Zu den obligatorischen Kompetenznachweisen zählen an der Rudolf Steiner Schule Bochum der Kompetenznachweis Landwirtschaftspraktikum, der Kompetenznachweis Feldmesspraktikum, der Kompetenznachweis Berufspraktikum, der Kompetenznachweis Schauspielprojekt und der Kompetenznachweis zur Jahresarbeit.

Das Landwirtschaftspraktikum ist Grundlage für den ersten obligatorischen Kompetenznachweis in Klasse 9. Es können folgende Kompetenzen in der Landwirtschaft gezeigt werden.

Fachliche Kompetenzen:

Kenntnisse über konventionelle und biologisch-dynamische Landwirtschaft und deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede, spezielle Kenntnisse über Ackerbau und Viehwirtschaft, Landschaftspflege, Geschick und sachgerechter Umgang mit dem Werkzeug (Hacke, Säge, Spaten, Rechen,.....) und Maschinen ( z.B. Kartoffelsortiermaschine, Mischmaschine, Melkmaschine), Präsentation eines gegliederten und sachgerechten Vortrages,

Methodische Kompetenzen:

Organisiertes Vorgehen bei verschiedenen Arbeiten (Feldarbeit, Gartenarbeit, Stalldienst, Küchendienst, Käserei, Bäckerei, Bau- und Instandhaltungsarbeiten, Waldpflege,), sachgerechte Dokumentation und Präsentation der Arbeitsergebnisse schriftlich und im Vortrag, angemessener Umgang mit Hygienevorgaben

Soziale Kompetenzen:

Bewusstsein für das Zusammenspiel von Mensch und Natur entwickeln, Wertschätzung für landwirtschaftliche Arbeitsprozesse und biologische Nahrungsmittel entwickeln, in der Gruppenarbeit Rücksichtnahme, Kooperation, Akzeptanz gegenüber Gleichaltrigen, Lehrern und allen Hofbewohnern, Achtung der Gemeinschaftsregeln, Fähigkeit sich in den Hofalltag und in die Hofgemeinschaft einordnen zu können, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Fähigkeit Konflikte zu bewältigen und mit Kritik umzugehen

Persönliche Kompetenzen:

Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Flexibilität, Pünktlichkeit, Entwicklung von Geistesgegenwart, Mut zum freien Vortrag, Kreativität, Selbstvertrauen, Engagement, Werthaltungen aufbauen, Interesse, Eigenständigkeit bei der Aufgabenbewältigung,

Für den Schülerrückblick können die Leitfragen selbst entwickelt werden, es gibt aber auch vorgegebene Fragen, an denen Lehrer und Schüler sich orientieren können.

Leitfragen zum Landwirtschaftspraktikum

Liebe Schüler,

die Fragen sollen euch helfen, euren Rückblick zu schreiben. Das heißt aber nicht, dass ihr jede Frage in dieser Reihenfolge abarbeiten müsst. Vielmehr sollen sie darauf aufmerksam machen, was so alles in einen Rückblick gehört. Achtet auch darauf, nicht zu früh mit dem Schreiben aufzuhören. Teilt dem Leser zum Beispiel nicht nur mit, dass ihr zufrieden / oder unzufrieden gewesen seid, sondern auch, warum das so war. Dann wird euer Rückblick lesenswert.

  • In welchem Bereich (Feld, Stall, Küche, Gemüsegarten, Bau, ect.) habe ich gearbeitet?
  • Was war meine Aufgabe?
  • Mit welchen Werkzeugen musste ich umgehen lernen?
  • Welche Fertigkeiten hatte ich schon, die ich dabei nutzen konnte?
  • Was habe ich durch diese Arbeit dazugelernt?
  • Was musste ich (lange) üben, bis ich es beherrschen konnte?
  • Wie lange konnte ich durcharbeiten?
  • Bin ich mit meinem Arbeitsergebnis zufrieden?
  • Würde ich bei Wiederholung etwas anders machen?
  • Wie gut klappte die Zusammenarbeit mit den Klassenkameraden / Arbeitskollegen?
  • Wie hat sich mein Verhältnis zur Natur und zur Landwirtschaft durch das Praktikum entwickelt? 
  • (Christiane Schulte-Stumpf)

Die Projektbeschreibung für das Praktikum lautet:

Das Landwirtschaftspraktikum in der 9. Klasse hat unter anderem zum Ziel, den Schülern Ökologie in angewandter Form näher zu bringen.

