die Schüler weiterhin immer an einem Tag in der Woche den Praktikumsplatz und werden so intensiver in die Arbeitswelt eingebunden. An diesem Tag haben die Abiturienten einen Intensiv-Tag mit Englisch, Deutsch, Mathe etc. Das bedeutet, dass jede Epoche nur 4 Tage pro Woche dauert, aber dementsprechend vier Wochen lang ist.

Die Elternschaft unterstützt die Schule durch eigene Betriebe. Es findet eine intensive Praktikumsbetreuung statt. Ein Großteil der Schüler hat eine Lehrstelle.

Die Handwerkskammer in Düsseldorf bietet ein –Einsteiger-Qualifikationsjahr für die Schüler ohne Ausbildungsstelle an. Angeboten werden dabei Module mit Inhalten des 1. Lehrjahres. Es wird durch die Agentur für Arbeit finanziert, so dass die Betriebe keine Kosten haben und die Schüler große Chancen auf die Übernahme ins 2. Lehrjahr besitzen, so dass Lehrzeit eingespart wird. Laut Herrn Fuhrmann (Handwerkskammer D’dorf) ist das in Zusammenarbeit mit den Schulen möglich: die Lehrer bieten die Module an, die dann durch eine Zertifizierung der Handwerkskammer D’dorf staatlich anerkannt werden. Die Schüler können also in der Schule bleiben und sich qualifizieren, ohne ein Jahr zu verlieren.

6 Epochen werden für beide Zweige gemeinsam unterrichtet: je eine Deutsch- Physik-, Geschichts- Erdkunde-, Chemie- und Biologie-Epoche. Mathematik wird schon differenziert: Die 1. Mathe-Epoche findet während des Startpraktikums des berufsorientierten Zweiges (1. Epoche) statt,  und auch die 2. Epoche ist nur für die Abiturienten.

Frage: Was machen die Schüler noch freiwillig? 5 Std. pro Woche füllen die Schüler des berufsorientierten Kurses durch Rhetorik-Kurs, Erwerb von PC-Kenntnissen etc. Der berufsorientierte Zweig ist absolut praxisorientiert und soll auf jeden Fall, auch nur mit 1 Schüler stattfinden. Wahrscheinlich werden es auch nur 5 Schüler sein.

Das Gesamtstundenvolumen für die Schüler beträgt 38 SWS.

 4.) Allgemeines:

-    Idee (Fr. Schulte-Stumpf): Ein „Vorlesungsverzeichnis“ mit dem Angebot aller Schulen erstellen, so dass die Schüler auch Angebote an anderen Schulen „buchen“ können.

-     noch zu bearbeitende Fragen:

      Welche Schlüsselqualifikationen können erworben werden?

      Was meinen wir heute mit dem Wort „Jugend“

-  Witten I und Witten II wollen in der 12.Klass-Gestaltung zusammenarbeiten und haben ein Auslandsworkcamp geplant.

Protokoll: Andreae-Fritze

1.       Bericht zur Situation der 12.Klassen der Waldorfschulen in NRW
Es wurden die Entwicklung der Schülerzahlen von der 11. Kl. 08/09 zur 12. Kl 09/10 präsentiert. (siehe Auswertung)
Einige Schulen berichteten von Initiativen und konkreten Maßnahmen vor Ort
2.     Darstellung des Abschluss – Portfolios als Waldorfabschluss

Beiträge von de Vries und Glaw:

·         Vorstellung der Portfolio-Mappe als Ergebnis des 2-jährigen Initiativkreises

·         Grundlage: Kompetenzmodell

·         Aufgabe: Erarbeitung eines Kompetenz-Gutachtens

·         Projekt Internetportal : www.waldorfabsolventen.de

·         Wunsch: Erweiterung auf andere Schulen

·         Bericht von bisherigen, positiven Erfahrungen mit der Wirtschaft (Großunternehmen)

3.       Diskussion/Hinweise

·         Die Kosten der Mappe liegen voraussichtlich zwischen 20 und 30€

·         Die Portfolio-Mappe ist nicht gleichbedeutend mit einer Bewerbungsmappe, sie dient der mündlichen Bewerbung bzw. als strukturierte Sammelmappe erworbener Fähigkeiten und Kompetenzen

·         Qualitätskriterien für den Waldorfabschluss konnten im Rahmen des Initiativkreises bislang inhaltlich noch nicht allgemein formuliert werden:
Die Schulen können und sollen eigene Abschlüsse bzw. Schwerpunkte entwicklen

·         Die Gleichwertigkeit der Abschlüsse nach außen ist weiterhin eine bildungspolit. Frage

4.      Hinweis auf weitere mögliche Gründungen von Berufskollegs an Waldorfschulen
Initiative im Raum Köln-Bonn

5.    Diskussion um die Weiterarbeit des WAB-Kreises, mögl. Themen

Es müssen weitere Fragehorizonte entwickelt werden

·         Diskussionsbedarf um Tendenzen  an Waldorfschulen:
z.B.  „Abbröckeln des praktischen Lernens“
Menschenbild und Kompetenzentwicklung

·         Vertiefung der  „Abschlussfächer“

·         Vereinbarung: Beim nächsten Mal soll eine Übersicht und Zusammenschau der gegenwärtigen Angebotsinhalte der 12Kl. an den Schulen erstellt werden

6.    Nächster Termin:  2.12.09 16.00h Witten-Annen
Gabriel, Schloss Hamborn

1. Aktuelles aus den Schulen zur Neugestaltung der 12. Klasse

Dinslaken: kein neuer Stand, Konzept wurde bereits dargestellt

Witten: 2-4 beruforientierte Schüler, werden mit Projekten betreut, kein extra Unterricht

Hagen: Jahr in 4 Quartale eingeteilt, Kunstfahrt am Anfang, Portfolioabschluss am Ende, viel Einzelbetreuung, ev. 3 Tage Schule + 2 Tage Praktikum, 12-14 Schüler

Wuppertal: Epochen sollen weitgehend erhalten bleiben, Waldorfevents übers Jahr verteilt,                 Klassenspiel am Anfang, Praktikum im 2. Quartal, 3. Quartal gemeinsame  Epochen, während der Zeit Auslandsaufenthalt für Abiturienten möglich, am Ende Kunstfahrt, Schülerzahl ganz offen

Bergisch-Gladbach: Konzept wurde bereits ausführlich vorgestellt, vier Schüler wollen 11. Klasse wiederholen um FOR zu schaffen, dadurch wird berufsorientierter Zweig wohl nicht stattfinden, Treffen der Schulen aus Köln-Bonner Raum soll trotzdem fortgesetzt werden

Gummersbach: Konzept wurde bereits ausführlich vorgestellt, biografische Beratungsgespräche werden im 2. Halbjahr zur Praktikumsvorbereitung etc stattfinden

Bonn: im ersten Halbjahr stark Waldorfaktivitäten (Klassenspiel, Künstlerischer Abschluss, künstlerische Fächer) für alle Schüler gemeinsam, im zweiten Halbjahr Differenzierung in abitur- und berufsorientierten Zweig, Klassenfahrt am Ende, ca 5 Schüler

Mönchengladbach: Epochen teils zusammen, teil getrennt, ev. 4 Tage Unterricht + 1 Tag  

Everswinkel: Abitur wird nicht angeboten,  für die nächsten 2 Jahre wird auch 12. Klasse  ausgesetzt

Anmerkung von Herrn Müller: Schüler brauchen für Aufnahme in Berufsfachschule keine Qualifikation, wenn sie dort aber später Abitur machen  wollen, ist doch eine Qualifikation notwendig. Darauf sollten Schüler hingewiesen werden.

Anmerkungen von Herrn Freitag:

  1. Schüler, die in der ganzen 11. Klasse einen Auslandsaufenthalt machen, können nach der 12. Klasse FOR ablegen. Schüler, die nur im 1. Halbjahr im Ausland sind, dürfen am Ende der 11. Klasse FOR ablegen. Es müssen allerdings Leistungen in allen Fächern z. B. durch eine Feststellungsprüfung nachgewiesen werden.
  2. Schüler mit Behinderungen (z.B. Rechtschreibschwäche) können einen Nachteilsausgleich erhalten. Ein Antrag muss über die Schule an die Bezirksregierung gestellt werden. Bezirksregierung kann nachfragen, was bisher als Nachteilsausgleich gewährt wurde. Dieses muss dokumentiert worden sein.
  3. Ab dem nächsten Schuljahr wird die 12. Klasse wie Sek II refinanziert. Kollegen der nicht waldorfspezifischen Fächer brauchen dann in der 12. Klasse die Sek II Befähigung. Für alte Kollegen gilt Bestandsschutz.

Hinweise von Herrn Freitag:

  1. Am 29.–31.1.09 findet in Schloss Hamborn eine erweiterte Delegiertentagung mit dem Thema „Kompetenzerwerb an Waldorfschulen statt“. Ein Buch zu dem Thema ist im Druck. Ein Folgeprojekt mit dem Thema „Wie werden die Kompetenzen evaluiert“ ist in Vorbereitung.
  2. Im Herbst findet eine Tagung zum „Internationalen Baccalaureat (IBO)“ statt, was an der Waldorfschule Luxemburg bereits umgesetzt wird.

Herr Bretschneider berichtet zur Gestaltung der 12. Klasse in Gladbeck. Sein Bericht liegt als Anlage bei.

3. Bericht der Steuerungsgruppe Abschlussportfolio-Projekt

Herr de Vries berichtet von der Arbeit der Gruppe. Sein Bericht liegt als Anlage bei.

Ergänzungen:

Das Handbuch zum Abschlussportfolio steht unter www.i-p-l.info zum Download zur Verfügung.
Jede Schule sollte sich das Abschlussportfolio zertifizieren lassen. Damit wird geprüft, ob die Wirklichkeit dem Anspruch genügt, ob die Qualität dauerhaft gewährleistet ist etc..

Die Zertifizierung kann ein erster Schritt für eine staatliche Anerkennung des Waldorfabschlusses sein. Die Zertifizierung kann von Herrn Ackermann (Social Cert) durchgeführt werden. Kosten über 2 Jahre: 10.000,- €.

Auch auf europäischer Ebene (Comenius Projekt) wird an dem Thema „Abschlussportfolio“ gearbeitet.

Auch wenn alle Waldorfschulen ihre individuellen Ausprägungen behalten wollen, sind Gemeinsamkeiten beim Portfolio möglich. Verbindliche Inhalte könnten sein:

-          Abschlusszeugnis

-          Schülerarbeit (Abschlussarbeit)

-          Praktika

-          Projekte (Schauspiel, Abschlussfahrt, AGs etc)

-          Außerschulische Leistungen

-          Individuelles Kompetenzportfolio der Oberstufe

Kompetenzfeststellungsverfahren: Anforderungsprofil, Schülerselbstreflektion, Fremdevaluation

Das nächste Treffen findet am 11. März 2009 statt.

Protokoll: Werner Merker

1. Berichte aus den Schulen

 

  • RSS Bochum berichtet von der Tagung zum Abschluss-Portfolio und stellt eine neue Broschüre vor.
  • Bericht von der Tagung zum Thema „Inklusion“ an der FWS Köln.Einzelne Schulen berichten über ihre Konzepte für die 12. Klasse (berufsorientierter  Zweig).
  • Insgesamt ist eine leichte Abnahme der Schülerzahlen festzustellen.Die FWS Haan-Gruiten berichtet über Zeitabläufe und pädagogisches Konzept des geplanten Waldorf-Berufskollegs für Technik/Naturwissenschaften. Die Genehmigung der Bezirksregierung liegt vor, der erste Jahrgang des Berufskollegs startet zum Schuljahr 2010/11. Fragen zur Durchführung (Genehmigungen, Raumplan, Unterrichtsorganisation) werden beantwortet. 

2. Aussprache

 

  • Diskussion über die Perspektiven für das nächste Schuljahr in Anbetracht der geringen Schülerzahlen. Frage auch nach Deputaten und Kosten.
  • Vorschlag der Vernetzung und regionalen Zusammenarbeit. Welche Probleme ergeben sich dabei?
  • Ab wann können bzw. sollen Unterrichte leistungsdifferenziert sein (im Hinblick auf das Abitur)?
  • Frage nach der Bewertungsgrundlage in der Klasse 12. Auf welcher Basis wird benotet?
  • Hinweis auf die Notwendigkeit eines neuen Gesamtkonzeptes für die Waldorf-Oberstufe
  •     Gisela Beck, Thomas Mink, Dietmar Müller

1. Berichte aus den Schulen

FWS Haan-Gruiten: Trotz Beginn des Waldorf-Berufskollegs (WBK) 2010 soll die Klasse  12 möglichst auch als ganze erhalten bleiben. Vorbereitend zum WBK gibt es in den Kl. 9 und 10 das Projekt Berufskunde.

RSS Düsseldorf und FWS Minden: Kl. 12 wird erst zu den Osterferien geteilt.

RSS Bochum: Kl. 12 bleibt möglichst als ganze zusammen, d.h. mit dem berufsorientierten Zweig.

2. Waldorf-Berufskollegs

Sie sind keine Konkurrenz zu den berufsorientierten Zweigen, sollten aber auch nicht so betrachtet werden!

Zu Beginn des kommenden Schuljahrs sollen in einer Informationsbroschüre möglichst alle Angebote der NRW-Waldorfschulen dargestellt werden, so dass sich die Schüler/-innen  und deren Eltern einen Überblick verschaffen und wählen können.

3. Arbeit an einem neuen Oberstufenkonzept

Im Gespräch wurde deutlich, dass es nicht nur darauf ankommt, frühzeitig, gut und über-zeugend auf die Angebote für die Kl. 12 vorzubereiten, sondern dass es hinsichtlich der geänderten Rahmenbedingungen eines Gesamtkonzeptes für die Kl. 11 und 12 bzw. für die gesamte Oberstufe und für den Waldorfabschluss bedarf. Bei dessen Ausarbeitung sollten auch die Eltern (und Schüler/-innen?) mit einbezogen werden.

4. Waldorf-Abschlussportfolio (WAP)

Herr de Vries berichtet über den Stand der Arbeit an diesem Projekt. Vgl. auch die beigefügte Liste der 14 am Projekt teilnehmenden Schulen. Im kommenden Schuljahr könnte sich die Zahl auf 20 erhöhen.

Herr Demisch regt in diesem Zusammenhang die Einrichtung von Fachschaften an hinsichtlich der Themen Kompetenzen und Einarbeitung.

Im Gespräch  wird darauf hingewiesen, dass es sinnvoll sei, einerseits Standards („Essentials“) für das WAP zu entwickeln und andererseits auch auf eine Vergleichbarkeit der WAPs zu achten.

Die RSS Düsseldorf arbeitet im Rahmen WAP eng mit Unternehmen sowie Verbänden zusammen und strebt das Siegel berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule an (vgl.dazu: www.berufswahlsiegel.nrw.de/ ).5. Zeugnisse in und am Ende Kl.12

Vgl. hierzu das Schreiben an die Abschluss- und Abiturbeauftragten vom 25.01.2010 (Kopie noch einmal anbei).

6. Nächste WAB-Konferenz: Mittwoch, 14. April 2010, 16 – 19 Uhr in Witten-Annen

Dietmar Müller

1. Berichte aus den Schulen

Aus den Berichten ergaben sich folgende Frage- und Problemstellungen

 

  • In einigen Abiturvorbereitungszweigen der Kl. 12 werden die künstlerischen Fächer und  z.T. auch die Fächer Biologie und Chemie (soweit nicht abiturrelevant) in Frage gestellt.
  • Die beiden Zweige der Kl. 12 sind z.T. nur schwer miteinander zu verbinden.
  • In beiden Gruppen der Kl. 12 gehen Schüler/-innen ab, sobald sie 18 Jahre alt geworden sind.
  •  Das Waldorf-Abschlussportfolio findet in der Klasse 12 wenig Anerkennung (Bonn).
  • Von denen, die nach der Klasse 11 (mit FOR) die Waldorfschule verlassen, gehen viele an ein staatliches Berufskolleg.
  •  Der Waldorfabschluss ist noch nicht „etabliert“, d.h. noch kein allgemein anerkannter Impuls.
  • Vor allem in den berufsorientierten Zweigen der Kl. 12 ist ein ganz wesentliches Element die persönliche Betreuung der Schüler/-innen (Coaching, Tutoring) mit den Zielsetzungen Berufsorientierung, Berufsberatung, Persönlichkeitsentwicklung.
  • In der RSS Dortmund wird dazu auch im kommenden Schuljahr Frau Rixner ein Teildeputat übernehmen. Frau Rixner will in Witten-Annen einen Kurs zur Gesprächsführung anbieten: Wie begleite ich Oberstufenschüler/-innen, ausgehend von deren Stärken?

 

2. Grundsätzliche Überlegungen

Ausgehend von den einzelnen Berichten ergaben sich folgende Fragen und Anregungen.

Das „Wegbrechen“ von Fächern (s.o.) zeigt, dass einerseits zu sehr von den Abschlüssen her gedacht wird und andererseits ein Gesamtkonzept fehlt bzw. entwickelt werden muss

Die grundsätzliche Frage ist dabei: Was wollen wir in der Oberstufe erreichen? Was sind unsere eigenen, von den staatlichen Abschlüssen unabhängigen Zielsetzungen („die innere Seite unseres Abschlusses“)? Was sind unsere Besonderheiten?

Für die konkrete Ausgestaltung der Oberstufe ergaben sich folgende Anregungen: ein größeres Zusammenwirken bzw. Ineinandergreifen der Fächer;

 

  •          mehr auf die Entwicklung von Kompetenzen achten;
  •          mehr von dem ausgehen, was eine Klasse braucht (spezieller, individueller Ansatz);
  •          die eigenen Lern- und Arbeitsprozesse reflektieren 

  • Die nächste WAB-Konferenz: Mittwoch, 9. Juni 2010, 16 – 19 Uhr in Witten-Annen soll diese grundsätzlichen Überlegungen aufgreifen und weiterführen unter den Themen: Entwicklung der Urteilskraft, Weiterentwicklung der Waldorf-Oberstufe, jeweils beginnend mit der Klasse 9 bzw. aufbauend auf  Neuansätzen der Mittelstufe.

Dietmar Müller

Vorgesehene Tagesordnungspunkte waren:

  1. Kurze Berichte aus den Schulen
  2. Pädagogische Fragen der Oberstufe: am Beispiel "Stufen der Urteilsbildung"
    Einführung durch Frank de Vries zum Thema 9. Klasse
  3. Berichte der Schule mit Abschlussportfolio
  4. Auswertung der Umfrageergebnisse (Dietmar Müller)
  5. Weitere Aufgaben der WAB-Konferenz
  6. Termine 2011

zu TOP 1:

Herr de Vries verteilte den „Zwischenbericht zum Abschlussportfolio der Waldorfschulen in NRW im Schuljahr 2009-2010“ der 16 zur Zeit aktiven Projektschulen.

Verweis auf das parallel verlaufene Comenius-Projekt auf europäischer Ebene, das eine europäische Hochschulzugangsberechtigung auf Basis eines Waldorfabschlussportfolios anstrebte, woran 12 Schulen aus 8 Ländern beteiligt waren (mit dabei die deutschen Schulen aus Bochum und Potsdam). Auch hierzu gibt es eine Mappe und ein Handbuch, das als Internetscreen einsehbar ist und herunter geladen werden kann. 

Literaturhinweis zum Kompetenzportfolio:

Brater, Michael; Haselbach, Dieter; Stefer, Antonia: Kompetenzen sichtbar machen. Um Einsatz von Kompetenzportfolios in Waldorfschulen (Kulturwissenschaftliche Beiträge der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Bd. 6), Frankfurt/M 2010 (Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften).

 

zu TOP 2:

Herr de Vries führte zunächst in menschenkundliche Überlegungen zur Problematik bzgl. der Selbstreflexion von Schülern der 9. Klasse und anschließend in den Aufsatz „Stufen der Urteilskraft. Praktische- theoretische – beseelte – individualisierte Urteilskraft“ von Wilhelm Rauthe ein. 
Dem darauf folgenden Austausch lagen zunächst zwei Zitate aus dem Rauther-Text zugrunde - zum einen:
 „Die Welt in Raum und Zeit will praktisch durchdrungen werden und ist daher der Gegenstand, an dem praktische Urteilskraft entwickelt werden kann. ‚Praktisch’ meint hier nicht technisch richtig oder technologisch. Die wahre Praxis ist das verständnisvolle Umgehen mit einer Sache, indem alle ihre möglichen Beziehungen mit berücksichtigt werden, das Behandeln eines Teiles der Welt im Sinne des Weltzusammenhangs.“ (Textauszug S. 1f) 
und zum anderen: „Die Welt als Schicksal auf das eigene Ich beziehen und hinter der Handlung das Ich des anderen sehen können, das ist die andere Seite der Lebenspraxis und damit Bereich der praktischen Urteilskraft.“ (Textauszug S. 2).

Es wurde darauf hingewiesen, wie wichtig für die Schülerinnen und Schüler der 9.Klasse der Bezug zum Praktischen sei: Zum einen, um den Sitz im Leben zu sehen und zum anderen, um auch den anderen beim Tun zu beobachten und sich beobachtend zu vergleichen. Inhaltlich sollte Bezug zur Realität der Schülerinnen und Schüler genommen werden. Hierzu wurden Beispiele aus dem Physik-, Biologie-, Kunstgeschichts- und Geschichtsunterricht gegeben.

Grundsätzlich dürfe nicht vergessen werden, dass bei aller praktischen Urteilskraft in Klasse 9 die Geburt des intellektuellen Denkens beginnen müsse.
Wie brechen wir mit den Schülerinnen und Schülern dahin auf?

Nach Rauthe sind die Themen bzw. Inhalte durch den Lehrplan vorgegeben. Dies wurde im Großen und Ganzen auch noch als aktuell angesehen. Für uns heute müsse aber entschei-dend die Frage nach den passenden Methoden in den Mittelpunkt rücken, denn der noch häufig übliche Frontalunterricht sei sicher nicht adäquat zur Herausbildung einer eigenen Urteilskraft unserer Schülerinnen und Schülern.

Weiteres Vorgehen:

Es wurde abschließend vereinbart, dass man auch in der nächsten Sitzung bezugnehmend auf den Aufsatz von Rauthe auf die Klassen 10 und 11 geschaut werden solle. Herr de Vries hat sich bereit erklärt, dies wieder kurz einzuleiten.
Des Weiteren sollen konkrete Beispiele aus der Portfolio-Arbeit aus den Klassen 9, aber auch 10 mitgebracht werden, um daran zu sehen, wie Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler dieses Alters möglich ist und was man als Lehrperson erwarten kann oder sollte.

 

zu TOP 3:

Die mitgebrachten Portfolio-Mappen der verschiedenen Projektschulen zeigten bereits, welch eine große Vielfalt sich entwickelt hat.

Rückmeldungen einzelner Schulen zu ihren Erfahrungen:

Windrather Talschule:   Portfolio anders als die Mappen der anderen Schulen nicht auf eine             spätere Bewerbung hin ausgerichtet, sondern auf ein individuelles abschließendes Kolloquium, in dem der Schüler seine Entwicklung insgesamt reflektiert und in dem es auch zu einer persönlichen 
Zukunftsplanung für den Schüler kommt. E
s wurde auf Nachfrage genauer erläutert, wie viel Zeit im Unterricht für die Selbstreflexionen eingerichtet wurde.

Gummersbach:             (Projektschule)  hat es nicht geschafft, die Mappe zum Schuljahresende fertigzustellen – nachgeholt wurde die Übergabe der Mappen in diesem Schuljahr im Rahmen des Tages der offenen Tür. Schwierig gestalteten sich u.a. stümperhafte Stehtexte, nicht termingerechte Abgabe von Texten… Rat: es sollte ein Gutteil der Oberstufenkollegen einbezogen werden.     Aufmunterung für alle Verzagten, dran zu bleiben, dass es schon ein paar Jahre dauere, bis das Arbeiten an Abschlussportfolios sich etabliert habe, aber es werde mit den Jahren einfacher…

Hinweis: Einladung an die Presse zur Ausgabe des Portfolios nicht vergessen – gute Werbung für die Schule (wichtig: gute Informationen weitergeben!)

Wuppertal: (Projektschule) sind mit Nachtschicht rechtzeitig fertig geworden; Arbeit zu organisieren gestaltete sich auch hier schwierig – v.a. der/ die 12t-Klass-Betreuer/in war die treibende Kraft, weil er/sie ein Interesse an der Mappe hatte

Bielefeld: hatte vor 2 Jahren sich entschieden, Portfolio einzuführen; dann kam Berufskolleggründung dazwischen, so dass keine Kapazität mehr für ein Abschlussportfolio zur Verfügung stand; zusätzlich wurden im vergangenen Jahr 14 neue Kollegen eingestellt (einzügige Schule!)

Düsseldorf:(Projektschule) Rat: langfristig müssen mehrere Lehrpersonen eingebunden werden; 
Tipp: Schülerinnen und Schüler mit den Anforderungen des Portfolios vertraut machen, dann sie am PC in der Schule arbeiten lassen – am besten so, dass kaum noch etwas von der Lehrperson verbessert  werden muss

Hinweis auf die sog. „Exzellenzprüfungen“ in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch

St. Augustin: (Projektschule) Hauptproblem: den Schülerinnen und Schülern das Portfolio nahe zu 
 bringen- diese hatten das Gefühl, nach ZP10 jetzt auch das Abschlussportfolio als erste Ausprobieren zu müssen. Auch die Anerkennung im Kollegium ist schwierig…

Dinslaken: (Projektschule)  Strukturierung der Arbeit im Kollegium: 2-3 Oberstufenkonferenzen als Workshop zur Einführung des Kollegiums zu den Selbstevaluationszeugnissen, geleitet von einer     Kollegin; Arbeitsgruppe für Stehtexte eingerichtet; Minigruppe für das Kopieren und Eintüten der endgültigen Mappen eingerichtet. Bereits ab Klasse 9 wird mit dem Material von Bochum für das Portfolio geworben

allg. Reaktionen zum Abschlussportfolio bei Schülern und Eltern:

·               Schüler tun sich schwer mit den Selbstreflexionen

·               Mappen in den Händen zu halten, von Schülern genossen; andere fanden es nichts Besonderes

·               Elternreaktionen waren recht unterschiedlich von angetan bis die Mappe nur am Rande zu beachten

 

zu TOP 6 Termine 2011:

19. Januar 2011 – 15. WAB-Konferenz

16. März 2011 – 16. WAB-Konferenz

 

[22. Januar 2011 – Portfolio-Workshop

mit Michael Brater an der RSS Bochum]

wurde verlegt auf


19. Februar 2011 – Portfolio-Workshop
mit Michael Brater an der RSS Bochum

19. März 2011 – Forts. des Workshops
vom 19. Febr. 2011

 

3./4. Februar 2010 
Bundesarbeitskreis: Initiativkreis Zukunft der Abschlüsse
tagt in RSS Bochum
Einladung an die Projektschulen

 

Protokoll: Christiane Kämereit-Döhring, FWS Gladbeck

Tagesordnung:

1.     Berichte aus den Schulen

2.     Blick auf die Oberstufe nach den Besprechungen auf den Konferenzen der ARGE

3.     Bedeutung der 12. Klasse

4.     Neues zum Abschlussportfolio

Protokollantin: Karin Weber (RSS Dortmund)

Kurze Ansagen von Herrn Demisch:

-         Das Institut Witten-Annen wird im  kommenden Schuljahr aufgrund des diesjährigen Erfolgs wieder einen Intensivkurs für quereinsteigende Berufsanfänger anbieten

-         Hinweis auf das Buch „Aspekte der Globalisierung“ von E.C.Demisch und K.Rohrbach als Quelle für den Geographieunterricht der 12. Klasse

-         Ankündigung der Oberstufentagung in Hannover-Maschsee vom 30.9. bis 2.10.2011

Zu TOP 1: Berufskollegs

Bisher existieren fünf in NRW: Schloss Hamborn, Bonn, St.Augustin, Haan Gruiten, Windrather Tal. Hinzukommen werden Hamm mit dem Schwerpunkt Gestaltung und Kierspe, für das bisher eine mündliche Genehmigung vorliegt, der Beginn des Unterrichts ist erst für das Schuljahr 2012/13 geplant.

Witten II (Blotevogel-Schule): Das Südafrika-Projekt wurde soeben beendet. Mit den eingenommenen 20.000€ und der Arbeit der Schüler konnte ein zweites Haus für den Kindergarten errichtet werden.  In den kommenden Wochen wird eine Präsentation an denjenigen Schulen stattfinden, deren Schüler an dem Projekt teilgenommen haben. Für die Arbeiten im nächsten Schuljahr gibt es schon jetzt Interessenten. Der Aufenthalt in Südafrika dauert sechs Wochen, zusätzlich finden mehrere Vorbereitungstreffen statt.

Gladbeck: nichts Neues

Wuppertal: Die kommende 12. Klasse wird  klein werden. Zunächst soll das Schuljahr stärker strukturiert werden.

Haan Gruiten: Von 28 Schülern werden 15 an der Schule bleiben, davon 11 im Berufskolleg. In diesem Schuljahr gab es Schwierigkeiten mit BKlern hinsichtlich des Schauspiels. Fragen: Werden sie im kommenden Jahr beim Klassenspiel  mitmachen können? Welchen Abschluss sollen die abgehenden 11.Klässler bekommen?

St. Augustin: Die 12.Klasse besteht aus Abiturienten und BKlern, von denen die Neuhinzugekommenen häufig sehr viel jünger sind als die Waldorfschüler. Die Kunstfahrt und der künstlerische Abschluss wurden gemeinsam absolviert. Da die Proben sehr zeitaufwändig waren, wird jetzt diskutiert, ob das Klassenspiel in die 11 verlegt werden soll und das Sozialpraktikum in die 12. Als Neuerung wurde das Lehrerraumprinzip eingeführt, das erhebliche Vorteile hinsichtlich Sauberkeit und Ordnung brachte.

Remscheid: wie gehabt, aber mehr Schüler als vor zwei Jahren gehen in die 12 und 13

Bonn: Nach einer Erfahrung mit dem Klassenspiel in der 11 wird es im kommenden Schuljahr wieder in der 12 stattfinden. Einige Schüler werden in der 12 bleiben, um diesen Höhepunkt mitzuerleben. Ein Teil von ihnen wird danach auf eine weiterführende Schule wechseln.

Dortmund: Neben den zwei zwölften Klassen existiert eine Berufsorientierungsgruppe aus sieben Schüler/innen.  Zwei Epochen (Deutsch/Geschichte) sowie die waldorfspezifischen Schwerpunkte Klassenspiel, Jahresarbeit und Kunstfahrt werden mit der gesamten Klasse durchgeführt. Speziell für die BOG gibt es zwei Praktika, ein Filmprojekt und intensives individuelles Coaching und Unterricht in Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft, Kommunikation, Mathematik  und Englisch. Bisher läuft das Projekt erfolgreich, es ist jedoch auf die Dauer finanziell nur tragbar, wenn mehr Schüler in der Gruppe sind.

Zu Top 2

Nach einer Diskussion über die Beurteilung der ARGE-Konferenz zur Oberstufe  wurde einhellig festgestellt, dass es sinnvoll sei, sich die MOTIVE für die Klassenstufen der Oberstufe  bewusst zu machen, um daraus sinnvolle Unterrichtsinhalte und  –methoden zu entwickeln. Dies ist nach Angaben von Herrn Demisch Anliegen des Kongresses im Herbst in Hannover.

Angesprochen  wurden noch folgende Fragen: Wie bekommt man neue Kollegen an die Schulen? Welche Lehrer kommen? Welche neuen Impulse bringen neue Kollegen ein? Wofür sind die WAB-Konferenzen da? Wie kann man einen Waldorf-Abschluss und Abitur zusammenbringen? (Ist Waldorf nicht eher Methode – wie kann dann Abiturstoff mit Waldorf-Methoden  unterrichtet werden?)

Zu  TOP 3

Einleitender Vortrag von Herrn Demisch zur Bedeutung der 12. Klasse

In der 12. Klasse erleben fast alle Schüler den ersten Mondknoten (18Jahre, 7Monate, 9 Tage). An dieser Stelle der Biographie öffnet sich das Ich zu den Impulsen der Geburt hin. Das höhere Ich kann sich mit dem niederen verbinden. Schicksal aber auch Schule können auf  das Ich beim Finden seiner Lebensaufgabe einwirken. Heute besteht die große Gefahr, dass die Schule den jungen Menschen überfrachtet (ZP10 usw.), so dass er zu wenig Raum hat, sich für das Erkennen seiner Aufgabe zu öffnen. Es ergibt sich die Frage, was die Schule beitragen kann zur Öffnung der jungen Menschen, was sie an individuellen Möglichkeiten anbieten kann.

In der anschließenden Diskussion wird deutlich, dass viele Schulen schon davon abgewichen sind, zu viele Pflichten aufzuerlegen. So wird z.B. das Anlegen eines Portfolios in 11 und 12 den Schülern als ANGEBOT vorgeschlagen (Bonn), in bestimmten Klassenstufen wird keine Epochenarbeit geschrieben, sondern  eine öffentliche Darstellung individueller Projekte vorgenommen (Düsseldorf) u.a.m..

Zu TOP 4

Herr Glaw stellt die verbesserte Abschlussportfoliomappe vor (jetzt 23€). Zusätzlich wird es in Kürze eine Bewerbungsmappe mit dem gleichen Logo geben, deren Kosten etwa so hoch liegen werden wie bei einer gewöhnlichen Bewerbungsmappe. Diese neue Mappe wird noch vor Schuljahresende vorliegen.

Offen ist noch, wie das europäische Abschlussportfolio mit dem NRW- Portfolio verschränkt werden kann. Ein Mitglied der ARGE soll sich mit diesem Thema befassen.