Auf der theoretischen Ebene setzen sich die Jugendlichen mit den Unterschieden zwischen konventioneller und biologisch-dynamischer Landwirtschaft auseinander. Die praktische Umsetzung lernen sie kennen, indem sie für zwei Wochen auf einem Demeterhof leben und arbeiten. Dabei gliedern sie sich als Klassengemeinschaft in das bestehende Hofgefüge ein. Bei ihren vor allem körperlichen Arbeiten schulen die 14- bis 15jährigen Schüler insbesondere Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Sorgfalt. Des Weiteren entwickeln sie eine Wertschätzung für landwirtschaftliche Arbeitsprozesse und biologische Nahrungsmittel sowie ein Bewusstsein für das Zusammenspiel von Mensch und Natur. Die Jugendlichen dokumentieren ihre Tätigkeiten in den verschiedenen Arbeitsbereichen entweder in einem individuellen Berichtsheft oder in einer gemeinsamen Broschüre. Jeder Schüler schreibt einen Rückblick auf seine Arbeit, der in diese Dokumente einfließt. Nach dem Praktikum hält jeder Schüler ein Kurzreferat vor Eltern, Lehrern und Gästen über einen Aspekt des Arbeitens oder Zusammenlebens während dieser Zeit.

Die Projektbeschreibung ist ein Arbeitsergebnis der Tagung vom 19.12.07 Scharpey, Bohle, Tobiassen, de Vries, Andreae-Fritze

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Das Feldmesspraktikum ist Bestandteil der Klasse 10. Auch hier können eine Reihe von Kompetenzen beim Feldmessen  gezeigt werden.

Fachliche Kompetenzen:

korrekter Aufbau des Theodoliten, korrekte Bedienung und Pflege der Messinstrumente, mathematische Kenntnisse in Trigonometrie, fachgerechte Berechnungen, Kenntnisse und Fertigkeiten im Zeichnen, fachkundiges Erstellen einer Geländekarte, Umsetzung der theoretisch gewonnenen trigonometrischen und mathematischen Kenntnisse in die Praxis, räumliches Vorstellungsvermögen,

Methodische Kompetenzen:

genaue Protokollführung bei den Messungen, Erlernen und Beherrschen von Kontrollverfahren, genaues Ablesen und Bedienen der Instrumente, Sorgfalt und Geschick bei den Zeichnungen, genaues Abstecken eines Polygonzuges oder eines Geländestückes, Beherrschung mathematischer Techniken

Soziale Kompetenzen:

Toleranz, Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, selbstständige Planung und Organisation der Gruppenarbeiten, konstruktiver Umgang mit Konflikten, Leitungskompetenzen, Kooperationsfähigkeit,

Persönliche Kompetenzen:

genaue Beobachtungsgabe, Geduld, Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen, Kreativität, Genauigkeit, Reflexionsfähigkeit, Übersicht haben, Körperbeherrschung bei langanhaltenden Arbeitsprozessen, Flexibilität, Eigenständigkeit bei der Aufgabenbewältigung, Sinn für Ordnung, sauberes Arbeiten, Entwicklung von Selbstwertgefühl,

Als Fragen zum Schülerrückblick eignet sich der folgende Text:

Liebe Schüler,

die Fragen sollen Ihnen helfen, Ihren Rückblick zu schreiben. Das heißt aber nicht, dass Sie jede Frage in dieser Reihenfolge abarbeiten müssen. Vielmehr sollen sie darauf aufmerksam machen, was alles in diesen Rückblick gehören könnte. Gibt es vielleicht Fotos von Karten, Protokollen oder einer Arbeitssituation, die Sie mit in den Rückblick einfügen möchten?