Nächste WAB-Konferenz:                14.9.2011

Themen: 

Welchen Abschluss bekommen die Schüler nach Klasse 11?

Welche Schüler bekommen den Waldorfabschluss?

Welche Schüler bekommen die europäische Abschlussportfoliomappe?

Wie könnten Waldorf-Prüfungsanforderungen aussehen?

Welche Kompetenzen benötigen 12.Klässler, um sich selbst einschätzen zu können? 

Themenschwerpunkt der Sitzung war die 11. Klasse im Spannungsfeld zwischen Waldorfpädagogik und den Anforderungen der ZP 10 Prüfung. Herr Demisch leitet ein, indem er die wichtigsten Aspekte zusammenfassend darstellt. Es besteht die Gefahr, dass die drei Prüfungsfächer der ZP10 (Deutsch, Mathematik, Englisch) in der 11. Klasse ein deutliches Übergewicht gewinnen. Es stellt sich die Frage, ob es möglich ist, beides (die waldorfpädagogischen Aspekte und die Prüfungsanforderungen) sinnvoll zu verbinden und inwiefern die WAB-Konferenz daran weiterarbeiten kann.

Veränderungen gibt es auf verschiedenen Ebenen. So sind z.B. in den Stundenplänen der meisten Schulen mehr Übstunden in den drei Prüfungsfächern vorgesehen. Ein anderer Aspekt ist der, dass durch die oft sehr guten Ergebnisse (vor allem in Deutsch und Englisch) sehr viel mehr Schüler die FOR mit Qualifikationsvermerk erwerben können und wir dadurch mehr Abiturienten haben. 

Dadurch, dass in der 12. Klasse kein staatlicher Abschluss mehr vergeben wird, wird sie zu einer Art „Wartezimmer“ fürs Abitur. Was bedeutet das für den Waldorfabschluss? Welche Rolle spielen die nicht abiturrelevanten Fächer in der 12. Klasse?

In einem historischen Rückblick erinnert Herr Demisch an die erste Waldorfschule bzw. an die Planungen vor ihrer Gründung. Zunächst waren nur die Klassen 1 bis 10 vorgesehen, dann wurde sie auf 12 Klassen hin angelegt, mit dem Abitur als Abschluss. Zu diesem Zeitpunkt lag die Abiturprüfung an den staatlichen Schulen auch am Ende der 12. Klasse. Nachdem das erste Waldorfabitur mit einem Disaster endete, wurde eine 13. Klasse als VK (Vorbereitungsklasse) eingerichtet, und zwar zur Entlastung der 12. Klasse. Die Waldorfschule hatte also eine 13. Klasse, bevor es sie an staatlichen Schulen gab.

Im Moment liegen die staatlichen Abschlüsse wie folgt:

10. Klasse: einfacher Hauptschulabschluss

11. Klasse: FOR

12. Klasse: --

13. Klasse: Abitur

In der 10. Klasse werden in den Schulen in der Regel die meisten Fächer unterrichtet (bis zu 22). Menschenkundlich gesehen suchen die Schüler in dieser Klasse die Weltbegegnung. Für die 11. Klasse wurden folgende Aspekte gesammelt, aufgeschlüsselt nach Fächern:

- Mathematik: ins Unendliche

- Erdkunde: Orientierung (Kartographie; Wirtschaftskunde)

- Sozialpraktikum

- Malen: Farbe - Kunstgeschichte: Impressionismus; Expressionismus

- Deutsch: Parzival; Menschenschicksal, Menschheitsschicksal; Apollonisches und Dionysisches

- Eurythmie: Planeten

- Physik: Elektrizitätslehre: Felder und Wellen

- Englisch: Shakespeare: Kosmos

- Biologie: Zellbiologie; Frage: Was ist Leben?; Mikroskopieren

- Russland-Austausch

- Chemie: Qualitäten

- Plastizieren: Freie Formen

- Astronomie

- Geschichte: Entwicklung, bezogen auf das Heute; Weg nach innen

- Russisch: Lermontov, Suche nach dem eigenen Weg

Zusammenfassend geht es um den Blick nach außen und den Blick nach innen. Die 11. Klasse stellt ein Durchgangsstadium dar. Die Schüler orientieren sich neu. Der Blick wird im Unterricht häufig auf den Prozess, auf das Methodische gerichtet. Gemeinschaftsbildung ist ein weiteres Thema. Rauthe charakterisiert die Urteilskraft in der 11. Klasse als „beseelte Urteilskraft“.

In der Realität zeigt sich durch die neue Situation nach Einführung der ZP 10 ein Spannungsfeld auf. In der 12-jährigen Schule ist die 11. Klasse ein Übergangsjahr. Die Prüfungen wirken da störend.

Was bedeutet es nun für die Unterrichtsinhalte der 11. Klasse, wenn sie für immer mehr Schüler zum Abschlussjahr wird?

Für die drei Prüfungsfächer wurde Folgendes zusammengetragen:

Deutsch:

Die Prüfungsanforderungen sind nicht besonders anspruchsvoll; vieles wurde schon in der 10. Klasse behandelt (Poetik-Epoche); in der 11 wird die in den Fachstunden wieder aufgegriffen. Die 11.Klass-Epochen bleiben in der Regel unberührt. Aufgabentypen (Aufsatzformen) kann man auch anhand von Parzival üben. An einigen Schulen fällt wegen der Prüfungen die Parzival-Epoche weg, die aber menschenkundlich von großer Bedeutung ist. Was passiert dann in der 12, gibt es da nicht einen Bruch zur Faust-Epoche hin?

Mathematik:

Die Inhalte sind gleich geblieben, aber die Art des Umgehens mit den Inhalten hat sich geändert. Die Schüler sind spürbar konzentrierter, extrinsisch durch die Prüfungen motiviert. Dadurch entwickeln sie aber Erfolgserlebnisse, die sie unter Umständen dann wieder intrinsisch motivieren. Die Epochen laufen in der Regel wie früher, aber es gibt meist mehr Übstunden (in Bochum 3), die auch benötigt werden, weil eine große Stoffbreite aus den Klassen 8 bis 10 abgeprüft wird. Die Schüler brauchen innere Sicherheit und Souveränität. Die Mathematikklausuren sind anspruchsvoll und die Schüler sind meist unter großem Zeitdruck. Die Hauptschulkandidaten brauchten unter Umständen noch mehr Übung in den Grundlagen.

Englisch:

In den Schulen wird es mit 3 oder 4 Fachstunden unterrichtet; es gibt auch ein Modell mit einer zweiwöchigen Englisch-Epoche direkt vor den Prüfungen. Es ist z.T. schwierig, Shakespeare noch angemessen zu behandeln. Ein weiteres Problem liegt in der inhaltlichen Banalität der zu behandelnden Texte, die nicht dem entspricht, was sonst in der 11 behandelt wird.

Schloss Hamborn hat ein besonderes Modell: In der 10. Klasse wird ein Shakespeare-Stück aufgeführt, u.a. auch in England an der Partnerschule. Über Shakespeare gesprochen wird anhand von ausgesuchten Texten in der 11. Hier wird die „beseelte Urteilskraft“ (Rauthe) aktiviert, indem man Shakespeare analytisch betrachtet.

Dieses Modell wird ermöglicht durch den Stundenplan in Schloss Hamborn, der insgesamt epochal aufgebaut ist (eine PDF-Datei mit dem Plan soll folgen). Außerdem ermöglicht die Stundenplanstruktur eine zusätzliche Trainingseinheit (nachmittags) für die Schüler, die das brauchen.

Was macht so eine Prüfung mit unserer Oberstufe?

Die meisten Abgänger verlassen die Waldorfschule, um an anderen Schulen weiter zu lernen, z.T. an Berufskollegs.

Nachdem die ersten Prüfungen recht gut gelaufen sind, wurde die Aufregung deutlich geringer. Es zeigt sich aber doch deutlich spürbar eine negative „Abschlussmentalität“. Die Schüler sind von einer inneren Unruhe geprägt, in Hinblick auf die Prüfung. Es zeigt sich häufig ein deutlicher Widerstand gegen Projekte, weil diese nicht prüfungsrelevant sind. Für einige Schüler und Eltern ist klar, dass mit der Prüfung die Waldorfschulzeit zu Ende ist, das Abitur wird dann an anderen Schulen gemacht. Für einige Schüler und deren Eltern ist nicht greifbar, dass die 11. Klasse Bestandteil einer Entwicklung zur 12. Klasse hin ist. Außerdem nehmen die Prüfungen die Kräfte, die für die künstlerischen Fächer nötig wären. Aus der Eurythmie kam die Beobachtung, dass die Schüler schlechter in ihren Leib kommen.

Ein weiteres Problem stellen die guten Ergebnisse in den ZP 10 dar, die dazu führen, dass die Schüler sich – hinsichtlich des Abiturs – als besser einschätzen, als sie wirklich sind. Häufig haben Schüler mit guten ZP 10-Ergebnissen dann Probleme in der Abiturklasse.

Bericht zum Abschlussportfolio (APF) Herr de Vries berichtet, dass inzwischen 20 von 50 Schulen in NRW an dem Projekt teilnehmen und hofft, dass sich diese Zahl noch erweitern lässt. Auch Schulen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollen sich anschließen. Besonders wichtig wird dies in Niedersachsen werden, weil dort u. U. die 12. Klasse nicht weiter refinanziert wird. Auch einige Schulen in Süddeutschland zeigen Interesse.

Das Projekt wird auch auf dem Oberstufenkongress in Hannover präsentiert werden.

Hinzuweisen ist noch auf das von Herrn de Vries herausgegebene Handbuch mit CD, auf der auch viele Arbeitsmaterialien zu finden sind. Jede Schule bekommt ein Exemplar. Weitere Exemplare kosten 12 €.

Außerdem gibt es jetzt auch Bewerbungsmappen zum Portfolio (zur Erläuterung: das Portfolio selbst ist keine Bewerbungsmappe, es kann aufgrund seines Umfangs nicht verschickt werden, sollte aber zum Vorstellungsgespräch mitgenommen werden). Auch von diesen Mappen bekommt jede Schule ein Exemplar zur Ansicht. Wenn sich genügend Schulen beteiligen und diese Mappen für ihre Schüler bestellen, können sie für 4 € pro Stück verkauft werden. Um diesen Preis zu erzielen, sollte jede Schule 100 Mappen abnehmen. Sie könnten dann wie Hefte verkauft werden. Herr de Vries startet demnächst eine Umfrage an den Schulen, wie viel Mappen gebraucht werden.

Herr de Vries weist noch darauf hin, dass demnächst auf YouTube kleine Filme zur Bewerbungssituation eingestellt werden. Außerdem empfiehlt er den Beitrag von Franz Glaw im Handbuch und auf der CD.

Fortbildung: Berufslotse Am Institut Witten-Annen ist eine Fortbildung zum Berufslotsen geplant (s. Flyer), geleitet von Ulrike Rixner. Die Dortmunder Schule hat mit dem Modell des Berufslotsen gute Erfahrungen gemacht. Der Termin des ersten Wochenendes fällt überschneidet sich mit dem des Oberstufenkongresses in Hannover. Dieser Termin lässt sich noch verschieben, wenn es Interessenten gibt, die sich nur wegen dieser Überschneidung nicht angemeldet haben.

Themenwünsche für die nächsten WAB-Konferenzen

-       Was geschieht in der 12. Klasse? Ist es reine Abiturvorbereitung? Arbeiten die Schüler intensiver mit als vorher oder nicht so intensiv wie erwartet?

-       Welche besonderen Aktivitäten gibt es in der 12. Klasse?

-       Extrinsische und intrinsische Motivation (sind deutsche Schüler stärker extrinsisch – durch Notendruck usw. motiviert als z.B. Schüler in der Schweiz?)

-       Ist es richtig in die 11. Klasse Elemente mit Abschlusscharakter aufzunehmen (Abschlussfahrt, Abschlussfeier, Abschlussepoche o.ä.)? Welche Elemente gibt es schon an den Schulen?

-       Oberstufenbogen 10 – 11 – 12 (Gibt es Verlagerungen? Muss man einen neuen Bogen spannen? Gibt es menschenkundliche Veränderungen?

-       Martin Dietz, Entwicklung der Individualität, in: Johannes Denger, Individualität…. (hat jede Schule bekommen) als Textgrundlage zu den Fragen, die die neuen 11./12. Klassen an uns stellen (Ich-Entwicklung)

Jutta Röttgerding, FWS Sankt Augustin 14.09.11

1. Berichte aus den Schulen:

Zwei weitere Schulen starten mit Berufskolleg: Hamm hat Genehmigung, Köln wartet noch. Die Schule in Kierspe (Gaststatus erloschen, wird vom Land aber als WS geführt) will BK im Agrarbereich anmelden.

Herr Glaw berichtet von der Initiative „Berufswahl und Ausbildungsfreundliche Schule“, die sich weiter ausbreitet, u.a. durch intensive Kontakte zur Unternehmerschaft Düsseldorf.

In Düsseldorf ist ein zweiwöchiges Berufspraktikum in der 10. Klasse eingeführt worden.

2. Bericht vom Oberstufenkongress in Hannover:

Folgende Themen, die dort bewegt wurden, wurden genannt: Überlastung in der OS; Schüler der OS bzw. deren Kompetenzen und Interessen mehr einbeziehen; Kritik an einem Mangel an neuen Ideen und Konzepten; Teilnahme von mehr Schülern und auch mehr Eltern wäre wichtig, auch unter menschenkundlichen Gesichtspunkten.

3. Ausbildung „Berufslotse“:

Ernst-Christian Demisch berichtet, dass der Kurs nicht zustande kommt, weil es zu wenig Anmeldungen gibt. Evtl. muss das Profil des Kurses noch deutlicher herausgestellt werden und der Kurs dann erneut angeboten werden. Der Kurs soll Fragen klären wie „Wo stehe ich, wo will ich hin, was sind meine Fähigkeiten und Interessen, wo kann ich meine Stärken beruflich einsetzen? etc. Ein Schwerpunkt soll auf der praktischen Arbeit liegen. Die Kursleiterin Frau Rixner ist sehr kompetent und erfahren. Kursumfang 6 Wochenenden.

4. Zur Menschenkunde der 12. Klasse:

Es werden einige zentrale Aspekte aus der Menschenkunde bzw. aus dem Text von Karl-Martin Dietz erwähnt. Im Laufe der OS entwickelt sich die Individualität des Menschen. Eine zentrale Frage ist: Wo ist das Ich? Dazu Schad: Das Ich ist in der 12. Klasse „der vom Ich bestrahlte Astralleib“ - das ist noch nicht das Ich, hat aber anfängliche Ich-Qualität.

Es entwickeln sich Aufgaben, in denen sich Individualität ausdrückt: Ich nehme meinen Lebensfaden auf...

Die Klasse 12 sollte das Tor zur Welt sein, aber verbauen wir uns diese Möglichkeit nicht durch die Verengung in der 11. Klasse? Verschiedene Konferenzteilnehmer schildern Probleme in diesem Zusammenhang. Ein Dilemma: Schüler, die Abitur machen wollen, nehmen die freiwilligen Angebote in der 12. wahr, während die aus dem Berufszweig die Verengung wollen, d.h. strenger Fächerkanon, Stundenplan etc.

Letztes Schuljahr sind im Schnitt ein Drittel der Schüler nach der 11. Klasse abgegangen. Herr Glaw schildert gute Erfahrungen mit der Schule in Wülfrath, die ein Konzept anwendet, in denen den Schülern durch echte, verbindliche, interessierte Fragen geholfen wird, ihren individuellen Weg zu finden.

Weitere Aspekte: Müssen wir den Schülern mehr abverlangen, statt immer nur „Nester“ zu bauen – Konfrontation mit dem Arbeitsalltag im Berufskolleg etc.?

An der Widarschule war eine Orientierungsgruppe mit viel Elan gestartet, jetzt ist die Gruppe eingeschlafen; viele Schüler „kommen nicht in den Willen“.

Herr Demisch zitiert einen Bericht aus der Süddeutschen Zeitung, nach dem jeder 5. Schüler in Deutschland aus einem drogenbelasteten Haushalt kommt.

Hinweis auf den 5. Vortrag aus GA 307 zur Aufgabe des dritten Jahrsiebts, den Willen zu schulen.

5. Vorblicke:

10./11. Februar 2012 Thementag Berufspraktikum Witten/Annen: Flyer kommen noch. Es geht um eine Praktikum über ein halbes Jahr, 2 Tage in der Woche.

Bewerbungsmappe zum Portfolio: Die Mappen müssen jetzt umgehend bestellt werden und werden dann bis Weihnachten versandt. Kosten 4 Euro pro Stück, so viel kosten auch „normale“ gute Bewerbungsmappen. In vielen Schulen wurden die Mappen gut angenommen und größere Mengen bestellt, es gibt aber auch Vorbehalte. Die Bandbreite reicht von großer Begeisterung bei Schülern und Kollegen bis hin zu Teilnehmern, die von Reaktionen wie „die Schüler sollen sich bloß nicht mit dem Waldorflogo bewerben, da haben die ja eh keine Chance“ in ihrem Kollegium berichten.

Die Erfahrung zeigt, dass der erste Schritt oft eine Online-Bewerbung ist, dass dann aber doch nach einer Mappe verlangt wird.

6. Berichte vom Abschlussportfolio-Projekt:

Beteiligte Kollegen fahren inzwischen auch zu Schulen in anderen Bundesländern, um über das Projekt und die ersten Erfahrungen zu berichten.

7. Verschiedenes:

Herr Glaw weist auf die Bedeutung der „sozialen Medien“ wie Facebook, Twitter etc. für die Waldorfbewegung hin. Diese Medien könnten u.a. für die Förderung der Anerkennung des Waldorfabschlusses genutzt werden. Es gibt eine bundesweite Initiative (AKÖ), die das gemeinsame Auftreten der WS fördern will.

Kommunikation über Email wird in Zukunft immer unwichtiger werden, viele Jugendliche kommunizieren jetzt schon fast ausschließlich über die o.g. Social Media.

Er zeigt Filmsequenzen, u.a. über drei Jugendliche bei ihren selbstständig erarbeiteten, durchgeführten und evaluierten Führungen im Goethemuseum in Düsseldorf.

Eine weitere Filmsequenz zeigt ein Interview mit Prof. Barz, der u.a. die Absolventenstudien zu Waldorfschülern verfasst hat, und der sich sehr positiv zum Abschlussportfolio und zur Kompetenzorientierung der WS äußert.

Die Filme können unter der Internetadresse www.apf-nrw.de angesehen werden und als eigene, positive Darstellungen zeitgemäßer WP weiterempfohlen bzw. -verbreitet werden.

Themen der nächsten Konferenz:

- Waldorf-Berufskolleg

- Ich-Bildung, Willensbildung

 Für das Protokoll: Nina Hellmann, 20.11.2011

Tagesordnung:

 

  • 1Fr. Rixner stellt ihre Arbeit an der RSS Dortmund vor
  • Abschlussportfolio
  • Abschlüssen an Waldorfschulen
  • Kompetenznachweise
  • Verschiedenes

zu 1.

Im Zusammenhang mit der Überlegung, ob, wie und wann ein Kurs für die Ausbildung zum Berufslotsen angeboten werden kann, stellt Frau Rixner die Tätigkeit eines Berufslotsen und ihre Arbeit an der RSS Dortmund vor.

Fr. Rixner erstellt in der Berufsorientierungsgruppe (BOG) in der 12.Klasse Kompetenzprofile und Potenzialanalysen. Jeder Schüler erhält in diesem Verfahren bis zu 20 Stunden Coaching. Frau R. arbeitet mit den Schülern deren individuelle Stärken heraus, damit diese sie selbst sehen und später damit arbeiten können. Um dieses „Plateau“ des Schülers aufzudecken, werden a) sein Lerntypus, b) sein Arbeitstypus und c) sein Entwicklungstypus angeschaut. Erfragt werden Lieblingsfächer und Hobbies, wobei es hier nicht um Aufdeckung von Interessen, sondern um individuelle Zugänge zu Themen geht. Bei der Erfragung von Lieblingslehrern geht es Fr. Rixner darum herauszufinden, welche Werte, die der Lehrer verkörpert, für den Schüler von Bedeutung  sind und welche der drei Hauptkompetenzen der Lehrer (fachliche, pädagogische, methodische) für den Schüler wichtig sind. Auch beim Thema Freunde steht im Vordergrund das Aufdecken der Präferenzen des Schülers: welche Eigenschaften schätzt der Schüler aus welchen Gründen an seinen Freunden besonders?. In dem Gespräch über Krisen bearbeitet Frau Rixner diese mit dem Schüler als Lernfeld, aus dem erschlossen werden kann, welche lebenswichtigen Fähigkeiten im Schüler angelegt sind, mit welchem Verhalten er sich z.B. schützen gelernt hat.

Fr. Rixner betonte, dass die Schüler während der Zeit des BOJ nicht mehr beschult, sondern begleitet werden sollten (was für die Lehrer nicht so einfach sei), um sie zunehmend in die Selbstverantwortung zu führen. Alle Beteiligten müssten das Vertrauen haben, dass sich etwas entwickeln werde.

Sie verwies darauf, dass die Not der Jugendlichen zunehme, es werde in Zukunft immer mehr Patchwork-Biografien geben. Das Ziel ihrer Arbeit sei deshalb, Jugendliche in ihrer eigenen Stabilität zu verankern. Jugendliche müssten lernen, durch ein Patchwork-Arbeitsleben zu „surfen“.

Die anschließende Diskussion wird hier nicht im Einzelnen wiedergegeben, es werden nur einige Fragen und Aspekte genannt:

 

  • -     Können  Lehrer Begleiter (s.o.) werden?
  • -     Ist es sinnvoll Coach an der eigenen Schule zu werden?
  • -     Könnten auch Eltern, Sozialpädagogen u.a. Berufslotse werden?
  • -     Abiturienten könnten auch Coaching gebrauchen!

-   Lehrerbildungsinstitute könnten ebenfalls Coaching gebrauchen, für angehende Lehrer wäre eine Reflexion ihres Berufswegs angebracht

Für alle Interessierten hier die mail-Adresse von Frau Rixner:   ulrike.rixner(at)web.de

zu 2.

Herr de Vries erinnert an die Bewerbungsmappen, die für diejenigen Schulen, die am Portfolioprozess teilnehmen, angefertigt werden. Alle Schulen sollten jetzt rasch bestellen. Wenn 2000 Exemplare gedruckt werden können, wird der günstige Preis von 4€ pro Stück erreicht werden können.

zu 3.

Herr Müller informiert über die Waldorf-Berufskollegs. Kollegs qualifizieren Schüler für die Fachhochschulreife. In der 12. Klasse beträgt der praktische Teil des Unterrichts 80%, 3,5 Tage müssen im Betrieb, 1,5 in der Schule stattfinden, wobei Schulunterricht auch in Blöcken gegeben werden kann. Im Unterschied zum Abitur sind die Unterrichtsinhalte im Berufskolleg frei gestaltbar. Nach der 11. Klasse müssen sich Schüler jedoch für ein Berufskolleg mit einer festgelegten Fachrichtung entscheiden. Die Schülerzahl an Waldorf-Berufskollegs ist unterschiedlich (Bielefeld: 16-18, Haan-Gruiten: 7). Berufskollegs sollten in keinem Fall als Alternative zum Portfolio-Abschluss gesehen werden.

zu 4.

Frau Scharpey berichtet von Unternehmungen zum Nachweis von Fach- und Methodenkompetenzen. Sie untersuchte gemeinsam mit Schülern, welche Kompetenzen von Handwerkskammern oder Kultusministerien angegeben werden für bestimmte Berufe, deren Grundkenntnisse in Waldorfschulen auch vermittelt werden (Schreinern, Textilarbeit u.a.). U.U. könnten die an der Waldorfschule bereits erworbenen Kompetenzen auf Studien- oder Ausbildungszeiten angerechnet werden. Akkreditierungsstellen gibt es z.B. in den Niederlanden. Könnte es so über das Portfolio Anrechnungs- bzw. Akkreditierungsmöglichkeiten geben?

Bisher erarbeitete Fr. Scharpey die Kompetenznachweise mit Freiwilligen.

zu 5.

Das Portfolio der Bonner Schule machte die Runde.

Es wird einen bundesweiten Arbeitskreis „Zukunft der Abschlüsse“ geben (oder gibt es ihn schon? – so genau habe ich nicht mitgeschrieben). Es wird eine Einladung zu einem Treffen am Bodensee geben. Schulen in Norddeutschland machen sich ebenfalls auf den Weg, an einem Waldorfcurriculum mitzuarbeiten, das einen Bundeswaldorfabschluss ansteuert.

Nächste WAB-Treffen:21.3.2012 (u.a. Bericht von Fr. Weber über das Berufs-Orientierungs-Jahr an der RSS Dortmund) 

30.5.2012                                                                 

Protokollantin: Karin Weber (RSS Dortmund)

Vorgesehene Tagesordnungspunkte waren:

  1. Berichte aus den Schulen
  2. Kurzer Rückblick auf das Gespräch mit Frau Rixner
  3. Zur entwicklungspsychologischen Sicht der 12. Klasse, Einleitung Frank de Vries
  4. Berichte der Schulen über ihre ersten Erfahrungen mit dem Abschlussportfolio (interne Evaluation)
  5. Bericht von Frau Weber über das Berufsorientierungsjahr an der RSS Dortmund
  6. Vorblick auf die WAB-Konferenz am 30. Mai 2012
  7. Verschiedenes

Vertretene Schulen: RSS Bochum, FWS Dinslaken, RSS Dortmund, FWS Erftstadt, FWS Everswinkel, FWS Gladbeck, FWS Gütersloh, FWS Haan-Gruiten, FWS Köln, FWS Minden, FWS Mülheim, FWS Oberberg, RSS Witten, RSS Wuppertal

 

zu TOP 1:

Es zeigte sich gleich zu Beginn der Konferenz, dass viele Schulen das Problem haben, dass viele Schüler die Schule vorzeitig verlassen bzw. die Schüler, die in der 12 bleiben, aber kein Abi machen wollen, nicht zufrieden sind.

Rückmeldungen einzelner Schulen:

Gladbeck:       Im nächsten Schuljahr werden nur 14 – 20 Schüler in der 12 sein. Gründe dafür, dass sogar die Abiturienten gehen: Anforderungen sind an anderen Schulen nicht so hoch (z. B. Studienkolleg); bessere Wahlmöglichkeiten; keine 2 Fremdsprachen als Pflicht; besonders das Fachabitur ist an Berufskollegs einfacher. Ein Schüler hat von der 9. Klasse in die 10. Klasse eines Gymnasiums gewechselt. Er brauchte die zweite Fremdsprache nicht, weil in der 10. Kl. des Gymnasiums eine Fremdsprache neu angefangen werden kann. Auf diesem Weg hat der Schüler sogar die ZP 10 umgangen, die er nun nicht mitschreiben muss.

Dortmund:      Im nächsten Schuljahr 26 Schüler für den Abizweig, nur 13 – 14 Schüler für das Berufsorientierungsjahr. Die Schüler haben viele Kontakte über Freunde zu anderen Schulen, so dass das Argument „an der Waldorfschule kennen sie schon die Lehrer und Mitschüler“ nicht immer zieht. Viele Eltern empfinden das so, dass die 12. Klasse ein Jahr vertane Zeit ist, weil die Schüler danach keinen anderen Abschluss haben als nach der 11. Wie kann man die Eltern von der Wichtigkeit der 12. Kl. bzgl. der Entwicklung der Schüler überzeugen?

Gütersloh:       Kaum Abmeldungen in der 12. Klasse. Sie versuchen den Schülern und Eltern die Wichtigkeit der 12 klarzumachen und stellen das Abitur nicht an die erste Stelle.

Oberberg:       Nächste 12 ist klein, die Schüler können aber nicht so leicht wechseln, weil sie als 2. Fremdsprache Russisch haben. Die 12 hat schon Leistungs- und Grundkurse für das Abitur, machen aber auch Kunstfahrt, künstlerischen Abschluss, Jahresarbeit…. Deshalb wird überlegt, die Jahresarbeit in die 11 zu legen.

Haan-Gruiten: Startschuss der Jahresarbeit vor den Weihnachtsferien der 11. Kl., Präsentation vor den Herbstferien der 12. Kl.. Schüler, die nach der 11 abgehen, präsentieren ihre Arbeit Ende der 11 oder kommen zur Präsentation im Herbst noch einmal in die Schule.

                        Das Berufskolleg hat in jedem Schuljahr nur knapp 10 Schüler!

Everswinkel:   Die Schule endet mit der 11. Klasse. 12 Schüler hatten eine Empfehlung für die 13. Kl. der FWS Münster, aber nur 4 Schüler sind tatsächlich an die Waldorfschule gegangen.

Haan-Gruiten: Manche Schüler, die nicht Abi machen wollen, hängen in der 12 ab (z. B. strickend in der Chemieepoche), weil sie keine Initiative zeigen um z. B. ein Praktikum zu machen.

Bochum:         Für die Nichtabiturienten in der 12 ist ein Kollege da (1 Deputatsstunde), der sich um Praktika, Portfolios,… kümmert. Ein Problem sind eher die Abiturienten, die nicht einsehen, warum sie z. B. Chemie machen sollen, da es kein Abifach ist.

                        Die Eltern kann man von der Wichtigkeit der 12 überzeugen, wenn sie von jemandem von außen (z. B. Arbeitgeber) hören, dass die Schüler der Waldorfschule besondere Qualitäten haben.

Erftstadt:         Die 11 ist zur Vorbereitung auf die ZP 10, alle Highlights der 12 sind in der 12 geblieben. Die 12 A bereitet sich auf das Abitur vor, die 12 B macht während der Abiepochen Praktika. Die Motivation der 12 B, die sich ja bewusst für die Highlights der 12 entscheidet, lässt aber zu wünschen übrig.

 

Danach stellte sich die Frage, wie die Meinung zum Abschlussportfolio in den einzelnen Schulen ist. Rückmeldungen:

Erftstadt:         Ausgabe des APF zum 3. Mal. Es kommt gut an; auch bei Lehramtsstudenten gehören jetzt Portfolios mit zur Ausbildung.

Oberberg:       Ausgabe zum 3. Mal; es lebt jetzt zumindest schon einmal in der Schule. Inzwischen gibt es auch positive Rückmeldungen von ehemaligen Schülern. Manche Schüler sehen den Sinn noch nicht, aber das wird besser. Zurzeit entwickelt die Schule Formen der technischen Umsetzung.

Haan-Gruiten: Sehr unterschiedliche Meinungen; ein paar Mädchen der 12 machen jetzt ihre Portfolios und versuchen die anderen mitzuziehen. Zumindest wird das APF nicht mehr flächendeckend in Frage gestellt. Das APF wird nur an Schüler ausgegeben, die es wünschen, da die Mappe selbst bezahlt werden muss.

Bochum:         Die ersten Portfolios 2003; es ist inzwischen selbstverständlich und gehört dazu.

Köln:               Das APF ist über das Theaterspiel in die Schule gekommen und ist inzwischen (nach 5 Jahren) anerkannt. Trotzdem ist es immer schwierig von allen Schülern die Reflexionen zu bekommen. Ein Problem ist noch die Digitalisierung.

Dortmund:      Kein APF; die Portfolioarbeit ist noch sehr in den Anfängen, z. B. Bescheinigungen für Praktika mit Reflexionen der Schüler.

Witten:            Kein APF, nur Dokumentation der außerunterrichtlichen Tätigkeiten (Praktika, Beleuchtung,…), keine Schülerdokumentationen.

Everswinkel:   Keine 12. Klasse, deshalb kein APF, aber freiwillige Portfolioarbeit.

Dinslaken:       Das APF bekommen alle Schüler, die alle Komponenten der 12 mitgemacht haben; es hat einen hohen Stellenwert.

 

Es stellte sich die Frage, unter welchen Bedingungen die Schüler in den einzelnen Schulen ihren Waldorfabschluss bekommen. Dabei zeigte sich, dass die Bedingungen in den meisten Schulen gleich sind. In der Regel gehören die Praktika der Oberstufe sowie Kunstfahrt, Jahresarbeit, Künstlerischer Abschluss und Klassenspiel der 12 zum Waldorfabschluss. Außerdem zeigte sich, dass die Schüler der 12 in vielen Schulen sehr belastet sind. Die Unterrichtsstunden pro Woche liegen zwischen 34 und über 40!

 

zu TOP 2:

Frau Scharpey (Bochum): Es ist ein spannendes Projekt, aber sie sieht zwei Knackpunkte: Erstens ist der Berufslotse für die 12. Kl. zu spät und zweitens hat ein Lehrer eine andere Sicht als ein Schüler. Wenn Eltern als Berufslotsen eingesetzt werden würden, bräuchten sie eine fundierte Ausbildung und es stellt sich die Frage, welche Eltern diese Aufgabe übernehmen würden.

Herr Schröppe (Minden): Diese Aufgabe dürfte kein Lehrer übernehmen, sondern es müsste jemand von außen machen. Er stellt in Frage, dass Eltern diese Aufgabe mit einer kurzen Fortbildung leisten können.

Auf die Frage, ob ein Kurs für die Ausbildung zum Berufslotsen angeboten werden sollte, stellte sich heraus, dass zumindest die vertretenen Schulen kein Interesse daran haben.

 

zu TOP 3:

Entfiel, da Herr de Vries wegen Krankheit fehlte.

                                     

zu TOP 4:

Aus Zeitmangel stellte nur Frau Hakenes (FWS Everswinkel) ihre Portfolios vor. Die Portfolios haben ein sehr schönes Layout und sind gegliedert in Anforderungsprofil, Arbeitsbeschreibung, Reflexion des Schülers und Evaluation des Lehrers.

Die Schüler machen die Reflexion bzw. die Portfolios auf freiwilliger Basis. Wenn ein Schüler mindestens ein Portfolio gemacht hat, bekommt er am Ende der 11 das EPC.