  • Welche Aufgaben habe ich im Verlaufe des Praktikums übernommen?
  • Was habe ich bei der Arbeit mit dem Theodoliten, dem Maßband, mit den Messlatten gelernt? In welchen Bereichen der Mathematik bin ich sicherer geworden?
  • Was habe ich Neues hinzugelernt?
  • Welche Arbeit bei der Herstellung der Karte ist mir gut gelungen?
  • Welche schon vorhandenen Fertigkeiten und Kenntnisse konnte ich gut einsetzen?
  • Was musste ich (lange) üben, bis ich es beherrschen konnte?
  • Wie lange konnte ich durcharbeiten?
  • Bin ich mit meinem Arbeitsergebnis zufrieden?
  • Würde ich bei Wiederholung etwas anders machen?
  • Wie gut klappte die Zusammenarbeit mit den Klassenkameraden?
  • Wie hat sich mein Verhältnis zur Mathematik durch das Praktikum entwickelt? (Christiane Schulte-Stumpf)

Die Projektbeschreibung lautet:

In dem Feldmesspraktikum der 10. Klasse wird die im Mathematikunterricht behandelte Trigonometrie praktisch angewendet. Die Jugendlichen eignen sich bei der Vermessung eines Landstückes Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit den erforderlichen Messgeräten an. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Daten stellen sie die erforderlichen Berechnungen an und zeichnen eine Geländekarte. Sie lernen, sich in den einzelnen Arbeitsgruppen selbstständig zu organisieren und die unterschiedlichen Begabungen der Gruppenmitglieder zu nutzen. Außerdem entwickeln sie ein Verständnis für die Notwendigkeit von genauem und sorgfältigem Arbeiten sowie für das effektive Zusammenspiel der einzelnen Gruppen im Gelände und lernen Hilfsmittel wie Stadtpläne oder Atlanten wert zu schätzen. Bei den verschiedenen Tätigkeiten wird das Abstraktionsvermögen gestärkt, was sich vor allem in der Fähigkeit zeigt, die Landschaft in einer Karte zu abstrahieren und umgekehrt aus einer Karte die Landschaft zu erschließen. Dadurch wird insbesondere das persönliche Orientierungsvermögen geschult. Nach dem Praktikum hält jeder Schüler ein Kurzreferat vor Eltern, Lehrern und Gästen über einen Aspekt des Arbeitens oder Zusammenlebens während dieser Zeit.

Die Projektbeschreibung ist ein Arbeitsergebnis der Tagung vom 19.12.07 Scharpey, Bohle, Tobiassen, de Vries, Andreae-Fritze

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Das Berufspraktikum findet in der 11. Klasse statt. Auch hier können eine Reihe von Kompetenzen im Berufspraktikum gezeigt werden (siehe auch Bild am Textende).

Mögliche Kompetenzen sind:

Fachliche Kompetenzen:

Erkunden eines Berufsfeldes, d.h. Kenntnisse sammeln über den Arbeitsplatz, den Arbeitsablauf und –umfang, die Eingangsvoraussetzungen, Arbeitsbedingungen, Entwicklung von praktischem und gedanklichem Geschick, spezielle Fachkenntnisse über den Praktikumsberuf,

Methodische Kompetenzen:

Informationen über Ausbildungswege sammeln, Techniken zur Bewerbung üben, persönliche Stärken und Fähigkeiten ermitteln, eigenverantwortliche Organisation eines individuellen Praktikumsplatzes, sachgerechte Führung des Berichtsheftes, Geschick in der Präsentation der Arbeitsergebnisse

Soziale Kompetenzen:

Teamfähigkeit entwickeln, Toleranz gegenüber den Arbeitskollegen, Höflichkeit, Kontaktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, soziales Engagement, Verantwortungsbereitschaft, Sicherheit im Umgang mit Menschen, Rücksicht,

Persönliche Kompetenzen:

Zuhören können, Anleitungen/Anweisungen befolgen, Anpassungsfähigkeit, Geduld, Akzeptieren der Betriebsstrukturen, Durchhaltevermögen, Kommunikationsfähigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Stressresistenz, schnelle Auffassungsgabe, Eigenständigkeit, Kreativität, Lernbereitschaft, Selbstdisziplin, Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Sorgfalt, Organisationstalent, Ordnungssinn, Zielstrebigkeit, Merkfähigkeit, gute Umgangsformen, Durchsetzungsvermögen

Auch hier gibt es eine Hilfe zum Schülerrückblick:

Liebe Schüler,

wie immer gilt: Die Fragen sollen Ihnen helfen, Ihren Rückblick zu schreiben. Das heißt aber nicht, dass Sie jede Frage in dieser Reihenfolge abarbeiten müssen. Vielmehr sollen sie darauf aufmerksam machen, was alles in diesen Rückblick gehören könnte. Gibt es vielleicht Fotos einer Arbeitssituation, eines von Ihnen erstellten Produktes, die Sie mit in den Rückblick einfügen möchten?