(Zur Erinnerung: Die FWS Everswinkel geht nur bis zur 11. Klasse und kann deshalb das APF NRW nicht ausgeben.)

Frau Hakenes macht die Portfolioarbeit jetzt im 3. Jahr und ist allein mit einem Förderlehrer.

 

zu TOP 5:

Frau Weber stellte das Berufsorientierungsjahr vor, das es seit 4 Jahren an der RSS Dortmund gibt:

·        Es ist für die Schüler der 12, die noch nicht so recht wissen, was sie beruflich machen wollen.

·        Gemeinsamer Unterricht der gesamten 12: Faust-Epoche, Kunstgeschichte, Klassenspiel, Kunstfahrt, Jahresarbeit

·        BO-Unterricht: Kunst, Mathe und Englisch berufsbezogen, Computerkurs, Wirtschaft + Gesellschaft, Kommunikation

·        Spezielle Angebote: 2 Praktika, 1 Filmprojekt (4 Wochen), Kompetenzprofilanalysen (macht Frau Rixner individuell mit jedem Schüler)

·        Probleme: Die Schüler sind nicht besonders zuverlässig und initiativ und kommen nur unregelmäßig zum Unterricht. Sie fühlen sich diskriminiert und nicht zur Klasse gehörig. Die Eltern haben die Erwartung, dass die Schüler, wenn sie nach der 12 abgehen, einen Platz haben (Ausbildung oder Berufskolleg). 4 Lehrer sind speziell mit dieser Gruppe beschäftigt, aber eigentlich bräuchte jeder Schüler eine Einzelbetreuung.

 

zu TOP 6:

Aus den Gesprächen ergab sich als dringendes Thema für die nächste WAB-Konferenz: „Wie gehen wir mit den beiden „Gruppen“ in der 12. Klasse um?“

 

zu TOP 7:

keine Beiträge

 

 

Protokoll: Martina Löhnhardt, FWS Minden

Tagesordnung:

1)      Vortrag von Herrn Dr. Schlüter

2)      Antrag zum Abschlussportfolio

3)      Vorstellung der Düsseldorfer Mappe

Der Vortrag von Herrn Dr. Schlüter zu Elektrizität und Medien wird im Folgenden nicht detailliert wiedergegeben,  es werden die leitenden Aspekte angesprochen.

Zunächst merkte Herr Dr. Schlüter zwei Fakten zum Thema an: 1. Ein neues Computerspiel „Fight of duty“ habe in kurzer Zeit 500 Mio $ Verkaufserlös gebracht  (der erste Harry-Potter-Film 148 Mio $). 2. Manfred Spitzer erwähne in dem Buch „Digitale Demenz“, dass Jungen  täglich 7,5 und Mädchen 7 Stunden täglich mit der Nutzung von Medien verbringen. Angesichts der immensen Mediennutzung habe sich bei vielen Pädagogen inzwischen Resignation breit gemacht.

Auf die Frage, was Elektrizität sei, wurde Goethe zitiert, der sie als eine Doppelerscheinung charakterisierte, die erscheine, indem sie verschwinde und zudem ein Nichts sei, das in allem erscheine. Beim Verschwinden erzeugt Elektrizität Licht, Wärme oder Anziehung. Erforscht werden können nur die Folgen der Elektrizität. Bedingung für die Entstehung von E. ist immer der tätige Mensch, zur Erzeugung derselben ist stets Willenstätigkeit notwendig. Berührt der Mensch jedoch z.B. eine Steckdose, so wird sein intentionaler Wille von der Elektrizität festgehalten.                                                                                                                     Herr Schlüter nannte drei Anwendungsbereiche der Elektrizität, die für den Menschen  besonders bedeutsam wurden.

1.      Die Fließbandarbeit: mit ihr wurde der Arbeitsprozess optimiert, wobei der intentionale Wille des Arbeiters ausgeschaltet wurde, der Arbeiter wurde in den von außen kommenden Willen der Maschine eingesponnen.

2.      Das Fernsehen: Obwohl die Anfänge schon für 1883 auszumachen sind, konnten Fernsehgeräte erst seit 1952 (Krönung der Queen) und 1954 (Fußball-WM) massenhaft verkauft werden. Fernsehen funktioniert nur emotional, durch Eintauchen in  Traumvorstellungen. Die Emotionen werden von außen motiviert, es wird kein intentionales Gefühl entwickelt.

3.      Der Computer: mit ihm wurde eine umfassende Zivilisationstechnik geschaffen, an die anfangs niemand geglaubt hat. Das menschliche intentionale Denken wird durch eine Mechanik des Denkens ersetzt.

Rudolf Steiner, bezeichnete die Elektrizität als eine Unternatur, in die der Mensch nicht mit abgleiten dürfe.

Aus den genannten Beispielen wird deutlich, dass Elektrizität ein „Wille von außen“ ist, das Ich kommt darin nicht vor. Die Waldorfpädagogik setzt dem Unterrichtselemente entgegen, die reine Ich-Tätigkeit sind, z.B.  Eurythmie und Poesie. Schüler der ersten bis dritten Klasse müssten generell vor Medien geschützt werden, in den höheren Klassen müsse in der Schule ein Gegengewicht gegen die Medien geschaffen werden durch Aufstieg in Übernatürliches. In der Oberstufe werde die bewusst ergriffene Kunst immer wichtiger, der Idealismus, die Begeisterung für ein eigenes Projekt.

Die Waldorfschule habe alle Mittel auf Unternatürliches zu reagieren, indem sie Übernatürliches zu Gegenstand des Denkens im Unterricht macht.

In der nachfolgenden Diskussion wurden einige Fragen zum konkreten Umgang mit  z.B. Smartphone-Benutzung in der Schule und Erfahrungen mit der Wirkung von Medien (nachlassenden Merkfähigkeit u.a.) erörtert.

In der kommenden WAB-Konferenz soll angesprochen werden, wie der Nutzung der Medien konkret entgegengewirkt werden kann.

2) Da bei der heutigen Sitzung nur wenige Schulen vertreten sind, wird die Abstimmung über den Er(?)schließungsantrag zur Aufnahme der WAB-Konferenz und des Abschlussportfolios in die Verfassung der Arbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in NRW auf die nächste Sitzung verschoben.

3)a) Herr Glaw stellt das Abschlussportfolio der Düsseldorfer Schule vor. Die Mappe wird hier zur Hälfte von der Schule, zur Hälfte von der Klassenkasse bezahlt. Die Schüler reichen Texte ein, die von Lehrern bearbeitet werden. (Herr Glaw wird über das technische Vorgehen zu einem späteren Zeitpunkt berichten.) Inhalt der Mappe sind: 1. Zeugnis aus 12, 2. Praktikumsbescheinigungen, 3. Zertifikate, 4. Relexion des Schülers und Gutachten des Betreuers zur Jahresarbeit. Zu jedem der vier Bereiche wurde für das Deckblatt ein Logo entwickelt. Für Praktiker aus der Wirtschaft hat sich die Mappe als sinnvoll und aussagekräftig herausgestellt, wenn der Schüler sein Reflexionen verinnerlichen und in einem Gespräch vermitteln konnte.

3)b) In Bochum erhält nur derjenige Schüler die Mappe, der alle verlangten Bestandteile vorweisen kann.

3)c) Die Mindener Schule übernimmt die gesamten Kosten für die Mappe.

Es wurde das Bedürfnis geäußert, die Mappen anderer Schulen kennen zu lernen.

Beim nächsten Treffen  soll die Wuppertaler Mappe vorgestellt werden.

 

Nächstes WAB-Treffen:         13.3.2013

 

Protokoll: Karin Weber (RSS Dortmund)

Vorgesehene Tagesordnungspunkte waren:

  1. Erziehung im digitalen Zeitalter: Offenes Gespräch – Praktische Umsetzung im täglichen Unterricht
  2. APF-Qualitätsfragen
  3. Erschließungsantrag
  4. Mappenbestellung
  5. Bericht Koordinationsgruppe APF
  6. Vorstellung der APF-Mappe aus Wuppertal

Vertretene Schulen: RSS Bochum, FWS Dinslaken, FWS Erftstadt, FWS Essen, FWS Gladbeck, FWS Gütersloh, FWS Haan-Gruiten, FWS Minden, FWS Mülheim, FWS Sankt Augustin, RSS Wuppertal

zu TOP 1:

·        Aus verschiedenen Schulen wurde berichtet, wie in der Schule bzw. im Unterricht mit der Nutzung digitaler Medien umgegangen wird.

·        Es stellte sich die Frage, wie man Schüler davon überzeugen kann, dass sie sich nicht an den Unterricht anbinden können, wenn sie ständig ihr Handy kontrollieren.

·        Der eigene Wille muss gestärkt werden!

·        Aus den Berichten ergaben sich viele Anregungen, so dass in der nächsten WAB-Konferenz berichtet werden soll, ob Anregungen zum Thema Medien in der eigenen Schule umgesetzt wurden.

zu TOP 2:

Vor der WAB-Konferenz hatte Herr de Vries einen Fragebogen an alle Schulen gesendet. Bis auf Bielefeld, Bonn, Köln und Siegen haben alle beteiligten Schulen den Fragebogen ausgefüllt zurück gesendet.

  • Die Kolleginnen aus Erftstadt erläutern ihre Antworten des Fragebogens. In jeder Oberstufenklasse ist ein Kollege von der 9 bis 12 für die Portfolios zuständig (nicht der Klassenbetreuer). Diese 4 Kollegen + 1 Vater + 2 Schüler (zurzeit aus der 10. Klasse) bilden die Portfoliodelegation, die auch für die Endkontrolle der Mappen zuständig ist. Die beiden Schüler dieser Delegation gehen z. B. in die Klassen und sind bei Fragen z. B. zu Textverarbeitungsprogrammen behilflich.
  • Erftstadt bringt zur nächsten WAB-Konferenz eine Mustermappe mit.
  • In der nächsten WAB-Konferenz soll eine andere Schule ihre Antworten des Fragebogens erläutern.

zu TOP 3:

In dem Erschließungsantrag muss ganz klar dargestellt werden, dass das APF NRW ein möglicher Waldorfabschluss ist und nicht etwa verbindlich für alle Waldorfschulen in NRW wird. Herr de Vries ändert das Anschreiben für die Konferenz der Arbeitsgemeinschaft NRW entsprechend.

zu TOP 4: Herr de Vries koordiniert die Mappenbestellung per Mail.

zu TOP 5: vertagt

zu TOP 6: Frau Sträßer stellt die Mappe aus Wuppertal vor.

Nächste WAB-Konferenz: Mittwoch, 15. Mai 2013

 

Protokoll: Martina Löhnhardt, FWS Minden

1.      Kurze Berichte aus den Schulen/Austausch

2.      Digitale Medienkompetenz: Umsetzung in den Schulen

3.      Bericht und Erläuterung aus den Schulen zu den Qualitätsfragen des APF

4.      Qualitätsentwicklung APF: Wie gestalten wir ein Verfahren? Erste Ideen

5.      Vorstellung eines Abschlussportfolios: Waldorfschule Erftstadt

6.      Vorblick auf das Oberstufen-Kolloquium am 3.7.2013 mit Florian Oswald in Witten/Annen

7.      Verschiedenes

Anwesend: VertreterInnen der Schulen FWS Erftstadt, FWS Hamm, FWS Münster, FWS Sankt Augustin, Blote Vogel Schule Witten sowie Herr Demisch, Herr Müller (bis 17.00 Uhr) und Frau Köpke (Sekretariat der Arbeitsgemeinschaft)

 

Entschuldigt: Frau Scharpey, Frau Sieg sowie die Herren Bretschneider, de Vries, Glaw,

Ostermann, Schröppe und Verbeck

zu TOP 1:

Es wird nach dem Stand der Anerkennung des Waldorfabschlusses gefragt, vor Jahren hatte Herr Freitag einmal von einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof gesprochen. Es wird auf das European Waldorf Diploma hingewiesen. Herr Müller berichtet, dass Mitte Juni ein Treffen in England stattfindet, dort soll über die Anerkennung der Abschlüsse gesprochen werden. Im Arbeitskreis Zukunft der Abschlüsse ist besprochen worden, dass eine Schule in Deutschland gesucht wird, die das Diploma vergibt und danach könnte man ggfs. klagen, falls das Diplom nicht anerkannt wird.

Nach Ansicht von Herrn Demisch müsste über die Einrichtung eines Abiturkollegs gesprochen werden, da an manchen Schulen nur noch wenige Schüler die Abiturvorbereitungsklasse besuchen. Die „Abwanderung“ von Schülern nach der 11. Klasse verstärkt sich.

In einigen Schulen gibt es erfolgreiche „B-Zweige“ in der 12. Klasse, aber jedes Jahr muss darum gerungen werden. Bei vielen Lehrern steht die Abiturvorbereitung bereits in der 12. Klasse im Vordergrund. Die Arbeit mit dem Abschlussportfolio kann die 12. Klasse „aufwerten“.

Es wird noch kurz auf die Berufskollegs eingegangen. In Sankt Augustin wurde das Klassenspiel in die 11. Klasse vorverlegt, der künstlerische Abschluss findet aber gemeinsam mit den Kollegiaten statt. Herr Müller weist kurz auf interessante Rückmeldungen der Schüler des Berufskollegs hin, die ihren mittleren Abschluss nicht an der Waldorfschule erworben haben. Lehrer des Berufskollegs berichten, dass sie im Berufskolleg teilweise mehr Waldorfpädagogik verwirklichen können als in der Abiturvorbereitung.

  Tu TOP 2:

Dieses Thema soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden.

zu TOP 3:

Dieser Punkt muss nochmals aufgegriffen werden.Frau Oltmanns (Erftstadt) weist darauf hin, dass man zunächst sicher große Erwartungen hat und der Eindruck entstehen kann, man würde diesen nicht gerecht. Kollegen und Schüler müssen den Umgang mit dem Abschlussportfolio lernen.

Frau Röttgerding (Sankt Augustin) berichtet, dass der Impuls von einer kleinen Gruppe ausging, diese arbeitet verlässlich und konstruktiv weiter. Überzeugt hat die Feststellung, dass vieles durch das Portfolio aufgewertet werden kann. Anfänglich hat man allerdings auch einiges von Bochum übernommen.

zu TOP 4:

Herr Demisch weist darauf hin, dass sich die Konzeptgruppe nicht als „Kontrollorgan“ sieht. Es soll ein Verfahren entwickelt werden, dieses soll voraussichtlich in der nächsten WAB- Konferenz vorgestellt werden. Darüber hinaus sind auch Fortbildungen geplant.

zu TOP 5:

Frau Oltmanns und Frau Stein berichten von der Arbeit mit dem Abschlussportfolio an der FWS Erftstadt. Nach einem Besuch von Herrn de Vries hat sich eine Gruppe (Delegation Abschlussportfolio) gebildet, die den Prozess begleiten und weiterführen wollte. Diese Gruppe besteht zurzeit aus vier Kollegen, man hat sich die Oberstufenklassen aufgeteilt, jede Klasse hat eine/n Betreuer/in. In der Delegation wurde einiges erarbeitet (z.B. technische Vorgaben für Lehrer und Schüler, Anregungen für die Erstellung von Gutachten). Zunächst wurde relativ von Bochum übernommen, aber nach und nach umgestaltet. Der jeweilige Abschlussportfoliobetreuer geht zu Beginn des Schuljahres in die Klasse und bespricht die Einzelheiten mit den Schülern. Darüber hinaus wird ein- bis zweimal im Jahr eine ganze Konferenz auf die Arbeit an der Qualität verwendet.

Von Seiten der Schule wird vertreten, dass die 12. Klasse noch zur Waldorfschulzeit gehört, es wurde ein Heft mit entsprechenden Begründungen entwickelt.

Mit den Schülern werden gute Beispiele besprochen, teilweise im Deutschunterricht. Man ist noch im Prozess, der sich jedes Jahr weiter entwickelt. Zu Beginn wurden von den Schülern nur Selbstreflektionen geschrieben, da es sich eher um Beschreibungen handelt, wird noch stärker an der Gestaltung gearbeitet. In der Regel erhält jeder Schüler eine Portfoliomappe. Selbst wenn die Abschlussarbeit nicht gelungen ist, aber der Prozess reflektiert wurde, wird dies anerkannt.

Zum Inhalt der Mappe gehören u.a.: Landwirtschaftspraktikum, Feldmesspraktikum, Musical in der 10. Klasse, Sozialpraktikum, Kunstfahrt, Klassenspiel, künstlerischer Abschluss sowie ggf. Cafeteria-Arbeit, Schülervertretung usw. Es wird für da Sozialpraktikum die Beurteilung der entsprechenden Institution eingeholt. Auch das Textzeugnis wird in die Mappe aufgenommen.

Die Delegation erhält die Unterlagen am Ende jeden Schuljahres in digitaler Form. Für die Korrekturen (von Tippfehlern etc.) sind die Mentoren, die die Schüler betreuen, zuständig (z.B. beim Feldmessen die begleitenden Kollegen, beim Musical eine kleine Delegation und für das Sozialpraktikum einzelne Mentoren, die sich die Schüler aussuchen). In der 12.

Klasse sind die Klassenbetreuer stark eingebunden.

Das Abschlussportfolio wird in der Delegation zusammengestellt. In den Klassen 9 bis 11 arbeiten die Schüler an einem Schulsamstag an ihren Texten und können diese dann durch Fotos ergänzen, damit das Portfolio attraktiv gestaltet ist. Auch initiative Eltern sind in die Arbeit einbezogen, auch in die Delegation.

In diesem Jahr wird das Abschlussportfolio in Erftstadt zum fünften Mal ausgegeben und nicht mehr in Frage gestellt. Es gibt Schüler, die ihr Portfolio aktiv vertreten. Es gehen zwar einige Schüler nach der 11. Klasse von der Schule ab, aber 5 – 8 Schüler besuchen in der

12. Klasse den B-Zweig. Zurzeit hat die 12. Klasse der FWS Erftstadt 24 Schüler, bis aufzwei oder drei Epochen sowie in den Fächern Englisch, Deutsch, Mathematik und Politik, werden alle Schüler gemeinsam unterrichtet.

Die FWS Erftstadt kooperiert mit der Michaeli Schule in Köln In der 12. Klasse kommen Schüler aus Köln zu den Fachepochen, alle anderen Unterrichte werden in der Heimatschule erteilt.

zu TOP 6:

Herr Demisch macht auf das Oberstufen-Kolloquium am 3. Juli 2013 in Witten/Annen aufmerksam (siehe Anlage).

Der Arbeitskreis Oberstufe plant gemeinsam mit dem Sprecherkreis am 17. Sept. 2013 einen Austausch zur Vereinbarung der Anforderungen der zentralen Prüfungen und der Waldorfpädagogik. Es sollen entsprechende Konzepte vorgestellt werden.

zu TOP 7:

Es wird auf den Kongress vom 20. – 22.9.2013 in Berlin-Kreuzberg hingewiesen. An einem Infostand wird wieder über das Abschlussportfolio informiert.

Herr de Vries und Frau Scharpey sind auch in andere Bundesländer zu Informationsgesprächen eingeladen worden.

Die Mappenbestellungen sollten jetzt abgegeben werden, die Mappe erhält das Logo des Bundes der Freien Waldorfschulen.

 

Das Oberstufen-Kolloquium am 3. Juli 2013 soll auch eine Art WAB-Konferenz sein. Die erste WAB-Konferenz im neuen Schuljahr findet am 13. Nov. 2013 statt.

Protokoll: Elisabeth Köpke

Impulsreferat von Frank de Vries zur Entwicklungsphysiologie des Jugendalters:

Wie führen wir unsere Schüler zu Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit im Lernprozess? (liegt gedruckt vor) Schluss: Urteilsbildung umschließt Denken, Fühlen und Wollen. Freiheit im Denken: Sich lösen von Denkgewohnheiten und Vorurteilen. Erkenntnis aus genauer Betrachtung und eigenständigem Denken. Fühlen: Selbstempfindliche Gefühle wie Sympathie und Antipathie machen unfrei. Empfinden im künstlerischen Tun kann zu einem Freien Verhältnis zur Welt führen, aber auf einer anderen Ebene als durch das Denken. Wille: Wir werden von außen zu allem Möglichen gedrängt. Aus eigenem Entschluss zu handeln ist schwer. Es wird manchmal deutlich, wenn ein Schüler das Jahresarbeitsthema wechselt weil er merkt, das erste Thema ist eigentlich nicht seins, er will etwas anderes ergreifen, unabhängig von äußeren Anforderungen.

Aussprache zum Impulsreferat -

In der Schule stehen wir im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen von außen und dem, was wir für wichtig halten.

Eigentlich gibt es Anforderungen von außen nur in den Klassen 11 und 13, ansonsten sind wir frei und können Impulse der Schüler fördern

- Kunstunterricht: in der 9. und 10. Klasse keine Farbe, das ermöglicht einen geschützten, unbetretbaren Raum des Gefühls.

- Jahresarbeit: Der Schüler darf etwas ergreifen, was für ihn von Bedeutung ist. Köln: Jahresarbeit Ende 10. Klasse – Mitte 11. Klasse, da in der 12. Klasse die Abiturvorbereitung beginnt. Das widerspricht eigentlich unserem Ideal. Jahresarbeiten sollen nicht geschrieben, sondern getan werden. Sich eine Aufgabe wählen und sie bewältigen. Einer persönlichen Fragestellung nachgehen. Tun – Erleben – Evaluieren – Schreiben. - Eigentliches Ziel ist es, Harmonie zwischen Ich und Welt zu erreichen. Zufriedenheit im Beruf stellt sich dann ein, wenn man sich mit dem, was man tut identifizieren kann. Wir sollten den Schülern Handlungsspielräume eröffnen, wo sie in geschütztem Raum Erfahrungen machen können. Wo gehen die Schüler Risiken ein, verlassen vorgegebene Wege? Gestehen die Kollegien den Schüler zu, eigene Wege zu gehen?

- Die 12tklässler sind sehr verschieden, wir können Freiräume schaffen, aber nicht alle Schüler können sie ergreifen. - Wie arbeiten wir konkret pädagogisch im Verlauf der Oberstufe, um Schüler zu Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit im Lernprozess zu führen und zu begleiten?

- Wie kann es uns gelingen, dass Epochen die Schüler verändern?

Offener Markt

- Haan-Gruiten: Tag der offenen Tür für das Berufskolleg, 25.1.2014 Mathematik/Physik/Informatiklehrer gesucht.

- Herr Schröppe aus Minden ist neuer Projekteiter der Koordinationsgruppe APF-NRW Herr de Vries wird sich um Bundesangelegenheiten des APF kümmern.

- Düsseldorf: 27.11.2013 Kolloquium zum APF mit je 2 Schülern aus Bochum, Düsseldorf und Minden, Abnehmern aus Wirtschaft, Vertretern aus Wissenschaft und Politik. Feed back zur Frage, wie wird das APF von außen gesehen. - Wenn Schulen an dem Verfahren für Übergang von Schule zum Beruf teilnehmen, können sie eine entsprechende Refinanzierung erhalten.

- von der internationalen Oberstufentagung in Potsdam: Es wurde Kontakt zu 4 Waldorfschulen aus Neuseeland geknüpft, die auf den Weg sind, einen eigenen Waldorfabschluss als Alternative zum staatlichen Abschluss einzuführen. Frage, ob er z.B. auch in Deutschland anerkannt wird. „Dialogisches Lernen“ nahm großen Raum ein. Referenten: Urs Ruf, Peter Galin. Waldorfpädagogik vor allem in der Oberstufe muss neu entwickelt werden und lebt nicht mehr aus den alten Impulsen.

- Qualitätsmanagement des APF: Koordinationsgruppe will die Projektschulen besuchen und auf das jeweilige APF schauen mit der Fragestellung: Was lebt an den jeweiligen Schulen, was muss aufgegriffen und neu bearbeitet werden. Ein Fragebogen zur Vorbereitung wird entwickelt. APF heißt jetzt „Abschlussportfolio Waldorfschule“. Es verbreitet sich bundesweit. 36 Schulen über NRW hinaus setzten das APF um. - WAB-Konferenzen sollen mindestens Zweimal im Jahr stattfinden, jeweils 2 Wochen (Mittwoch) nach den Herbstferien und 2 Wochen (Mittwoch) vor den Osterferien nächste Termine: 22.1, 2.4. und 29.10. 2014

Rückblick auf 5 Jahre WAB-Konferenz (Vorlage "Dokumentation" wurde vorher verschickt)

- Als wertvoll wurden angesehen der Austausch über allgemeinpädagogische Themen, die Ausgestaltung des APF an den verschiedenen Schulen, zu hören, was andere tun, Anstöße zur Weiterarbeit zu bekommen. - Man kann voneinander lernen, was Sicherheit bietet. - Ein Ziel ist die Außenwirkung, und immer mehr Schulen anzusprechen.

- Wir haben in enger Absprache das APF entwickelt. Gibt es andere Formen des Waldorfabschlusses? - Die WAB-Konferenz soll als Forum für Oberstufenfragen Bestandteil der Arge werden, denn dann wäre eine bessere Koordination der entsprechenden Veranstaltungen möglich. Vom Sprecherkreis soll dann die Zusammenarbeit aller Gremien, die sich mit Abschlussfragen beschäftigen, koordiniert werden. Die WAB-Konferenz soll regelmäßig in der Konferenz der Arge berichten. Die WAB-Konferenz ist vom Sprecherkreis der Arge am 16.12.13 eingeladen worden und wird dort dieses Anliegen vortragen. Die Ziele und Aufgaben der WAB-Konferenz sind bereits formuliert.

Nächste Konferenz am 22.01.14: Themenwunsch: Bericht der Waldorf-Berufskollegs

Protokoll:

Nicola Sträßer

1. Pädagogisches Thema: „Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit im Lernprozess am Beispiel der handwerklich-künstlerischen Fächer der Oberstufe“

Herr de Vries leitete mit einer Darstellung zum Thema ein und greift dabei die in dem vorliegenden Text (siehe Anlage „Impulsreferat“) angesprochenen Stichpunkte auf und stellt den besonderen Stellenwert des handwerklich-künstlerischen Unterrichtes heraus. Bei der Geburt des Astralleibes im III. Jahrsiebt stehen nun Denken, Fühlen und Wollen als Seelenfähigkeiten zur Verfügung, das Ergreifen dieser ist nun gefordert und sie sollen den Jugendlichen zu selbstbestimmtem Handeln befähigen.

Es gab dazu einen Hinweis auf den Text von Peter Selg „Eine grandiose Metamorphose“. Das Gefühlsleben entfaltet sich in zwei Polen. Die Hin- und Herbewegung zwischen antipathischen und sympathischen Gefühlen stellt sich ein und der Umgang damit muss gelernt werden.

Denken: Begriff/Wahrnehmung/Erkenntnis muss geschult werden

Fühlen: Selbstbestimmtes ergreifen, wie geht das?

Willen: Willenserziehung, über Denken den Willen lenken und motivieren.

Die Aufgabe, die Polarität zwischen Willen und Denken in Beziehung zu bringen entsteht. Die Zielsetzung des Oberstufenunterrichtes ist die Ausbildung der Urteilskraft und umfasst alle drei Bereiche.

Die Metamorphose beginnt in der 7./8. Klasse und reift bis zum Ende der Oberstufe. In dem Textabschnitt auf Seite 5 oben wird darauf hingewiesen, dass die kognitive Erziehung durch die „Hand“ geht, das bedeutet, dass der handwerklich-künstlerische Unterricht gestärkt werden muss. Der handwerkliche Unterricht wird in der 5./6. Klasse (Vorpubertät) begonnen. Es wird auf die Entwicklung des Handwurzelskelettes hingewiesen (siehe Darstellungen auf S.6). Erst mit dem 12. Lebensjahr werden die Handwurzelknochen miteinander verschachtelt und erst ab dann kann man Werkzeuge entsprechend führen.

2. Marco Wehr hat in dem Buch „Die Hand - Werkzeug des Geistes“(1) auf die große Vernetzung der Hand im Gehirn verwiesen, die durch die Neurobiologie bestätigt wird. Die Frage, ob die Gehirnbildung zuerst oder durch die Hand erst die Gehirnbildung entsteht, bleibt allerdings offen. Festzustellen ist, dass motorische Fertigkeiten die Gehirnentwicklung fördern. Die Vielfalt an handwerklichen und künstlerischen Fächern in der Oberstufe schafft eine Begegnung mit den Erdenkräften (Elementen), bildet eine Grundlage für die Willenserziehung und fördert den Jugendlichen in seiner Entwicklung der Seelenkräfte.

2. Offenes Gespräch zu dem Thema: In der Aussprache zu dem Thema wurden verschiedene Beispiele zum handwerklich-künstlerischen Unterricht angegeben, die aufzeigten dass eine die positive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler durch die handwerkliche-künstlerische Betätigung gegeben ist.

Eine Auswahl aus den Beispielen zeigte folgende Aspekte auf:

- Die Verknüpfung zwischen Wille und Denken durch geeignete Motivation führt zu vielen guten Arbeiten. Ebenso eine ganzheitliche Ansprache des Jugendlichen.

- Die Poetik-Epoche gibt Gelegenheit seine Gefühlswelt (sein Selbst) herauszulassen. - Instrumentalisten haben weniger Probleme Hausaufgaben, etc. anzufertigen, das wirkt positiv auf die Willenserziehung

- Gemeinschaftsprojekte im Künstlerischen fördern soziale Kompetenzen auch in Pausen und im Freizeitbereich.

- Künstlerische Arbeiten, Projekte und Abschlüsse fördern auch die Auseinandersetzung mit sich selbst jenseits der Intellektualität und können das Selbstvertrauen stärken.

[Der „Geburtsprozess“ (des Ich) kann beobachtet werden.] Eine Feststellung aus dem Unterricht wird angemerkt: Eine leicht nörglerische Einstellung führt teilweise zu einem besseren Lernprozess. Eine etwas antipathische Einstellung - mit der Aufgabe: „Finde Wege damit umzugehen.“ - zeigt, dass sich die Lernbereitschaft erhöhen kann. Das Eintauchen bei der Arbeit am Widerstand reizt zum Ergreifen. Es gibt viele gute Beispiele, aber man kann auch vieles falsch machen, eine unglaubliche Verantwortung! Was tun wir, wenn wir den handwerklich-künstlerischen Unterricht kürzen? Der Wille ist die Seelenkraft, mit der das Ich seine Ziele verwirklichen kann. ----------- (1) Marco Wehr/Martin Weinmann(Hrsg.), Die Hand – Werkzeug des Geistes, Spektrum Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 9783827402929.

3. Berichte aus den Berufskollegs

Die Berichte aus den Waldorf-Berufskollegs bezogen sich einerseits auf die Entwicklung und andererseits auf die Schwerpunkte und Erfahrungen der bislang entstandenen 7 Waldorf-Berufskollegs (WBKs) an Waldorfschulen. Es waren Vertreter von 5 WBKs anwesend und berichteten über ihre Erfahrungen und die derzeitigen Schülerzahlen. Ein WBK ist eine Fachoberschule mit entsprechender Fachrichtung in einem zweijährigen schulisch-praktischen (dualen) Bildungsgang mit dem Abschluss der Fachhochschulreife mit beruflichen Kenntnissen. Ein WBK ist eine rechtlich eigenständige Schule. Es gibt an einigen Stellen Verzahnungen mit den Klassen der Waldorfschule, die Unterrichte dürfen jedoch nicht gemeinsam durchgeführt werden. Die Gestaltung des ersten Jahres ist unterschiedlich in den verschieden Schulen (Blockzeiten für Praktika und Schule oder 3 Tage Praktikum und 2 Tage Schule). Das zweite Jahr ist ein Vollzeitschuljahr. In der Regel besuchen auch Schüler aus anderen Schulformen die WBKs. Eine Übersicht dazu ist in der Anlage „Abfrage Berufskolleg 130319“ vorhanden. Die Schülerzahlen sind für dieses Protokoll entnommen aus der Anlage „Abfrage WBK 131108“. Schloss Hamborn Fachrichtung: Sozial- und Gesundheitswesen Das WBK hat größere Freiräume in Bezug auf die Vorgaben. Das Verhältnis zur Bezirksregierung ist deutlich entspannter. Prüfungsaufgaben werden dezentral gestellt, Fremdkorrekturen sind nicht erforderlich. Die Logik der Praxis fördert das Lernverhalten und das Soziale im Umgang. Es wechseln auch 2 – 3 Schüler aus der Abiturgruppe in das WBK, weil der Druck in der Abiturgruppe deutlich höher empfunden wird. Schülerzahlen: 19/27 St. Augustin Fachrichtung: Gestaltung Lebenspraxis muss sein. Der Bezug zur Arbeitswelt ist wichtig, die Produktion für den Markt ebenfalls. Bei Schülerzahlen pro Jahr von 17 bis 18 rechnet sich das, es sollten insgesamt schon 23 Schüler sein. Es wird die aktuelle Zahl von insgesamt 20 genannt. Schülerzahlen: 20/18 (das passt nicht wirklich zu der obigen Zahl) Hamm Fachrichtung: Gestaltung

In der Stadt Hamm ist das Angebot an Berufskollegs groß. Schüler, die die Waldorfschule nach der 11. Klasse verlassen, orientieren sich stark an den verschiedenen Fachrichtungen, die im Umfeld an den staatlichen Berufskollegs angeboten werden. Es bleiben nur relativ wenige Schüler der Waldorfschule an dem WBK. Es gibt mehr Schüler, die von anderen Schulen kommen. Es wird hier in der WAB-Konferenz auch nochmals darauf hingewiesen, dass das Studium der verschiedenen Fächer an den Fachhochschulen nicht von der im WBK gewählten Fachrichtung abhängig ist.

Die aktuellen Schülerzahlen betragen derzeit 9/9, das rechnet sich momentan nicht.