  • In welchem Betrieb habe ich gearbeitet? Was war(en) meine Aufgabe(n)?
  • In welche Bereiche habe ich Einblick gewonnen? Wie waren meine Arbeitszeiten und mit wem habe ich zusammengearbeitet?
  • Wie schnell habe ich einen Überblick über meine Aufgabe gewonnen?
  • Wie selbstständig habe ich gearbeitet?
  • Welche schon vorhandenen Fertigkeiten und Kenntnisse konnte ich gut einsetzen?
  • Was musste ich (lange) üben, bis ich es beherrschen konnte?
  • Wie lange konnte ich durcharbeiten? Bin ich mit meinem Praktikum zufrieden?
  • Würde ich bei Wiederholung etwas anderes machen?
  • Wie gut klappte die Zusammenarbeit mit den Klassenkameraden / Arbeitskollegen?
  • Wie hat sich mein Verhältnis zur Berufswelt durch das Praktikum entwickelt und wie haben sich meine eigenen Berufsvorstellungen verändert? (Christiane Schulte-Stumpf)

Die Projektbeschreibung lautet:

Jeder Schüler der Rudolf Steiner Schule Bochum absolviert am Ende der 10. oder zu Beginn der 11. Klasse ein individuelles Berufspraktikum. In diesem Praktikum geht der Schüler einen Schritt in das Berufsleben hinein, erhält konkrete Einblicke in die Arbeitswelt und gliedert sich in den Arbeitsprozess eines fremden Betriebes ein. Vorbereitet wird das Praktikum durch die Berufskunde, in der die jungen Leute Informationen über Ausbildungswege sammeln, Techniken zur Bewerbung üben und ihre persönlichen Stärken und Fähigkeiten ermitteln. Hierzu gehört auch ein Besuch im Berufsinformationszentrum (BIZ) in der Agentur für Arbeit. Ergänzt wird das Praktikum durch vier Trainingsseminare, in denen verschiedene Bewerbungssituationen erübt werden. In einer eigenverantwortlichen Arbeitsphase kümmern sich die Schüler um ihren individuellen Praktikumplatz. Dabei kommen die erlernten Bewerbungsstrategien zur Anwendung. Während des dreiwöchigen Praktikums ist der Schüler weitgehend auf sich selbst gestellt und muss soziale Kompetenzen wie z. B. Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen und vor allem Verantwortung im Arbeitsablauf unter Beweis stellen. Außerdem muss er lernen sich gegenüber fremden Menschen und neuen Situationen angemessen zu verhalten. Nach dem Praktikum berichtet der Schüler vor Eltern, Lehrern und Gästen über seinen Arbeitsplatz und seine Erfahrungen. Zur Dokumentation und Reflektion gehört dabei auch das Führen einer Berichtsmappe.

Die Projektbeschreibung ist ein Arbeitsergebnis der Tagung vom 04.02.08 Scharpey, Bohle, de Vries, Andreae-Fritze, Magin, Schulte-Stumpf, Neumer

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Das Schauspiel findet in Klasse 11 statt. Auch hier können eine Reihe von Kompetenzen zum Schauspiel gezeigt werden.

Fachliche Kompetenzen:

Kenntnis der gattungsspezifischen Merkmale eines Dramas oder Musicals, Verständnis (Engagement) für Aktualität und Zeitlosigkeit dramatischer Themen und Fragestellungen, adäquate Beschreibung der Rollenbiographie und des Charakters, Verfassen eines Stückes oder einer skizzierten Szenenabfolge mit selbst gewähltem Thema, sinnvolles Kürzen von Rollenpassagen dramatische Literatur und deren gestalterische Umsetzungsmöglichkeiten (Lesen / vom Inhalt zur lebendigen Szene) einsetzen, handwerkliche Fähigkeiten in den Bereichen Bühnengestaltung, Schneiderei, Licht- und Tontechnik, Herstellung von Plakaten und Programmheften, Werbung, Finanzmanagement fachliche Kompetenzen in Tanz, Gesang und Instrumentalmusik, Sprachgestaltung und Stimmbildung, Maskenbildnerei, Erfahrungen und Geschick in Regieassistenz Soufflieren können Bühnenpräsenz entwickeln