Schülerzahlen: 12/9 Haan-Gruiten Fachrichtung: Technik + Naturwissenschaft Bei der Wahl der Fachrichtung hat man sich die Frage gestellt, was Jungen reizt, um an der Waldorfschule zu bleiben. Man hat dann die Fachrichtung Technik gewählt, zum Kennenlernen und zum verantwortungsvollen Umgehen mit Technik und Naturwissenschaft. Das brachte leider einen so großen Erfolg bei den Jungen, dass bisher nur zwei Mädchen in den vier Jahren das WBK absolvierten. Die Gestaltung des ersten Schuljahres ist mit 3 Tagen Praktikum und 2 Tagen Schule für die Schüler ungewohnt, die Schüler fühlen sich anders. Die Biographien der Schüler sind sehr unterschiedlicher Art. Die Verantwortung steigt und die Handlungswirklichkeit ist wichtig und wird von den Schülern wahrgenommen. Wünsche: Eine bessere Verteilung der Schüler auf die WBKs. Schüler wissen oft nicht, welche Möglichkeiten es auf der Waldorfebene gibt. Eine bessere Vernetzung der WBKs mit den Regel-Waldorfschulen. Oft werden die WBKs als Konkurrenz gesehen, es betrifft aber nur die Schüler, die die Schulen sowieso verlassen wollen. Idee, einen gemeinsamen Flyer der WBKs zu entwickeln.

Schülerzahl: 14/7 Windrather Tal Fachrichtung : Sozial- und Gesundheitswesen Es findet epochale Unterrichtsgestaltung statt. Verstärkte Praktikumszeiten (auch im Ausland). Zwei lange Auslandszeiten (Expeditionszeiten) sind vorgesehen. Die intensive Betreuung wird gesucht, das Anonyme wird abgelehnt. Durch die besondere Form dieser Schule ist man im WBK auf Schüler aus anderen Schulen angewiesen. Es besteht eine Kooperation mit der Schule in Haan-Gruiten.

Schülerzahl: 16/16 Haan-Gruiten.

Köln /Bielefeld waren nicht vertreten, beide haben die Fachrichtung Sozial- und Gesundheitswesen. Die Fragen und Ergänzungen - Das Konzept der Fachoberschule führt zur vollständigen Fachhochschulreife (Praxis und Schule) - Kognitive Fächer sind ebenfalls vorhanden, Die Noten können zur Hälfte angespart werden und bestehen zur andern Hälfte aus der Prüfung. - Es sollten Möglichkeiten geschaffen werden, mit den Kollegien zu kommunizieren und die Informationen über die WBKs in die Oberstufen zu tragen. Es gibt Probleme mit Fehlberatungen und einer Überbetonung der kognitiven Abiturfächer. 

Es wir auch dargestellt, dass Waldorfschüler gerne auf andere Schulformen gehen, weil sie dort gut sind und schnell Anschluss finden. Externe Schüler sind interessant für Außen- stehende.

4. WAB – Konferenz: Zur Eingliederung in die Strukturen der Arbeitsgemeinschaft NRW Herr Bialik als Vertreter des Sprecherkreises der Arbeitsgemeinschaft erläutert das Anliegen die Berufskollegs und die Konferenzen der Abschlussbeauftragten in die Strukturen, die sich die Arbeitsgemeinschaft gegeben hat einzubeziehen und die Waldorfbereiche in den Klassen 12 und 13 stärken. Dabei soll insbesondere auf das Abschlussportfolio als mögliche Abschlussform der 12. Klasse hingewiesen werden. Durch die Formulierungen in den Punkten „2. .Aufgaben“ und „3. Organe“ soll eine Verzahnung und Wahrnehmung ermöglicht werden, die möglichst alle Bereiche einbindet, Raum und Stellung verdeutlicht sowie Austausch und Gespräch ermöglicht. (Siehe Anlage „Protokoll Gespräch vom 14.12.2013“

zur TOP 4 ) Zu diesem Punkt gab es von den Mitgliedern der WAB- Konferenz folgende Anmerkungen. Es wäre wichtig, dass die Arbeit der „Portfoliogruppe“ nun fortgesetzt wird. Insbesondere auch die Lernbegleitung kann mit Hilfe der gemachten Erfahrungen überarbeitet werden. Die Kompetenzfeststellungsverfahren und –nachweise können erweitert werden. Es gibt hier eine konkrete Anfrage aus dieser Gruppe: Es gibt Kompetenznachweise, die in der Entwicklungsphase sind. Für den Bereich „Feldmessen“ sucht Frau Scharpey (RSS Bochum) einen oder mehrere Kollegen, die sich mit Absprache auf die Realisierung/Erprobung solcher Nachweise für diesen Bereich einlassen können. Bitte melden!

Die WAB-Beauftragten werden gebeten, die Delegierten der Arbeitsgemeinschaft ihrer Schule über die geplanten Änderungen in der Satzung der Arbeitsgemeinschaft zu informieren und in den Schulgremien zu beraten, damit die Delegierten in den kommenden Konferenzen der ARGE in der Lage sind, ein Votum abzugeben.

5. Sonstiges Nächste WAB- Konferenzen: 02.04.2014 / 29.10.2014 Themenvorschlag: Der Kompetenzbegriff als neuer Bildungsbegriff der Waldorfschule - Den Kompetenzbegriff betrachten und besprechen - Formative Evaluation (nach John Hattie)

Für das Protokoll: A. Bretschneider, FWS Gladbeck 22.01.2014 Anlagen: - Impulsreferat von Herrn de Vries - Abfrage Berufskolleg (Strukturen WBKs) - Rückblick auf die Weiterbildung WBK vom 17./18.1.2014 - Protokoll Gespräch vom 14.12.2013 ( Anlage zu TOP 4 / Auszug aus dem Protokoll des Arge-Sprecherkreises vom 16.12.13)

1. Pädagogisches Thema:

- Einführung: Die Waldorfschule braucht neue Formen der Leistungsbewertung!

Frank de Vries weist u.a. auf John Hatties Forschungsergebnisse hin („Invisible Learning“), in dem dieser untersucht, welche Elemente des Unterrichts zu effektivem Lernen und Lehren beitragen.

Der wichtigste Punkt ist die formative Evaluation, an zweiter Stelle folgt die Lehrerpersönlichkeit, hier insbesondere die Klarheit im Bezug auf das Anforderungsprofil.

Wichtig ist eine Feedbackkultur. Die SuS sollten einbezogen werden durch klare Kriterien.

Es wird unterschieden zwischen summativem (Stichworte: normativ, quantitativ, z.B. Zeit) und formativem Leistungsbegriff (Stichworte: Kompetenzen, prozesshaft, individuell, qualitative Gesichtpunkte, z.B. Geschicklichkeit, Geduld, Fähigkeiten). Letztere sind nicht (einfach) abprüfbar.

Die Waldorfpädagogik muss sich in der Oberstufe zwischen diesen Polen bewegen.

- Aus der Praxis: Neue Formen der Leistungsbewertung in der Oberstufe!

Christiane Schulte-Stumpf (RSS Bochum) weist auf das Problem hin, dass wir von der Notwendigkeit neuer Bewertungsformen reden, aber nach wie vor die „normalen“ Klassenarbeiten geschrieben werden. Sie stellt Ideen aus ihrer Praxis vor, wie dieser Teil des Unterrichts neu gedacht und neu gegriffen werden kann. Der Fokus verschiebt sich dahin, sichtbar zu machen, was die SuS können, nicht was sie nicht können. Das steigert die intrinsische Motivation und sorgt für angstfreies Lernen. Der Lehrer muss seine Rolle völlig neu greifen, es geht mehr um Ermutigung und Begleitung von Lernprozessen, weniger um Kontrolle und standardisierte Leistungsüberprüfung.

Beispiele:

- Statt Abschlussprüfungen prozessorientierte Methoden wie Portfolio.

- Rahmen vorgeben, SuS wählen Arbeitsbereich selber, je nach Interesse und Fähigkeiten.

- Kriterien zur Bearbeitung und Bewertung einer Aufgabe gemeinsam im Unterricht entwickeln, evtl. Ergänzungen durch den Lehrer. SuS „basteln“ sich dann zu Hause ihre Klassenarbeit für den nächsten Tag.

- Aufgabenstellung zusammen mit den SuS erarbeiten

- Schwierigkeitsgrade beachten

- reproduktive und kreative Aufgaben kombinieren

- Gemeinsames Betrachten der Arbeiten, Epochenhefte. Beispiel: Jeder Schüler nimmt sich auf der Hälfte der Epoche ein Heft und schreibt dem Verfasser eine Brief. Kriterien müssen vorher erarbeitet werden. Mängel als Wünsche, nicht als Kritik formulieren! Keine defizitorientierte Bewertung, sondern zukunfts- und entwicklungsorientierte! Von der 9. Klasse an üben!

- Klausurtexte am Tag vorher mit nach Hause geben, dann können die SuS sich nicht nur konkret vorbereiten und zeigen was sie können, sondern auch die Kräfte der Nacht wirken.

- summative Methode: z.B. 11-er und 12-er-Klausuren im Unterricht schreiben lassen, nicht als unbekannte Klausur vorlegen.

Vorteile: Angstfreies Lernen und Arbeiten führen dazu, dass die SuS in den Abiturprüfungen sogar erfolgreicher sind.

Wichtig: Eltern aufklären

2. Gespräch: Es folgt eine lebhafte Diskussion, in der neben viel Zustimmung auch kritische Fragen auftauchen. Stichpunkte: Geht das in allen Fächern, an allen Schulen, auch in der Abiturvorbereitung etc.?

Literaturtipp: Felix Winter, Handbuch Portfolioarbeit (Klett).

3. Qualitätsentwicklung des APF:

Wolf Schröppe berichtet: Fragebogen des Vorbereitungskreises ist letzte Woche an alle Schulen rausgeschickt worden. Bitte zeitnah bearbeiten und zurücksenden, ebenso die Anfrage des Bundes bezüglich der Ansprechpartner an den Schulen für das APF.

Der Vorbereitungskreis plant Besuche an allen Schulen, um über den Stand des APF dort zu sprechen.

Auf Bundesebene gibt es eine Koordinationsgruppe. Das APF wird zur Zeit noch stark von NRW getragen. Es gibt derzeit 37 Projektschulen, davon 21 in NRW.

4. Die WAB-Konferenz: Die Eingliederung in die Strukturen der Arbeitsgemeinschaft NRW:

Auf der letzten Gesamtkonferenz wurde der Vorschlag zur Satzungsänderung angenommen.

Der geplante Oberstufen-Abschlusskreis im Rahmen der Arge soll aus Vertretern der WAB-Konferenz sowie den ZP- und Abiturbeauftragten der Schulen und Vertretern der Waldorf-Berufskollegs bestehen. Die genaue Ausgestaltung erfolgt noch.

Anregungen aus dem Plenum: Vernetzung der Kreise, über internationale Entwicklungen informieren (ISSC), inhaltliche Aspekte wie Bewertungsformen, Berufsorientierung („b-Gruppen“).

Es geht auch um die Frage, wie wir unsere inhaltliche Arbeit in der WAB-Konferenz fortsetzen.

Anregung de Vries: Gespräch über Waldorf-Oberstufe mit verschiedenen Kreisen.

5. Sonstiges: 29.10.2014 nächste WAB-Konferenz

Evtl. findet noch in diesem Jahr eine erste Konferenz aller Abschlussbeauftragten (s.o.) statt.

Protokoll: Nina Hellmann, FWS Erftstadt, 14.4.2014

Teilnehmer siehe Anwesenheitsliste

Begrüßung durch Frau Scharpey.

Einleitung durch Frank de Vries zum Thema Persönlichkeitsbildung in der Oberstufe

Tafelbild:

            Unterricht                                                                Persönlichkeitsbildung

          Normen und Kontrolle                                              - Freiheit

           staatliche Abschlüsse (Berechtigungswesen)         - Waldorfabschluss

          Qualifikationsrahmen                                                - individuelle Leistungsbewertung

          summative Evaluation                                               - formative Evaluation

 SSC: Franz Glaw berichtet über das SSC (Steiner School Certificate):

Vorgeschichte: Einführung der zentralen mittleren Abschlussprüfungen machte es notwendig, sich innerhalb der Waldorfbewegung Gedanken darüber zu machen, wie die Oberstufe bzw. der Waldorfabschluss gestärkt werden können, um sinkenden Schülerzahlen und Prüfungsfokussierung entgegen zu wirken. Diese mündeten letztlich im Projekt Abschlussportfolio NRW (jetzt nur noch Abschlussportfolio) bzw. anderen schüler- und kompetenzorientierten Projekten wie EPC (European Portfolio Certificate), EWD (European Waldorf Diploma), etc.

Kurzer Überblick über die Einführung des SSC in Neuseeland

Stichwort „assessment for learning“ statt „learning for assessment“: kompetenzorientierte Bewertung, die das Lernen anregt und fördert.

Juristische Situation ist geklärt. Europarechtlicher Hintergrund: Lissabonner Anerkennungsverträge sichern die Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse, die in einem der Mitgliedsländer erworben wurden. Anerkennung erfolgt in Deutschland durch ZAB in Bonn.

Weitere verlässliche Information zum juristischen Hintergrund, Regelwerk etc. wird nächste Woche an die Teilnehmer der Konferenz verschickt.

 

Wichtig: Es geht nicht um die Abschaffung des Abiturs, sondern eher um die Möglichkeit, beides parallel anzubieten, also z.B.

10.              Kl. SSC level 1

11.              Kl. SSC level 2

12.              Kl. SSC level 3 mit oder ohne Hochschulzugangsberechtigung

evtl. 13. Kl. Abitur

Die Hochschulzugangsberechtigung bzw. level 3 kann auch über die Schuljahre 12 und 13 gestreckt werden, da modulares System.

Das SSC sollte nicht als „billige Variante“ des Abiturs verkauft werden, mit der alles geht.

Auch eine Abschaffung der ZP10 ist zur Zeit nicht möglich.

Offene Frage: Benötigen Lehrer, die das SSC abnehmen, die Sek.II-Anerkennung?

Das deutsche SSC ist umfangreicher, es schließt z.B. im Gegensatz zum neuseeländischen eine 2. Fremdsprache ein.

Beispiel aus dem Deutschunterricht (Parzivalepoche) von Herrn Glaw. Vor der Epoche muss der Lehrer Lernziele festlegen und darstellen, wie der Schüler diese nachweisen kann. Transparenz gegenüber den Schülern und Lehrern (konkret in Form eines Kollegen, der in die Entwicklung der o.g. Lernziele und Bewertungskriterien eingebunden wird) ist Voraussetzung.

Zusätzlich prüft noch ein externer Moderator (z.Zt. Martyn Rawson und ?).

Schülern müssen verschiedene Lernziele und Formen des Assessment angeboten werden bzw. eine Wahlmöglichkeit, z.B. 3 von 7 müssen bearbeitet werden. Für Schüler verlässliche und transparente Bewertungskriterien müssen auch für künstlerische Fächer entwickelt werden, darin liegt auch eine Chance.

Nicht alle Fächer zählen, sondern 4 Pflicht- und 4(5?) Wahlpflichtfächer.

Ergebnisse: achieved – merit – excellence

Hauptvorteil gegenüber Abitur: Waldorfspezifische Fächer und Elemente können einbezogen werden, z.B. 17 % der Gesamtbewertung macht die Jahresarbeit aus, auch APF kann integriert werden.

Inzwischen gibt es 5 neuseeländische Schüler, die sich erfolgreich an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, Österreich u.a. beworben haben (für verschiedene Studienfächer).

Kosten: 12.000 Euro pro Schule und Jahr plus jeweils 150 Euro für jeden Schüler.

Derzeitige Projektschulen in D: Erfurt (zur Zeit 11. Klasse, nächstes SJ level 3/12. Klasse), leider nur wenige prüfungserfahrene Kollegen; Frankfurt (macht nur einen Durchgang mit einer Klasse); Berlin Prenzlauer Berg (Schule im Aufbau, neue Kollegen wurden unter der Prämisse eingestellt, nach SSC zu unterrichten).

Förderung durch den Bund bzw. die Software-AG-Stiftung. Letztere will eine konkrete Projektschule fördern, evtl. in Kombination mit einer wissenschaftlichen Erforschung durch Dirk Randoll (Alanus?).

Die Erftstädter Schule hat Interesse am SSC bekundet, steht aber noch ganz am Anfang des Prozesses und hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

 

 

APF 

Herr de Vries verteilt neue/aktualisierte Broschüren, von der gerne große Mengen nachbestellt werden können. Das gleiche gilt für die Etiketten für die Mappen.

Anregung: Aufsätze aus den Broschüren o.ä. in Oberstufenkonferenzen diskutieren.

Kompetenznachweise über ein Zeugnisprogramm

Frau Scharpey stellt das Konzept der Bochumer Schule zur Bearbeitung und Verwaltung der APF-Gutachten und Texte vor (TK-Schulsoftware). Auch der Stundenplan kann über dieses Programm erstellt werden. Die Daten werden auf einem Server in Deutschland gespeichert.