Methodische Kompetenzen:

Korrespondenz zwischen Gestik und Sprache anwenden. Auswahl des Stückes und Rollenbesetzung unter Beachtung der Klassen- und Schul- situation Sich im Raum orientieren, positionieren und bewusst bewegen können, Nonverbale Interaktivitäten einsetzen, Regieanweisungen verstehen und umsetzen, Gedankliches Vorausgreifen im Sprechen und Wachheit für den Dialog entwickeln, Nutzen/Umsetzen der eigenen Kreativität, Stilempfinden im Gestalten der Rolle heranbilden, Zeitmanagement lernen

Sozialkompetenzen:

Erüben sozialer Kompetenz im Rahmen der Stückfindung und Rollenbesetzung (Fremd- und Eigeneinschätzung/Menschenkenntnis). Einfühlungsvermögen: Regieassistenz, Teamfähigkeit, Rücksichtnahme Toleranz gegenüber den Mitschülern, Höflichkeit, Kontaktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, soziales Engagement, Verantwortungsbereitschaft, Sicherheit im Umgang mit Menschen, Dialogfähigkeit, Interaktion mit dem Publikum

Persönlichkeitskompetenzen:

Gesunder und konstruktiver Umgang mit Kritik und allgemeinen Krisensituationen, Selbstvertrauen, kreatives Potential prozessorientiert einsetzen, Einfühlungsvermögen, Achtsamkeit und Wachsamkeit entwickeln, Bereitschaft, sich auf „Grenzerfahrungen“ einzulassen (Durchhaltewille), die eigenen physischen und psychischen Grenzen einschätzen, Methoden der Selbsterfahrung lernen, sich in einen anderen Charakter hineinversetzen können, Verbindlichkeit in der Probenarbeit (Pünktlichkeit, Verlässlichkeit), Übersicht auch in vielschichtigen und komplexen Zusammenhängen, Ruhe und Abstand in chaotischen oder menschlich schwierigen Situationen, Persönliche Vorlieben/Freundschaften zugunsten der Sache hintanstellen, Fremd- und Eigeneinschätzung/Menschenkenntnis entwickeln, Vereinen von Eigenintention, Autorenintention und Regieintention lernen, Lampenfieber überwinden

Mögliche Leitfragen:

Liebe Schüler,

wie immer gilt:

Die Fragen sollen Ihnen helfen, Ihren Rückblick zu schreiben. Das heißt aber nicht, dass Sie jede Frage in dieser Reihenfolge abarbeiten müssen. Vielmehr sollen sie darauf aufmerksam machen, was alles in diesen Rückblick gehören könnte.

Gibt es vielleicht Fotos von Ihnen in Ihrer Rolle oder von ihrer Arbeit in anderen Bereichen, wie Programm erstellen, Kostüm usw, die Sie mit in den Rückblick einfügen möchten?

  • Welche Rolle habe ich übernommen?
  • Wie habe ich mir diese Rolle erarbeitet?
  • Auf welche Schwierigkeiten bin ich dabei gestoßen und wie habe ich diese bewältigt?
  • Mit welcher Methode habe ich mir den Rollentext erarbeitet? Welche Erfahrungen habe ich mit dem Agieren auf einer großen Bühne gemacht?
  • Was musste ich (lange) üben, bis ich es beherrschen konnte? Wie konnte ich mit der „Bühnensprache“ umgehen?
  • Bin ich mit meiner schauspielerischen Leistung zufrieden?
  • Würde ich bei Wiederholung etwas anderes machen?
  • Welche Aufgabe habe ich neben meiner Rolle übernommen?
  • Was genau haben Sie gemacht (Art der Arbeit, Zeitrahmen) Was gab es dabei alles zu bedenken?
  • Wie bin ich mit dem Zeitmanagement zurecht gekommen? Wie selbstständig habe ich gearbeitet?
  • Welche schon vorhandenen Fertigkeiten und Kenntnisse konnte ich gut einsetzen?
  • Wie lange konnte ich durcharbeiten?
  • Wie gut klappte die Zusammenarbeit mit den Klassenkameraden?
  • Was hat sich in meiner Selbstwahrnehmung und im Umgang mit den Klassenkameraden durch das Klassenspiel geändert? (Christiane Schulte-Stumpf)

Die Projektbeschreibung lautet:

An der Rudolf Steiner Schule Bochum hat die Theaterarbeit eine besondere Stellung und ist fester Bestandteil des Lehrplans. In der 11. Klasse steht entweder ein deutsch- oder fremdsprachiges Theaterstück auf dem Spielplan, das eine Vielzahl komplexer Charaktere bietet und in differenzierter Weise schauspielerische Aktivitä- ten herausfordert. Dabei übernimmt jeder Schüler nach seinen Möglichkeiten neben seiner Rolle eine der folgenden Aufgaben: Kostüme, Requisiten, Bühnenbild und Bühnentechnik, Musik, Tontechnik und Öffentlichkeitsarbeit (Programm, Plakat, Werbung), Regieassistenz und Maske. Für diese Aufgaben ist entscheidend, dass er im Rahmen der Gesamtkonzeption einen differenzierten Entscheidungsprozess durchläuft. Diese Gesamtkonzeption wird gemeinsam mit der Klasse entwickelt, wobei die Schüler üben, nicht aus ihrer Vorstellung, sondern aus einem künstlerischen Prozess heraus die einzelnen Elemente zu gestalten. Neben der öffentlichen Präsentation nehmen die Proben einen beachtlichen Zeitraum ein. Dort entwickeln die Schüler in Kooperation mit der Regie die Rollencharaktere. Aus dem Interpretationskonzept der Regie, dem, was eine Rolle vorgibt und dem, was ein Schüler mitbringt, gestaltet sich die Inszenierung. In der Regel finden mehrere Aufführungen statt, bei denen die Schüler sich jedes Mal auf ein neues Publikum einstellen müssen. Im gemeinsamen Arbeitsprozess entwickeln die Schüler Verantwortung für die Gemeinschaft und für die Vielfalt der Aufgaben. Sie üben eine klare Bühnensprache, den Aufbau eines Rollencharakters sowie Gestik und Mimik. Dabei schulen sie Bühnenpräsenz als einzelner und im gemeinsamen Spiel. Die Zusammenarbeit erfordert Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Selbstdisziplin. Diese Arbeit fördert das eigene künstlerische Urteilsvermögen.

Die Projektbeschreibung ist ein Arbeitsergebnis der Tagung vom 04.02.08 Scharpey, Bohle, Tobiassen, de Vries, Andreae-Fritze, Magin, Schulte-Stumpf, Neumer

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Die Jahresarbeit ist Bestandteil der 12. Klasse. Es können folgende Kompetenzen bei der Jahresarbeit gezeigt werden.

Fachliche Kompetenzen:

Theoretische, praktische und/oder künstlerische Auseinandersetzung mit einem selbst gewählten Thema, schriftliche Dokumentation von Arbeits- und Forschungsergebnissen, handwerkliche und künstlerische Fertigkeiten entsprechend dem Thema, sicherer Umgang mit formalen Anforderungen in Sprache und schriftlicher Darstellung, Grundkenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten (exzerpieren, recherchieren, dokumentieren) 

Methodische Kompetenzen:

eigene Fragestellungen und Lösungswege entwickeln, Zeiteinteilung lernen, Ideen in die Praxis umsetzen, Recherche-Techniken lernen, Koordination von Gruppenarbeiten bei Arbeiten mit Mitschülern, geeignete Präsentationsformen auswählen, Vortragstechniken beherrschen

Soziale Kompetenzen:

Je nach Thema werden verschiedene soziale Kompetenzen gebraucht, z.B. beim Theaterspiel/Musik mit Orchester oder Band/Tanzprojekt => Rücksicht, Teamfähigkeit, Toleranz gegenüber den Teamkollegen, Höflichkeit, Kontaktfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Geduld; im Kontakt mit dem Betreuer Höflichkeit, Einhaltung von Absprachen Offenheit für Anregungen

Persönliche Kompetenzen:

Ausdauer und Kreativität entwickeln Verantwortung übernehmen Selbstständigkeit unter Beweis stellen Erprobung individueller Fähigkeiten Erfahrung individueller Leistungsfähigkeit (Grenzerfahrung), Selbstfindung Geduld mit sich selbst Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit Frustrationstoleranz entwickeln, mit Enttäuschungen umgehen lernen