Es handelt sich dabei um ein „Waldorf-Produkt“.

Termine

Die reguläre WAB-Konferenz wird auf 2 Wochen vor den Osterferien (jeweils an dem Mittwoch) festgelegt.

Außerdem findet im Herbst jeweils die „große“ Konferenz aller Abschlussbeauftragten der Waldorfschulen (staatliche und Waldorfabschluss) statt, in dessen Rahmen sich die WAB-Konferenz  trifft.

 

Protokoll: Nina Hellmann, FWS Erftstadt                           21.4.2016

Protokoll der 33. WAB-Konferenz vom 15. 11. 2016

Teilnehmer: Fr. Hellmann (Erftstadt), Herr Tilg (Hamm), Fr. Schulte-Stumpf und Fr. Scharpey (Bochum)

Berichte

Erftstadt: Zeugnisse über eine Software ist eigentlich kein Thema, eher wie der Abschluss in der Elternschaft lebt, d.h. Eltern haben keine Ahnung mehr. Evaluation gewünscht, ob das APF sich lohnt.

Hamm: 2x vollständige Mappe herausgegeben, Hoffnung auf Erleichterung durch PC-Programm. Schüler sind sehr stolz. Für Schüler, die nur eine Selbstreflexion haben, gibt es eine abgespeckte Form des APF. Forstpraktikum ist auch als Kompetenzgutachten eingerichtet.

Erftstadt: Problemfrage = Wer bekommt das APF und wer nicht? Wenn ein Schüler alles verbummelt und auch Fristen versäumt hat und trotzdem Ärger macht, weil er die Mappe nicht bekommt – was dann?

Antwort:

Hamm informiert nach Ablauf einer Frist die Eltern schriftlich über das Versäumnis.

Bochum = Info über das Zeugnisprogramm, das abbildet, ob eine Schüler seine Selbstreflexion abgegeben hat.

Vorschlag aus Bochum:

Einrichtung einer schulübergreifenden Arbeitsgruppe in NRW zur Forschung für die Abbildung von Fachkompetenzen in den “normalen“ Lernfächern (Mathe, Deutsch, Englisch,…. Sowie in den Praktika) Ziel: Anerkennung z.B. für ein Fachabitur) Veröffentlichung der Forschungsergebnisse über das IPL

Offene Fragen und Themen für die nächste WAB-Konferenz:

Wie hält man die Elternschaft für das APF warm?

  • Welche Schulen wünschen sich eine Beratung zur Qualitätssicherung?
  • Darstellung der Planung zur Einführung einer internen Zertifizierung (deVries)
  • Welche Bedingungen gelten für die Herausgabe des APF und wie macht man diese Bedingungen für Eltern und Schüler transparent? Wie geht man in diesem Zusammenhang mit Klagedrohungen um?
  • Wie funktioniert in den einzelnen Schulen die Datensicherung für die Schülerreflexionen und die Gutachten der Lehrer?
  • Wie organisieren die Schulen die Erstellung und das Korrekturlesen der Gutachten und Reflexionen?

Nächste WAB-Konferenz am Mittwoch, den 08. November 2017 in Bochum um 16.00 Uhr.

Protokollantin: Christiane Schulte-Stumpf

anwesend: Ostermann, Scharpey, Sträßer, Schulte-Stumpf

TOP 1)

Trotz rechtzeitiger Einladung erschienen nur die oben Anwesenden. Inhaltlich ging es im Wesentlichen um die Methoden- und Kompetenznachweise, die neben dem APF stehen sollen. Die Orientierung sollte sich nach Fachkompetenzen richten, zum Beispiel für bestimmte Berufsfelder (hier: Vermessungstechniker). So hatte Frau Scharpey im Netz nach entsprechenden Fachkompetenzen eines Vermessungstechnikers recherchiert und diese auf das Vermessungspraktikum in Klasse 10 übertragen. Ähnliches liegt schon für das Fach Biologie in Klasse 12 vor. Herr Ostermann würde sich um das Fach Erdkunde (und auch Sport?) kümmern. Somit könnte man die Bereiche Naturwissenschaft, Gesellschaftswissenschaft, Sprachen und Mathematik daraufhin untersuchen (Bezug ist die Klasse 12).

* Hiermit wird im Rahmen der heutigen Konferenz aufgerufen, dass interessierte und motivierte Personen ihre Fächer hinsichtlich der zu erwerbenden Kompetenzen untersuchen und so benennen, dass eine Bestätigung über den Fachlehrer / die Fachlehrerin erfolgen kann.

Die Idee dahinter ist die, dass man versucht (ein Anerkennungsverfahren initiiert gegenwärtig Herr de Vries), einen Fachhochschulzugang für die Schüler und Schülerinnen nach der Klasse 12 zu erlangen (somit nach den Mittleren Abschlüssen). Die entsprechenden fachspezifischen Kompetenzen sollten mit den Schülern aber auch besprochen werden.

TOP 2)

Mit Blick auf die „Blauen Mappen“, die nach der Klasse 11 vergeben werden, wäre eine Idee, dass man diese Mappen so entwickelt und gestaltet, dass eine Ausgabeneutralität geschaffen wird, damit jede Schule nur durch ein vielleicht eingeschobenes Logo der eigenen Schule, diese Mappen an ihre Schüler ausgeben kann. Daneben sollte eine Mittellochung möglich sein zum Einlegen von entsprechenden Nachweisen.

Letztendlich sollte die „Rote Mappe“ zu APF-Zwecken genutzt werden, die „Blaue Mappe“ als Kompetenznachweis dienen.

An der Qualitätssicherung wird im Weiteren gearbeitet.

Der Kostenvoranschlag wird über Herrn de Vries ausgehandelt werden (vielleicht 6 € pro Mappe?)

*Aufruf: Damit die Einzelkosten der Blauen Mappe gedrosselt werden, mögen doch die Schulen, die an den Mappen Interesse haben, ihre entsprechende Stückzahl an Frau Scharpey ) weitergeben.

Dieser Aufruf sollte wie auch der Wunsch nach Mitstreitern für den Kompetenznachweis wohl auf der I.P.L.-Seite zu finden sein.

Die am 29. März formierte Gruppe versteht sich als neu entstandener Arbeitskreis mit dem Schwerpunkt „Entwicklung von Kompetenznachweisen“.

Im Anhang finden Sie ein Foto der „Blauen Mappe“. Bei Interesse an der Mappe  oder Mitarbeit in der Gruppe kontaktieren Sie bitte Frau Scharpey:

Angelika_Scharpey(at)gmx.de

Protokollant: Dieter Ostermann (FWS Haan-Gruiten)

 

Teilnehmer: Karin Tömmes - Waldorfschule Mülheim Ruhr, Dirk Ostermann - Freie Waldorfschule Haan-Gruiten, Christiane Schulte Stumpf, Angelika Scharpey - Rudolf Steiner Schule Bochum, Herr Frese - Freie Waldorfschule Lippe-Detmold

Entschuldigt: Nicola Sträßer - Rudolf Steiner Schule Wuppertal

Wo ist das Abschlussportfolio in der Bildungslandschaft verortet?

Bericht A. Scharpey zu einem Austausch von Schulen in Wuppertal, bei dem jede Schule ihre Innovationen vorgestellt hat.


Die Bildungslandschaft ist starken Veränderungen unterworfen. Viele Schulen nehmen in Ihrem Schulprogramm die Digitalisierung auf. Was das heißt soll in 2 Beispielen erläutert werden: Das LUDWIG-ERHARD-BERUFSKOLLEG für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt hat eine Cloud geschaffen, sodass sie quasi papierlos arbeitet. Die Innovation ist, dass alle Schüler mit ihren Geräten, egal ob Handy, Laptop Tablet auch und von jedem Anbieter, den Stoff digital erhalten und digital bearbeiten. Das sind Arbeitsblätter, Mitschriften, Referate usw. Das Anne Frank Gymnasium aus Werne an der Lippe ist digitale Schule.

Aus dem Schulprogramm:

 

Zu den pädagogische Zielen des Anne Frank-Gymnasiums gehört es, junge Menschen so auszubilden, dass sie den hohen Anforderungen gewachsen sind, die Universitäten und die Berufswelt im Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien an sie stellen. In diesem Prozess betrachten es die Kolleginnen und Kollegen als eine ihrer vordringlichen Aufgaben, ihren Schülerinnen und Schülern einen sinnvollen, effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien beizubringen.

Im Gegensatz zur gelegentlichen Arbeit in einem Computerraum haben in einem Unterricht, in dem die Lehrperson und alle Lernenden über einen mobilen Computer, z.B. ein Tablet verfügen, die Möglichkeit, die Arbeit auf den individuellen Lernfortschritt abzustimmen, miteinander zu kommunizieren und an Projekten zusammen zu arbeiten. Im Arbeitsalltag ist diese Art der Teamarbeit gängige Praxis. Eine solche Arbeit in der Schule ist demnach geeignet, die Schülerinnen und Schüler auf ihr Erwachsenenleben in der digitalen Welt vorzubereiten.

Lehrerinnen und Lehrer können sich mittels digitaler Technologie aktiv an der Arbeit der Schülerinnen und Schüler beteiligen, dabei den exakten Fortschritt verfolgen und bei Bedarf helfend eingreifen. So wird der Forderung an Schulabgänger Rechnung getragen, dass sie eigenverantwortlich, selbstständig und kompetent mit dem Medium Computer als Arbeitsmittel umgehen können.

Als Erweiterung der Medienbildung und der unterrichtlichen Konzepte des Anne-Frank-Gymnasiums sollen ab dem Schuljahr 2014/15 alle Schülerinnen und Schüler, die neu in die Jahrgangsstufe 5 eintreten, mit Tablets ausgestattet werden. In den entsprechenden Klassen planen und gestalten die Lehrkräfte ihren Unterricht so, dass die Tablets in einer didaktisch und pädagogisch reflektierten Art und in angemessenem Umfang eingesetzt werden. Dabei soll der Einsatz der Tablets nicht zum Selbstzweck erfolgen. Vielmehr soll unterrichtlichen Kontexten, die es erfordern, die klassischen Kulturtechniken einzuüben, genügend Unterrichtszeit eingeräumt werden. Der Einsatz der Tablets wird dabei in Abhängigkeit von Alter und Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler gesteuert und inhaltlich wie methodisch sorgfältig geplant.

Vor diesem Hintergrund ist am Anne-Frank-Gymnasium entschieden worden, iPads für die schulische Arbeit anzuschaffen. iPads sind nach Auffassung der Entscheidungsgremien in besonderer Weise für den unterrichtlichen Einsatz geeignet, da sie in der Grundausstattung schon die erforderliche Software zur Recherche, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentation enthalten. Für die Geräte steht eine große Menge didaktischer Apps, die teilweise kostenlos bzw. für günstige Preise erhältlich sind, zur Verfügung. Die Bedienung von iPads erlaubt eine intuitive Herangehensweise. Somit sind die Geräte gerade auch für jüngere Schülerinnen und Schüler als Arbeitsmittel sinnvoll. Auf Grund einer kontinuierlichen, progressiven Nutzung von iPads bereits ab einem frühen Zeitpunkt innerhalb ihrer Schullaufbahn erhalten Schülerinnen und Schülern hohe Kompetenzen im Hinblick auf die oben genannten Anforderungen.

Die Möglichkeiten der iPads in Bezug auf ihren unterrichtlichen Einsatz ist äußert vielfältig und für unterrichtliche Prozesse überaus förderlich: 

Wenn jeder Schüler über ein solches Gerät verfügt, hat er sehr individuelle Zugänge zu Lernquellen und Anschauungsmaterialien, die er sich entweder selbst auswählt oder die ihm die Lehrkraft an seine jeweilige Lernsituation angepasst zur Verfügung stellt. 

Eine große Anzahl verfügbarer Bildungs-Apps ermöglicht Lernerfolgskontrollen, entweder durch die Schüler selbst in eigener Verantwortlichkeit oder durch die jeweilige Lehrperson gesteuert.

Schüler erhalten durch den Einsatz der iPads ein Höchstmaß individueller, kreativer Gestaltungsmöglichkeiten entweder für die Präsentation ihrer Unterrichtsergebnisse oder im Vorfeld vorbereiteter Referate. Alle Inhalte können bei Benutzung bestimmter Apps auch interaktiv gestaltet werden. Während der Präsentation können Korrekturen und Ergänzungen sofort in die Darstellungen mit eingearbeitet werden. Somit wird die Dynamik des Lernprozesses veranschaulicht und es wird deutlich, dass das iPad ein Whiteboard ersetzt. 

Lehrer haben die Möglichkeit, Kurse mit bestimmten Lerninhalten für ganze Klassen, kleinere Lerngruppen oder auch einzelne Schüler zu entwickeln und sie über das Internet in einem gesicherten Bereich für sie bereitzustellen. Auf dem gleichen Wege erhalten die Lehrkräfte die Arbeitsergebnisse ihrer Schüler zurück. Dieses ermöglicht eine spezifische individuelle Förderung und ein hohes Maß an Kommunikation zwischen Schülern und Lehrperson. 

Gerade iPads verfügen über ein hohes Maß an Vernetzungsmöglichkeiten, was den Datenaustausch zwischen allen beteiligten Personen schnell und unkompliziert macht. Dieses führt zu einer deutlichen Ökonomisierung der Arbeit.

 

Andere Schulen, speziell Sekundarschulen oder Schulen mit Eltern aus bildungsnahen Schichten bewegen sich mit verschiedenen Formen der Lernbegleitung auf einem Feld, das dem der Waldorfschulen ähnlich ist. Schüler sollen individuell gefördert werden und lernen sich zu reflektieren. Dazu dienen Instrumente wie zum Beispiel das Logbuch. Von diesen Schulen wurde deutlich formuliert, dass sie nicht passend für die Wirtschaft erziehen und bilden wollen, sondern die individuellen Möglichkeiten der Kinder fördern möchten. 

 

Wie hält man die Elternschaft für das APF warm?

 

Möglichkeiten:

  • Elternabende zu den Abschlüssen mit APF und Abschlussbeauftragten; 
  • Eltern, deren ältere Kinder das APF haben, berichten den neuen Eltern, bzw. ältere Schüler berichten von ihrem APF in jüngeren Klassen; 
  • Arbeitskreis mit wechselnden Elternteilen, die die dann die Eltern der neuen 9ten Klassen informieren;

Aufgaben des Arbeitskreises:

  • Digitalisierung,
  • Aktualisierung der Leitfragen,
  • Layout der Kompetenznachweise,
  • Information der Eltern,
  • Themen für die Konferenz

Wie schafft man Transparenz in der Ausgabe des APF?

 

  • Termine: Abgabefristen sind notwendig;
  • Datensicherung: interner Server, tk-software, Stick für jeden Schüler oder interne
  • Mailadresse
  • Wer bekommt das APF: Schuleigene Obligatorik muss erfüllt sein

 Welche Qualitätssicherungsverfahren gibt es in den Schulen?

 

  • Waldorfabschlussbeauftragte(r) (in Bochum) – Funktionsstelle ist hilfreich
  • Organisiertes Korrekturlesen nach eigenen Kriterien in manchen Schulen
  • Erkenntnis: jede Schule braucht ein eindeutiges Verfahren

Bericht von Angelika Scharpey aus der Koordinationsgruppe des Bundesprojektes Abschlussportfolio der Waldorfschulen

 

1.   Es wird eine APF-Gesamtkonferenz am 17.2.2018 in Kassel stattfindenEs ist wichtig, dass auch erfahrene Schulen, die mit dem Abschlussportfolio arbeiten, teilnehmen. In Kassel stellt die Koordinationsgruppe ein waldorfinternes Zertifizierungsverfahren vor. Dadurch können Schulen nach außen aber auch für die Schulgemeinschaft dokumentieren, dass das Abschlussportfolio der Konzeption des APF entspricht und in der Schule nachhaltig verankert ist. Hierzu soll in Kassel ein Austausch stattfinden.

2.  Besprochen wurde in der Koordinationsgruppe, ob Im Rahmen eines Forschungsauftrages das Institut für Bildungsrecht und Bildungsforschung an der Ruhruniversität in Bochum den rechtlichen Rahmen zur Anerkennung und Vergleichbarkeit des Abschlussportfolios der Waldorfschulen (APF-Waldorf) in Deutschland prüft. Geprüft soll werden, in welcher Form das APF-Waldorf den Übergang in den Beruf und ins Studium gewährleistet, welche Zugangsmöglichkeiten an die Hochschulen und Universitäten möglich sind und in welchem Rahmen eine Vergleichbarkeit mit staatlichen Abschlüssen zur Anerkennung gebracht werden kann.

Dazu gehört auch die Frage, in welcher Form die Unterrichtsfächer und die dort erbrachten Kompetenzen belegt und sichtbar gemacht werden können.

Sonstiges:

Nächste WAB-Konferenz am:

Mittwoch, den 11. April 2018 in Bochum um 16.00 Uhr.

Protokollantin: Christiane Schulte-Stumpf, Angelika Scharpey