Folgende Fragen helfen beim Schülerrückblick:

 

  • Welches Thema habe ich bearbeitet und wie bin ich darauf gekommen?
  • Welches waren meine Arbeitsschwerpunkte?
  • Was habe ich recherchiert, ausprobiert, erforscht?
  • Was wollte ich mit meinen Fragen/meiner Arbeit vor allem herausfinden?
  • Welche Hilfsmittel habe ich benutzt?
  • Welche schon vorhandenen Fertigkeiten und Kenntnisse konnte ich gut einsetzen?
  • Wie habe ich meine Arbeitsergebnisse gesammelt und geordnet?
  • Wie und mit welchen Mitteln habe ich meine Arbeitsergebnisse präsentiert?
  • Wie hat meine Zeitplanung funktioniert?
  • Wie lange konnte ich mit Ausdauer und Konzentration am Thema arbeiten?
  • Habe ich zusätzliche Hilfe benötigt?
  • Wurde mein Produkt zeitgerecht fertig?
  • Entspricht das Arbeitsprodukt meiner anfänglichen Planungsidee?
  • Womit bin ich zufrieden?
  • Würde ich bei Wiederholung etwas anderes machen?
  • (nur bei Gruppenarbeiten: Wie gut klappte die Zusammenarbeit mit den Klassenkameraden / Arbeitskollegen?) Was hat sich in meiner Selbstwahrnehmung und im Umgang mit anderen Menschen durch die Jahresarbeit geändert? (Christiane-Schulte-Stumpf)

Die Projektbeschreibung lautet:

Die Jahresarbeiten gehören zum Waldorfabschluss in der 12. Klasse und haben zum Ziel die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Schüler zu fördern. Jeder Schü- ler kann sich sein Thema und seinen Betreuer ohne Einschränkungen frei wählen. Den Abschluss der Arbeit bildet ihre Präsentation. Sie findet in Form einer Ausstellung der Werkstücke sowie eines mündlichen Vortrags vor dem Kollegium, den Schü- lern und Elternvertretern statt. Den Rahmen bildet der so genannte künstlerische Abschluss, zu dem die Jahresarbeiten öffentlich ausgestellt und besichtigt werden, Vorführungen aus den einzelnen Jahresarbeiten, aber auch Darbietungen aus den Unterrichten. Ziel ist es, dass die Schüler sich ein Jahr lang an einem selbst gewählten Thema erproben, Methoden anwenden, persönliche Fragestellungen entwickeln und Lösungswege finden, Kreativität und Ausdauer zeigen, Zeiteinteilung lernen, Ideen in die Praxis umsetzen und Verantwortung und Selbstständigkeit unter Beweis stellen. Das heißt, die Jahresarbeit ist auf die persönliche Entwicklung und die Erprobung der individuellen Fähigkeiten und der Leistungsfähigkeit der Schüler ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem gewählten Thema theoretisch, praktisch und künstlerisch oder beobachtend auseinander setzen und ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in einer schriftlichen Arbeit reflektieren und dokumentieren. Der praktische Teil kann entweder eine handwerkliche Arbeit, ein künstlerisches Werkstück, eine künstlerische Darstellung oder eine experimentelle bzw. beobachtende oder soziale Arbeit sein. Die Kriterien der Bewertung sind nicht an einem einheitlichen, für alle Schüler gültigen Maßstab orientiert. Den Maßstab der Bewertung bilden der Schüler selbst und das Produkt, das er hergestellt hat. Im vorliegenden Gutachten wird beschrieben, ob und wie der betreffende Schüler in seiner Arbeit seinem eigenen Leistungsvermögen und dem Gegenstand, den er bearbeitet hat, gerecht geworden ist. In einem Abschlusskolloquium wird in einem gemeinsamen Gespräch auf die Arbeit, auf den Prozess und das Ergebnis, die Zusammenarbeit, auf die selbstständige Durchführung und auch auf Schwierigkeiten zurückgeblickt.

Die Projektbeschreibung ist ein Arbeitsergebnis der Tagung vom 05.02.08 Scharpey, Baumhekel, Magin, Schulte-Stumpf, de Vries, Andreae-Fritze

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